Die wichtigsten News zum Nahost-Konflikt im Überblick
- Hamas tötet 22-Jährigen wegen Teilnahme an Protest (14.23 Uhr)
- Netanjahu kündigt Verstärkung des Drucks auf Hamas an (13.32 Uhr)
- Trotz Haftbefehl: Netanjahu reist nach Ungarn (10.50 Uhr)
- Israel fängt Rakete aus dem Jemen ab (10.06 Uhr)
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Mit Informationen der ARD-Korrespondentinnen und -Korrespondenten sowie der Nachrichtenagenturen AFP, AP, dpa, epd, KNA und Reuters. Zum Teil lassen sich die Angaben nicht unabhängig überprüfen.
Montag, 31. März 2025
19.45 Uhr: Netanjahu kündigt Bau neuer Straßen im Westjordanland an
Die israelische Regierung hat den Bau mehrerer Straßen nahe einer Großsiedlung im Westjordanland beschlossen. Das von Verteidigungsminister Israel Katz vorgeschlagene Projekt eines Straßennetzwerks bei Maale Adumim östlich von Jerusalem sei vom Kabinett gebilligt worden, erklärte Regierungschef Benjamin Netanjahu. Das Vorhaben sieht den Bau zweier Straßen vor.
Eine der Straßen soll es den Angaben zufolge Palästinensern ermöglichen, sich zwischen Ortschaften zu bewegen, ohne die derzeitige Hauptverkehrsstraße zu nutzen. Die neuen Straßen dienten der "kontinuierlichen Entwicklung" eines Korridors zwischen Jerusalem und Jericho, sagte Netanjahu laut Erklärung weiter.
18.12 Uhr: PRCS - Leichen vermisster Sanitäter geborgen
Mehrere im Gazastreifen vermisste Sanitäter des Rettungsdienstes Palästinensischer Roter Halbmond (PRCS) sind laut der Organisation tot geborgen worden. Retter fanden bei ihrer Suche in Rafah 14 Leichen, darunter die von acht Sanitätern, wie es in einer Erklärung des PRCS hieß. Ebenfalls gefunden wurden demnach die sterblichen Überreste von fünf Mitarbeitern des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes sowie die Leiche eines UN-Mitarbeiters.
17.32 Uhr: Trump droht Iran mit "Bombardierungen" bei Ausbleiben von Atomabkommen
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einem massiven Militäreinsatz gedroht. Sollte Teheran einem Abkommen zur Begrenzung seines Atomprogramms nicht zustimmen "wird es Bombardierungen geben, und zwar Bombardierungen, wie sie sie noch nie gesehen haben", sagte Trump in einem NBC-Interview.
Die US-Regierung und andere westliche Staaten einschließlich Israel wollen verhindern, dass die von schiitischen Geistlichen beherrschte Islamische Republik Iran eigene Atomwaffen entwickelt. In seiner ersten Amtszeit war Trump 2018 allerdings einseitig aus dem sogenannten Wiener Atompakt ausgestiegen, der Irans Nuklearprogramm einschränken und im Gegenzug Sanktionen aufheben sollte. Danach hielt sich auch Teheran nicht mehr an die Auflagen des Abkommens.
15.07 Uhr: Mageres Fastenbrechen im Gazastreifen
Die Palästinenser im Gazastreifen beginnen das dreitägige Fest des Fastenbrechens Eid al-Fitr mit schwindenden Essensvorräten, statt süß und üppig zu speisen, wie es in der islamischen Welt üblich ist. Viele Palästinenser sprachen am Sonntag Festgebete vor zerstörten Moscheen zum Auftakt von Eid al-Fitr, das sich direkt an den Fastenmonat Ramadan anschließt.
"Es ist das Eid der Trauer", sagte Adel al-Schaer nach der Teilnahme an Gebeten unter freiem Himmel in der Stadt Deir al-Balah. "Wir haben unsere Liebsten verloren, unsere Kinder, unsere Leben, unsere Zukunft. Wir haben unsere Studierenden, unsere Schulen und unsere Institutionen verloren. Wir haben alles verloren." Bei Angriffen des israelischen Militärs seien 20 Mitglieder seiner Großfamilie getötet worden, darunter vor einigen Tagen vier junge Neffen, berichtete al-Schaer und brach in Tränen aus.
