Die wichtigsten News zum Ukraine-Krieg im Überblick
- Kiew - Russen wollen Kräfte um 150.000 Soldaten aufstocken (22.42 Uhr)
- Polen will 2026 fünf Prozent für Verteidigung ausgeben (15.49 Uhr)
- Massiver russischer Drohnenangriff auf Charkiw (11.39 Uhr)
- Kallas - EU deckt Hälfte des ukrainischen Munitionsbedarfs (08.41 Uhr)
- Elf weitere verschleppte ukrainische Kinder wieder zu Hause (02.36 Uhr)
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Mit Informationen der ARD-Korrespondentinnen und -Korrespondenten sowie der Nachrichtenagenturen AFP, AP, dpa, epd, KNA und Reuters. Zum Teil lassen sich die Angaben nicht unabhängig überprüfen.
23.42 Uhr: Kremlbeauftragter führt erstmals Gespräche in Washington
Erstmals seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wirbt ein Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin in Washington bei Treffen mit US-Spitzenbeamten um eine teilweise Aufhebung der Sanktionen. Der Chef des staatlichen Russischen Fonds für Direktinvestitionen (RFDI), Kirill Dmitrijew, teilte nach seiner Ankunft in seinem Telegram-Kanal einen Medienbericht, nach dem Moskau US-Präsident Donald Trump gebeten habe, "einige der Sanktionen aufzuheben - im Rahmen der Verhandlungen über eine Waffenruhe unter Vermittlung der USA".
Auf Nachfrage einer Journalistin bestätigte Trump die Anwesenheit eines russischen Gesandten in Washington - einen Namen nennen wollte er aber nicht.
Derzeit steckten die Gespräche zur Ukraine in der Sackgasse, hieß es in dem von Dmitrijew geteilten Bericht, nach dem Trump sauer sei über fehlende Fortschritte. Putin hatte sich bei einem Telefonat mit Trump im März zu einer Waffenruhe bereit erklärt - er stellte aber Bedingungen, darunter auch die Aufhebung einiger Sanktionen.
Der amerikanisch-russische Handel habe vor dem Krieg im Jahr 2021 einen Umfang von 35 Milliarden US-Dollar gehabt. Wegen der im Zuge des Krieges gegen die Ukraine eingeführten US-Sanktionen sei er voriges Jahr auf 3,5 Milliarden US-Dollar gesunken.
22.40 Uhr: Kiew - Russen wollen Kräfte um 150.000 Soldaten aufstocken
Die Ukraine rechnet nach Angaben des Präsidentenbüros damit, dass Russland seine Truppen im Angriffskrieg in diesem Jahr um 150.000 Mann aufstocken wird. "Die Russen haben jetzt keine Probleme, Personal zu rekrutieren", sagte Pawlo Palissa, Vizechef der Kanzlei von Präsident Wolodymyr Selenskyj, in Kiew.
Dies entspreche etwa 15 mechanisierten Infanterie-Divisionen. Zwar könnten diese frischen Kräfte nicht alle gleich zum Einsatz kommen, sagte der Oberst dem Rundfunksender Suspilne. Der Druck der Russen an der Front werde aber rasch zunehmen.
Bisher setzt Moskau nach Angaben Selenskyjs vom Januar etwa 600.000 Mann im Krieg ein, die an der Front im Osten und Süden der Ukraine ein Übergewicht haben. Nach Monaten des stetigen Vordringens in der Ostukraine ist die russische Offensive zuletzt langsamer geworden. Allerdings rechnet das ukrainische Militär für die kommenden Wochen wieder mit russischen Offensiven an vielen Abschnitten der Front.
20.02 Uhr: Selenskyj - Kursk-Vorstoß trotz Rückzug Erfolg
Trotz des weitgehenden Rückzugs ukrainischer Truppen aus der russischen Region Kursk sieht Präsident Wolodymyr Selenskyj den Vorstoß auf Feindgebiet als Erfolg. "Es ist absolut fair, den Krieg dorthin zu verlagern, wo er herkommt", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft.
Er zeichnete das Video nach eigenen Angaben in der ukrainischen Grenzregion Sumy auf, von der aus die Ukrainer im August 2024 auf russisches Gebiet vorgedrungen waren. Mit den Kommandeuren der noch in Kursk kämpfenden Einheiten habe er besprochen, welche Ausrüstung und Unterstützung sie benötigten. "Wir arbeiten daran, unsere Stellungen zu schützen", sagte Selenskyj.