"Es gibt Töten, Vertreibung, Hunger und eine Belagerung", sagte ein anderer Gläubiger, Saed al-Kurd. "Wir gehen raus, um Gottes Rituale zu vollziehen und um die Kinder glücklich zu machen, aber was die Freude von Eid angeht? Es gibt keinen Eid."
Im Video: Jerusalem - Muslime feiern Ende des Ramadan
Das Fest des Fastenbrechens begann mit einem Gebet am Felsendom auf dem Gelände der Al Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg.
14.23 Uhr: Hamas tötet 22-Jährigen wegen Teilnahme an Protest
Hamas-Extremisten im Gazastreifen haben nach Angaben der Familie einen 22-Jährigen getötet, weil er an Protesten gegen die Islamistenorganisation teilgenommen hatte. Angehörige berichteten örtlichen Medien, dass Hamas-Mitglieder den jungen Mann entführt und zu Tode gefoltert hätten. In den letzten Tagen hatten Hunderte Menschen im Gazastreifen für ein Ende des Kriegs mit Israel und der Hamas-Herrschaft demonstriert. Die „Times of Israel“ berichtete, dass die Leiche des jungen Mannes vor dem Haus seiner Familie abgelegt wurde. Videos von seiner Beerdigung am Samstag zeigten Dutzende Teilnehmer, die „Hamas raus“ riefen.Es gab zuvor Berichte über Drohungen der Hamas gegen Demonstrationsteilnehmer. Die Terrororganisation ist bekannt für ihr brutales Vorgehen gegen Kritiker im Gazastreifen.Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, schrieb auf der Plattform X zu dem Fall: "Möge dieser mutige junge Mann, Odai, in Frieden ruhen." Seibert fügte hinzu: "Dies ist die mörderische Natur der Hamas: Sie foltern und töten jene, die es wagen, einen Protest anzuführen." Viele Menschen in Gaza wollten sich von dieser totalitären Herrschaft befreien, schrieb er weiter. "Wie jeder andere haben sie das Recht, in Frieden und Würde zu leben."
13.32 Uhr: Netanjahu kündigt Verstärkung des Drucks auf Hamas an
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine weitere Verstärkung der Angriffe auf die islamistische Hamas im Gazastreifen angekündigt. Nur die Kombination aus militärischem und diplomatischem Druck könne die Geiseln zurückbringen, sagte er zu Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem. Israel und die Hamas verhandeln bei indirekten Gesprächen über eine neue Waffenruhe im Gazastreifen. Strittig ist aber noch, wie viele Geiseln dabei freikommen sollen.
12.04 Uhr: Palästinenser - Mindestens 19 Tote bei neuen Angriffen auf Gaza
Bei israelischen Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen sind in der Nacht nach palästinensischen Angaben mindestens 19 Menschen getötet worden. In der Stadt Chan Junis im Süden des Küstengebiets habe es 16 Tote gegeben, darunter neun Kinder und drei Frauen, meldete das dortige Nasser-Krankenhaus. Drei weitere Menschen seien am späten Samstagabend bei einem Angriff in Deir al-Balah umgekommen, teilte das Al-Aksa-Märtyrer-Krankenhaus mit.
10.50 Uhr: Trotz Haftbefehl - Netanjahu reist nach Ungarn
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reist am Mittwoch nach Ungarn. Er werde dort unter anderem seinen Amtskollegen Viktor Orban treffen, teilte das Büro des Regierungschefs mit. Es ist die erste Reise Netanjahus nach Europa, seit der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) im vergangenen November wegen des Vorgehens im Gaza-Krieg einen Haftbefehl gegen ihn verhängt hat. Orban hatte die Einladung an Netanjahu demonstrativ nach Erlass des Haftbefehls ausgesprochen. "Deshalb werde ich Benjamin Netanjahu heute noch einladen, was für ihn keine Konsequenzen haben wird."
Ungarn hat das Rom-Statut als Grundlage des Strafgerichtshofs ratifiziert und wäre damit eigentlich verpflichtet, seine Haftbefehle zu vollstrecken.
10.06 Uhr: Israel fängt Rakete aus dem Jemen ab
Eine aus dem Jemen auf Israel abgefeuerte Rakete ist nach Militärangaben abgefangen worden. Das Geschoss sei von der Raketenabwehr gestoppt worden, bevor es in israelisches Gebiet vorgedrungen sei, teilte die Armee mit. In verschiedenen Teilen Israels, darunter auch in der Küstenmetropole Tel Aviv, heulten Warnsirenen. Menschen eilten in Schutzräume. Die Huthi, die große Teile des Jemens beherrschen, hatten zuletzt am Donnerstag zwei Raketen auf Israel gefeuert.
Sonntag, 30. März 2025
22.04 Uhr: Syrien erhält neue Regierung
Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hat die Bildung einer neuen Regierung verkündet. Zentrale Mitglieder der bisherigen Übergangsregierung behalten nach seinen Angaben ihre Posten. So sollen Außenminister Assaad al-Schaibani und Verteidigungsminister Murhaf Abu Kasra im Amt bleiben. Geheimdienstchef Anas Chattab, der ebenfalls ein Vertrauter des Übergangspräsidenten ist, wird den Angaben zufolge neuer Innenminister. Al-Scharaa erklärte, er wolle einen "starken und stabilen Staat" aufbauen.
20.47 Uhr: Landesweite Proteste in Israel für Geisel-Freilassung
Tausende Israelis haben landesweit erneut für die Freilassung der Geiseln aus der Gewalt von Islamisten im Gazastreifen demonstriert. Allein zu mehreren Kundgebungen in der Küstenmetropole Tel Aviv kamen israelischen Medien zufolge etliche Tausend Menschen. Einige Proteste richteten sich dabei auch explizit gegen die rechtsreligiöse Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Die Veranstalter einer Kundgebung sprachen von Zehntausenden Teilnehmern. Auch in anderen Orten des Landes, darunter in Haifa und Jerusalem, gab es Demonstrationen für ein Gaza-Abkommen mit der Hamas.
20.01 Uhr: Hamas-Chef gibt grünes Licht für Waffenruhe-Vorstoß
Die Hamas hat nach Angaben ihres Anführers Chalil al-Hajja einem Entwurf einer Vereinbarung für eine Waffenruhe zugestimmt. Diesen habe sie vor zwei Tagen von den vermittelnden Staaten Ägypten und Katar erhalten.
18.46 Uhr: Israels Militär - Gehen in Rafah am Boden vor
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben in der Stadt Rafah mit "Aktivitäten am Boden" begonnen. Damit solle die Sicherheitszone im Süden des Gazastreifens erweitert werden, hieß es. Israel hatte am 18. März Bombenangriffe und Bodenoperationen gegen die Hamas wieder aufgenommen, um den Druck auf die Gruppe zu erhöhen, Geiseln freizulassen.
18.38 Uhr: Hamas will während Feuerpause Geiseln freilassen
Die Hamas im Gazastreifen ist nach eigenen Angaben dazu bereit, fünf von ihr verschleppte Geiseln im Rahmen einer neuen 50-tägigen Waffenruhe freizulassen. Man habe einem entsprechenden Vorschlag Ägyptens zugestimmt, teilte ein hochrangiges Mitglied der Islamisten mit.
Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu erklärte, seine Regierung habe von den Vermittlern einen Vorschlag erhalten und in Abstimmung mit den USA ein Gegenangebot gemacht. Laut der Nachrichtenseite "ynet" fordert Israel die Freilassung von zehn Verschleppten.
18.37 Uhr: Hamas veröffentlicht erneut Video von israelischer Geisel im Gazastreifen
Die Terrororganisation Hamas hat zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ein Video einer im Gazastreifen festgehaltenen israelischen Geisel veröffentlicht. Die Aufnahme zeigt einen Mann, der auf Hebräisch in die Kamera spricht und flehentlich um seine Freilassung bittet, während er immer wieder verzweifelt die Hände hebt. Nach Angaben des israelischen Forums der Geiselfamilien handelt es sich bei der Geisel um Elkana Bohbot, der bereits am Montag in einem Hamas-Video zu sehen gewesen war.
12.03 Uhr: Rettungsorganisation: Neun Sanitäter im Gazastreifen verschollen
Neun Sanitäter des Rettungsdienstes Palästinensischer Roter Halbmond werden nach Angaben der Organisation seit einer Woche im Süden des Gazastreifens vermisst. Ihr Schicksal sei ungeklärt, nachdem sie zum Ziel israelischer Streitkräfte geworden seien, teilte der Rettungsdienst mit. Die israelischen Behörden hätten ein Rettungsteam daran gehindert, in dem Stadtviertel Tal al-Sultan nach den Vermissten zu suchen.