Der schnelle Vorstoß hatte 2024 die Stimmung in der Ukraine gehoben. Doch die Kiewer Hoffnung erfüllte sich nicht, in Friedensverhandlungen besetztes Gebiet eintauschen zu können. Unabhängigen ukrainischen Militärexperten zufolge erlitten beide Seiten ähnlich hohe Verluste, was für die Ukrainer schwerer wiegt als für die Russen. Die eingesetzten Truppen fehlten der Ukraine 2024 zur Abwehr der russischen Offensive im Osten bei Pokrowsk.
19.30 Uhr: Ukraine verlangt von Nato stärkeren Druck auf Putin
Die Ukraine verlangt von der Nato stärkeren Druck auf Russland zur Umsetzung einer Friedenslösung. Während sein Land den US-Vorschlag für einen 30-tägigen Waffenstillstand ohne Vorbedingungen angenommen habe, stelle der russische Präsident Wladimir Putin Bedingungen, sagte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha vor Beratungen mit seinen Nato-Kollegen bei einem Auftritt mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Brüssel. "Dies ist ein historischer und entscheidender Moment für die Zukunft der Ukraine und Europas", sagte Sybiha. Angesichts der Diskussion über die von US-Präsident Donald Trump verkündeten neuen Handelszölle warnte er, man dürfe "nicht vergessen, dass in Europa ein echter Krieg tobt. Russland bleibt eine existenzielle Bedrohung für Europa."
18.37 Uhr: US-General: Mehr als 4.000 russische Panzer im Ukraine-Krieg zerstört
Russland hat nach US-Angaben im Krieg gegen die Ukraine bislang mehr als 4000 Panzer verloren. Die Zahl zerstörter Panzer entspreche beinahe dem US-Kontingent an Panzern, sagte der oberste US-General in Europa, Christopher Cavoli, am Donnerstag in einer Anhörung im Streitkräfteausschuss des US-Senats in Washington.
Der Offizier wurde von den Senatoren gefragt, welche Konsequenzen es für die ukrainische Armee haben würde, wenn die USA ihre Militärhilfe und ihre Unterstützung mit Geheimdienstinformationen weiter herunterfahren würden. "Das würde sicherlich einen schnellen und schädlichen Effekt hinsichtlich ihrer Kampfkraft haben", sagte Cavoli.
Die ukrainischen Streitkräfte seien auf die US-Unterstützung angewiesen, um russische Raketen abzufangen, und bräuchten die Geheimdienstinformationen, um russische Kommandoposten und Logistik zu treffen.
18.12 Uhr: Nato - Rund 900.000 russische Soldaten getötet oder verletzt
Die russischen Verluste im Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach Einschätzung der Nato zuletzt weiter erheblich gestiegen. Ein ranghoher Nato-Beamter sprach in Brüssel am Rande eines Außenministertreffens von bis zu 250.000 Toten. Insgesamt bezifferte er die Zahl der getöteten oder verletzten russischen Soldaten auf etwa 900.000. Allein für Februar wird von mehr als 35.100 russischen Verlusten ausgegangen. Mit Verluste sind immer getötete oder verletzte Soldaten gemeint.
Die Zahl der im Einsatz für Russland getöteten Soldaten aus Nordkorea bezifferte er auf rund 1500. Etwa 3500 weitere wurden demnach verwundet. Die Gesamtzahl der in der russischen Grenzregion Kursk stationierten Nordkoreaner gab der Nato-Beamte mit rund 11.000 an. 3.500 weitere wurden den Angaben zufolge im Januar und Februar zu Trainingszwecken nach Russland geschickt.
17.49 Uhr: Zwei Tote nach Handgranatenexplosion in Kiew
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind zwei Menschen durch eine Handgranate getötet worden. Die Explosion ereignete sich in einem Geschäft, wie die Polizei mitteilte. Die zwei getöteten Männer waren demnach 59 und 60 Jahre alt. Es wurden Ermittlungen wegen vorsätzlichen Mordes und illegalen Umgangs mit Waffen, Munition oder Sprengstoff eingeleitet.
Die Ukraine wehrt sich seit über drei Jahren gegen eine russische Invasion. Bereits vorher waren in dem Land wegen des 2014 ausgebrochenen Konflikts mit den von Moskau unterstützten Separatisten im ostukrainischen Donbass viele illegale Waffen im Umlauf.
17.43 Uhr: Russe zu 14 Jahren Haft wegen Sabotage zugunsten der Ukraine verurteilt
In Russland hat ein Gericht in der Region Wolgograd einen 23-Jährigen wegen Eisenbahnsabotage zugunsten der Ukraine zu 14 Jahren Haft verurteilt. Im Urteil des Gerichts hieß es am Donnerstag, der Mann sei mit der russischen Offensive in der Ukraine "nicht einverstanden" gewesen und habe im Auftrag des ukrainischen Geheimdiensts SBU gehandelt.