Ein Armeesprecher teilte auf Anfrage mit, bei einem Vorfall am Sonntag hätten sich mehrere Fahrzeuge auf verdächtige Weise - ohne Koordinierung und ohne Scheinwerferlicht - israelischen Truppen genähert. Soldaten hätten auf die Fahrzeuge geschossen und einige Mitglieder der Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad getötet. Eine erste Untersuchung habe ergeben, dass einige der Fahrzeuge Kranken- und Feuerwehrwagen gewesen seien. Die Armee sprach von Missbrauch von Krankenwagen für Terrorzwecke.
04.29 Uhr: Israelische Reservisten verweigern Rückkehr in Gaza-Krieg
Reservisten des israelischen Militärs verweigern örtlichen Medienberichten zufolge zunehmend die Rückkehr in den Krieg im Gazastreifen. Dem israelischen Fernsehsender "Kan" zufolge begründeten Dutzende Reservisten des Sanitätskorps ihre Weigerung in einem Schreiben unter anderem mit ethischen und rechtlichen Gründen sowie der Ausweitung des Kriegs "jenseits aller Vernunft". Das Schreiben wurde demnach von medizinischen Fachkräften unterschiedlicher militärischer Ränge unterzeichnet. Der Krieg schade der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten, dem sozialen Gefüge des Landes und dem langfristigen Überleben Israels, zitierte der Sender aus dem Schreiben.
Samstag, 29. März 2025
17.28 Uhr: World Central Kitchen - Mitarbeiter im Gazastreifen getötet
Die Hilfsorganisation World Central Kitchen hat den Tod eines freiwilligen Mitarbeiters im Gazastreifen vermeldet. Ein israelischer Luftangriff habe ihn in der Nähe einer Essensausgabe in der Stadt Gaza das Leben gekostet. Sechs weitere Menschen seien verletzt worden. Die Hilfsorganisation werde "unsere Feldküchen, soweit möglich, basierend auf täglichen Einschätzungen, weiter betreiben", hieß es in einer Mitteilung. Der genaue Angriffsort wurde darin nicht genannt. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht.
Am 1. April 2024 waren bei einem israelischen Angriff im Gazastreifen sieben Mitarbeiter von World Central Kitchen getötet worden - drei britische Staatsangehörige, ein Australier, ein polnischer Staatsangehöriger, ein amerikanisch-kanadischer Doppelstaatler und ein Palästinenser. Der Vorfall veranlasste mehrere Wohltätigkeitsorganisationen dazu, die Lieferung von Lebensmitteln in das Küstengebiet auszusetzen. Seit Anfang März blockiert Israel wieder Essens- und andere Hilfslieferungen in den Gazastreifen.
17.14 Uhr: UN - Israels Evakuierungsanordnungen in Gaza missachten Völkerrecht
Israels Evakuierungsanordnungen im Gazastreifen verstoßen nach Auffassung des UN-Menschenrechtsbüros gegen "die Anforderungen des humanitären Völkerrechts". Israel treffe zudem keine Maßnahmen, um der evakuierten Bevölkerung eine Unterkunft zu bieten, erklärte ein Sprecher. Außerdem stelle es nicht sicher, dass die Evakuierungen "unter zufriedenstellenden Bedingungen hinsichtlich Hygiene, Gesundheit, Sicherheit und Ernährung ablaufen".
16.40 Uhr: USA verhängen neue Sanktionen gegen Hisbollah
Die USA verhängen neue Sanktionen, die sich gegen die Hisbollah richten. Ins Visier genommen wird dabei das Finanz-Team der libanesischen Miliz, "das kommerzielle Projekte und Ölschmuggelnetzwerke leitet, die der Gruppe Einnahmen verschaffen", wie das Außenministerium mitteilte. Konkret betroffen von den Sanktionen sind demnach fünf Einzelpersonen und drei Einrichtungen, darunter Familienmitglieder und enge Vertraute prominenter Hisbollah-Vertreter.
15.55 Uhr: Netanjahu - "Werden überall im Libanon angreifen, wenn Israel bedroht ist"
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat zu den Angriffen im Libanon erklärt, Israel werde "keinen Beschuss unserer Gemeinden zulassen, nicht einmal den geringsten". In der von Netanjahus Büro verbreiteten Mitteilung hieß es weiter: "Wir werden den Waffenstillstand weiterhin energisch durchsetzen. Wir werden überall im Libanon angreifen, wenn der Staat Israel bedroht ist."
Eigentlich gilt seit November eine Waffenruhe. Die vom Iran unterstützte libanesische Hisbollah hatte Israel seit dem Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 mehr als ein Jahr lang mit Raketen beschossen. Sie wollte damit nach eigenen Angaben die Hamas im Gazastreifen unterstützen. Israel antwortete mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive.
15.42 Uhr: Libanons Regierung und Macron verurteilen israelische Angriffe
Libanons Ministerpräsident Nauaf Salam hat nach dem israelischen Luftangriff auf einen Vorort der Hauptstadt Beirut vor einer "gefährlichen Eskalation" gewarnt. Salam verurteilte die Angriffe auf "Zivilisten und sichere Wohngebiete", wie die Nachrichtenagentur NNA berichtete. Dort befänden sich auch Schulen und Universitäten. Israel müsse seine Verstöße gegen die Vereinbarung der Waffenruhe mit der Hisbollah einstellen und so schnell wie möglich verbleibende Truppen aus dem Libanon abziehen.
Nach einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Paris äußerte sich auch der libanesische Präsident Joseph Aoun. Er verurteile jeden Versuch, den Libanon wieder in eine "Spirale der Gewalt" zu stürzen, schrieb er auf X. Er rief die internationale Gemeinschaft auf, schnell zu handeln. Macron sagte, die Angriffe auf den Beiruter Vorort und die "Nichteinhaltung der Feuerpause" seien "einseitige Aktionen, die ein gegebenes Versprechen brechen und der Hisbollah in die Hände spielen". Es gebe keine Aktivitäten, "die diese Schläge rechtfertigen würden".
15.32 Uhr: Zentralrats-Präsident Schuster fordert Verbot von Al-Quds-Märschen
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat sich besorgt wegen der für Samstag angekündigten Al-Quds-Versammlungen geäußert. "Mit großer Sorge" blicke er auf "die angekündigten Aufmärsche in vielen deutschen Städten zum sogenannten Al-Quds-Tag", so Schuster in einer Mitteilung. Es sei "schon fast tragisch, dass muslimische Fanatiker – angestachelt aus dem Iran – diesen Anlass immer wieder nutzen, um Hass gegen Israel und Juden zu propagieren". Er rufe alle muslimischen Verbände auf, sich "aktiv gegen diesen Missbrauch ihres Glaubens zu positionieren".
Schuster forderet zudem das Verbot der sogenannten Al-Quds-Märsche. Er sei dankbar für die angekündigten Gegendemonstrationen wie beispielsweise in Berlin. Der Al-Quds-Tag wurde 1979 vom iranischen Revolutionsführer Ruhollah Chomeini ins Leben gerufen. Der Aktionstag gilt als Propagandainstrument des Regimes in Teheran und seiner weltweiten Netzwerke zur Massenmobilisierung gegen den jüdischen Staat Israel.
15.17 Uhr: Israel droht Libanon mit weiteren Angriffen
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat den Libanon vor weiteren Angriffe Israels gewarnt. Wenn es in der nordisraelischen Region Galiläa keine Ruhe gebe, "dann gibt es auch keine Ruhe in Beirut", sagte er. Israel werde für die Sicherheit der Bewohner im Norden des Landes sorgen "und mit aller Gewalt gegen jede Bedrohung vorgehen".
Die libanesische Regierung trage "direkte Verantwortung" für die Angriffe auf Nordisrael, erklärte Katz. "Ich sende der libanesischen Regierung eine klare Botschaft: Wenn Sie das Waffenruheabkommen nicht durchsetzen, werden wir es durchsetzen", erklärte er.Die israelische Regierung werde nicht zulassen, dass die Lage für die Bewohner der Region wieder so unsicher werde wie vor dem Hamas-Großangriff auf Israel vom 7. Oktober 2023.
14.46 Uhr: Libanons Präsident - Armee-Kontrolle wird auf ganzes Land ausgeweitet
Der Libanon ist seinem Präsidenten Joseph Aoun zufolge entschlossen, seine Armee zu stärken und seine Kontrolle auf das ganze Land auszuweiten. So solle die Spirale der Gewalt beendet werden, sagte Aoun nach einem israelischen Angriff auf die libanesische Hauptstadt Beirut. "Wir lehnen jeden Angriff auf den Libanon oder jeden verdächtigen, böswilligen Versuch ab, den Libanon wieder in den Kreislauf der Gewalt zu stürzen", sagte Aoun auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron in Paris: "Was geschieht, bestärkt unsere Entschlossenheit und unser Engagement, unser Land und unsere Armee aufzubauen und unsere Kontrolle über das gesamte Land auszuweiten."
14.21 Uhr: Mehrere Palästinenser bei Siedlerangriff im Westjordanland verletzt
Bei einem Angriff israelischer Siedler auf Dorfbewohner in der Region Masafer Jatta im Westjordanland sind israelischen Medienberichten zufolge mehrere Palästinenser verletzt worden. Anschließend habe die Armee in dem Dorf südlich von Hebron 26 palästinensische Männer festgenommen, hieß es weiter. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete, die Siedler hätten eine Gruppe von Schafhirten angegriffen. Unter den Verletzten seien auch zwei Kinder.
In den Dörfern von Masafer Jatta war es in den vergangenen Wochen wiederholt zu Angriffen gekommen. Dabei war vor wenigen Tagen der palästinensische Regisseur Hamdan Ballal Augenzeugen zufolge von israelischen Siedlern zusammengeschlagen und von der israelischen Armee vorübergehend festgenommen worden, dessen Film "No Other Land" mit dem diesjährigen Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet worden war.
14.09 Uhr: Huthi-Miliz meldet mehrere Verletzte bei US-Luftangriffen im Jemen
Die US-Armee hat nach Angaben der Huthi-Miliz neue Luftangriffe im Jemen geflogen. Dabei seien in der Nacht sieben Menschen verletzt worden, unter ihnen zwei Kinder, teilte das den Huthis unterstehende Gesundheitsministerium mit. Der von der Miliz kontrollierte Sender Al-Masirah TV berichtete von Angriffen auf den Flughafen von Sanaa und Teile des Stadtzentrums. Dabei seien "Häuser und Geschäfte beschädigt" worden.
Nach Angaben von Al-Masirah TV gab es zudem Angriffe im Norden des Landes, sowie auf Hodeida im Westen und Marib im Osten. Bei vorherigen US-Luftangriffen am Donnerstag waren nach Huthi-Angaben zwei Menschen getötet worden. Als Antwort feuerte die Miliz nach eigenen Angaben Raketen auf den US-Flugzeugträger "USS Harry S. Truman" und den israelischen Flughafen Ben Gurion ab.
14.05 Uhr: UN werfen Israel "Gräuelverbrechen" im Gazastreifen vor
Die israelische Blockade von Hilfsgütern für den Gazastreifen bedroht nach UN-Angaben die Versorgung der Bevölkerung. Das Welternährungsprogramm (WFP) habe noch 5.700 Tonnen Nahrungsmittel, die während der Feuerpause in das Gebiet gebracht worden seien, sagte der Sprecher des UN-Nothilfebüros (OCHA), Jens Laerke. Das reiche noch für höchstens zwei Wochen.
Laerke erhob schwere Vorwürfe gegen Israel. Man sei Zeuge "einer abscheulichen Missachtung des menschlichen Lebens und der Menschenwürde", sagte er: "Die Kriegshandlungen, die wir sehen, zeigen Merkmale von Gräuelverbrechen (atrocity crimes)." Damit sind im Völkerrecht Völkermord und Kriegsverbrechen gemeint. Laerke nannte als Beispiele Angriffe auf Krankenhäuser und die Vertreibung der Zivilbevölkerung. Die Menschen könnten nirgends hin, wo sie sicher sind und Nahrung finden. "Nichts kann die kollektive Bestrafung des palästinensischen Volkes rechtfertigen", sagte Laerke.
14.00 Uhr: Noch keine Berichte über Opfer nach Angriff auf Vorstadt von Beirut
Nach dem Luftangriff Israels auf einen Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut gibt es noch keine Berichte über Tote oder Verletzte. Es seien zwei Explosionen zu hören gewesen, berichteten Reporterinnen der DPA vor Ort. Auf einem vielfach geteilten Video in sozialen Medien, das den Angriff zeigen soll, ist zu sehen, dass mindestens ein Gebäude zerstört wurde. Der libanesische TV-Sender Al-Dschadid berichtete von zwei zerstörten Gebäuden.
Die israelische Luftwaffe erklärte, man habe ein Drohnenlager der Hisbollah-Miliz in den als Dahija bekannten Vororten angegriffen. Zuvor waren Kampfflugzeuge am Himmel zu sehen. Der TV-Sender der Hisbollah, Al-Manar, meldete, dass es vor dem Angriff mehrere Warnschläge mit Drohnen gegeben habe. Am Morgen hatte die israelische Armee Beschuss aus dem Libanon gemeldet. Eine Rakete sei abgefangen worden, eine andere auf libanesischem Boden gelandet. Die Hisbollah wies die Verantwortung dafür zurück.
13.34 Uhr: Libanesischer Präsident wirft Israel Verstoß gegen Waffenruhe vor
Der libanesische Präsidenten Joseph Aoun hat Israel vorgeworfen, erneut gegen die im November vereinbarte Waffenruhe zu verstoßen. Der jüngste Angriff auf südliche Vororte von Beirut belege das, postete sein Büro auf X. Aoun hält sich zu einem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Paris auf. Macron verurteilte den Angriff. Er spiele der Hisbollah in die Hände. Es seien bereits Fortschritte bei der Entwaffnung der Miliz erzielt worden.
12.33 Uhr: Libanon und Syrien unterzeichnen Grenzabkommen
Der Libanon und Syrien haben ein Abkommen für mehr Sicherheit an der gemeinsamen Grenze ihrer Länder unterzeichnet. Der libanesische Verteidigungsminister Michel Menassa und sein syrischer Kollege Murhaf Abu Kasra trafen sich am Donnerstag im saudiarabischen Dschidda, um Fragen der "Sicherheit und Stabilität zwischen Syrien und dem Libanon" zu erörtern, wie die saudiarabische Nachrichtenagentur SPA nun berichtete. Dabei sei das Abkommen über die Grenzsicherheit unterzeichnet worden.
Die Gewalt an der Grenze zwischen dem Libanon und Syrien war Anfang März aufgeflammt, nachdem die neuen Behörden in Syrien die Hisbollah-Miliz im Libanon beschuldigt hatten, drei ihrer Soldaten in den Libanon entführt und getötet zu haben. Die pro-iranische Miliz, die ein Verbündeter des im Dezember gestürzten syrischen Machthabers Baschar al-Assad war, wies den Vorwurf zurück.
12.19 Uhr: Israel greift erstmals seit Waffenruhe den Süden Beiruts an
Israel hat libanesischen Medienberichten zufolge erstmals seit der Waffenruhe wieder den Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur ANI meldete, griffen israelische Kampfflugzeuge das dichtbesiedelte Viertel Hadath an. Zuvor hatte die israelische Armee die Einwohner von Hadath aufgefordert, eine dortige Gegend rund um "Einrichtungen der Hisbollah-Miliz" zu verlassen. Daraufhin brach in dem Gebiet Berichten zufolge Panik aus. Eltern hasteten zu den Schulen, um ihre Kinder abzuholen. Auf den Straßen, die aus dem Süden der Stadt herausführten, bildeten sich lange Staus
Im Video: Luftangriff auf Beirut
Rauchwolken über dem Süden von Beirut nach israelischen Angriffen
11.40 Uhr: Israel erlässt Evakuierungsaufforderung für Süden von Beirut
Israel hat Bewohner der südlich der libanesischen Hauptstadt Beirut gelegenen Gemeinde Hadath aufgefordert, die Gegend zu verlassen. In einem Post eines Militärsprechers auf der Plattform X wurde ein Gebäude im Vorort Hadath markiert. Anwohner sollten sich davon entfernen, es handle sich um ein Gebäude, das von der proiranischen Hisbollah-Miliz genutzt werde. Für gewöhnlich folgt auf solch eine Warnung ein Luftangriff.
In denen als Dahija bekannten Vororten der Hauptstadt brach Augenzeugen zufolge Panik aus. Es seien Schüsse in die Luft gefeuert worden, um die Anwohner zu warnen. Eltern hätten ihre Kinder in Panik aus umliegenden Schulen abgeholt, Menschen flüchteten in Autos und zu Fuß.
10.44 Uhr: Israels Armee fliegt nach Raketen-Beschuss Luftangriffe im Libanon
Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge als Reaktion auf Raketenbeschuss aus dem Libanon erneut Luftangriffe auf das Nachbarland geflogen. Die Armee greife "derzeit Terrorziele der Hisbollah im Südlibanon an", erklärte das Militär. Am Morgen war Israel eigenen Angaben zufolge aus dem Libanon angegriffen worden.
08.44 Uhr: Israels Armee - Zwei Raketen aus dem Libanon abgefeuert
Der Norden Israels ist nach Militärangaben mit zwei Raketen aus dem Libanon beschossen worden. Eine von ihnen sei abgefangen worden, die andere auf libanesischem Boden gelandet, schrieb ein israelischer Armeesprecher auf der Plattform X. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, Israel habe im Gegenzug mehrere Dörfer im Südlibanon beschossen. Demnach waren über dem Gebiet sowie über der libanesischen Hauptstadt Beirut auch israelische Drohnen zu hören.
06.59 Uhr: Israel meldet abgefangenes Geschoss aus dem Libanon
Israel hat eigenen Angaben zufolge ein aus dem Libanon abgefeuertes Geschoss abgefangen. Ein zweites sei im Libanon niedergegangen, teilt das israelische Militär mit. Der Libanon sei für den Raketenbeschuss auf die Region Galiläa verantwortlich, sagt Verteidigungsminister Israel Katz. "Wir werden die Sicherheit der Bewohner Galiläas gewährleisten und gegen jede Bedrohung energisch vorgehen", teilt er mit.
04.15 Uhr: Vermittlungen für neue Waffenruhe gehen weiter
Momentan gehen die Vermittlungen für eine neue Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas weiter. auch Ägypten hat einen Vorschlag vorgelegt. Dieser sehe vor, dass die Hamas im Gegenzug für eine Einstellung der Kämpfe alle fünf bis sieben Tage fünf Geiseln freilässt, schrieb die "Times of Israel". Zudem würden Verhandlungen über eine dauerhafte Beendigung des Krieges zugesichert, hieß es. Die drei Vermittlerstaaten hatten nach langwierigen Bemühungen bereits eine Waffenruhe vermittelt, die im Januar in Kraft getreten war. Doch nachdem sich Israel und die Hamas nicht auf eine Fortsetzung einigen konnten, greift Israels Armee seit Tagen wieder massiv in Gaza an.
04.15 Uhr: "Hamas raus"-Rufe bei Protesten in Gaza
In Gaza demonstrierten Anwohnern zufolge am nunmehr dritten Tag in Folge Hunderte Menschen gegen die Herrschaft der Hamas sowie den Krieg. Bei den Protesten hätten Palästinenser einen Abzug der Terrororganisation gefordert, berichteten Augenzeugen der Deutschen Presse-Agentur. In sozialen Medien verbreitete Aufnahmen sollen Demonstranten mit Schildern zeigen, auf denen etwa "Hamas raus" und "Hamas sind Terroristen" steht. Am Mittwoch waren Augenzeugen zufolge sogar Tausende durch die Straßen gezogen. Proteste gegen die Hamas hatte es zuvor nur selten gegeben. Die Islamistenorganisation ist dafür bekannt, mit großer Härte gegen interne Gegner vorzugehen.
01.35 Uhr: Landesweite Proteste in Israel gegen Netanjahus Regierung
In Israel haben am Donnerstagabend Tausende Menschen gegen die Verabschiedung eines umstrittenen Gesetzes protestiert, das gewählten politischen Amtsträgern mehr Macht bei der Ernennung von Richtern einräumt. "Die Regierung will, dass wir die Geiseln vergessen, sie will den Chef des Schin Bet entlassen", sagte Ex-Generalmajor Noam Tibon in einer Rede bei einer Großkundgebung in Tel Aviv mit Blick auf den Hamas-Überfall am 7. Oktober 2023 und die Entlassung von Inlandsgeheimdienstchef Ronen Bar: "Aber sie hat nicht die Macht, das zu tun, wenn wir wie eine Mauer zusammenstehen."
Auch in anderen israelischen Städten gingen die Menschen auf die Straße. In Jerusalem wandte sich der Ex-Polizeichef und Netanjahu-Kritiker Roni Alscheich mit den Worten an die Demonstranten: "Ihr werdet diejenigen sein, die den Staat Israel retten."