Der Angeklagte soll an einer Einrichtung der Bahn Feuer gelegt und in den Monaten zuvor mit einem SBU-Agenten per Brief in Kontakt gestanden haben. Nach Angaben des Gerichts bekannte sich der 23-Jährige schuldig.
Seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine im Februar 2022 wurden wiederholt Anschläge auf die russische Eisenbahninfrastruktur verübt. Am Mittwoch hatte ein Gericht in der westrussischen Region Saratow bereits zwei 24-jährige Männer ebenfalls wegen Bahnsabotage zu zwölf und 14 Jahren Haft verurteilt.
Seit Beginn der Offensive in der Ukraine wurden in Russland tausende Kritiker der Offensive von den russischen Behörden unter Druck gesetzt, bestraft oder inhaftiert. Unter anderem werden sie wegen "Spionage", "Verrat", "Sabotage", "Extremismus" oder "Diskreditierung der Armee" verfolgt.
16.38 Uhr: Rüstungsexporte im neuen Jahr deutlich gesunken
Der Wert der genehmigten Rüstungsexporte ist im ersten Quartal dieses Jahres deutlich gesunken - von 5,2 auf 1,5 Milliarden Euro, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit.
Es wurden in den ersten drei Monaten dieses Jahres Kriegswaffen im Wert von rund 846 Millionen Euro und sonstige Rüstungsgüter wie Fahrzeuge oder Navigationstechnik im Wert von rund 621 Millionen Euro exportiert. Das meiste Kriegsgerät ging erneut an die Ukraine, für die Rüstungsexporte im Wert von rund 573 Millionen Euro genehmigt wurden - das entspricht etwa 39 Prozent des Gesamtwertes.
Rund 1,18 Milliarden Euro und damit fast 80 Prozent des Gesamtwerts entfielen dem Wirtschaftsministerium zufolge auf Ausfuhren in EU-, Nato- und der Nato gleichgestellte Länder, die Republik Korea und Singapur sowie auf Exporte zur Unterstützung der Ukraine. Etwa 20 Prozent (rund 291 Millionen Euro) entfielen auf sonstige Drittländer.
Zu den Ländern, die im ersten Quartal die höchsten Werte deutscher Rüstungsgüter importierten, gehören neben der Ukraine auch Katar, Estland, Slowakei, Schweden und die Schweiz.
15.49 Uhr: Polen will 2026 fünf Prozent für Verteidigung ausgeben
Im kommenden Jahr will Polen fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung ausgeben. Das teilte Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz nach einem Treffen der EU-Ressortchefs in Warschau mit. Für dieses Jahr plant das Land Ausgaben in Höhe von 4,7 Prozent des BIP. Aktuell liegt die Nato-Quote bei zwei Prozent, US-Präsident Donald Trump hat fünf Prozent als Ziel ausgegeben.
Massiver Russischer Drohenangriff auf Charkiw
Schäden durch Drohnenangriff auf Charkiw
11.39 Uhr: Massiver Drohnenangriff auf Charkiw
Einen massiven Angriff mit 15 Drohnen gab es nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow auf die östliche Millionenstadt Charkiw. Dabei seien acht Menschen verletzt worden. Der Angriff galt dem Zivilschutz zufolge Gebäuden ziviler Unternehmen, jedoch wurden auch anliegende Wohnhäuser beschädigt.
Nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr griff Russland mit 74 Drohnen und Drohnenattrappen an. Davon seien 41 abgeschossen worden.
08.41 Uhr: Kallas - EU deckt bereits Hälfte des ukrainischen Munitionsbedarfs
Der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas zufolge deckt die EU bereits die Hälfte des Bedarfs an Munition der Ukraine. "Wir müssen der Ukraine so schnell wie möglich die Hilfe zukommen lassen. Präsident Selenskyj hat gesagt, dass sie fünf Milliarden brauchen, um mindestens zwei Millionen Schuss zu haben", sagte sie vor dem Gipfel der EU-Verteidigungsminister in Warschau. Die Hälfte des Bedarfs sei bereits gedeckt.
04.08 Uhr: Nato-Außenminister treffen sich in Brüssel
Vor dem Hintergrund der Debatte über die künftige Rolle der USA in der Nato kommen ab Donnerstag die Außenministerinnen und Außenminister des Verteidigungsbündnisses zu einem zweitägigen Treffen in Brüssel zusammen. Nato-Generalsekretär Mark Rutte und US-Außenminister Marco Rubio werden das Treffen gegen 11.15 Uhr eröffnen. Für Deutschland nimmt Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) teil. Bei dem Treffen dürfte es zudem um die Lage in der Ukraine und die Verhandlungen um eine Waffenruhe gehen, die Washington derzeit mit Moskau und Kiew führt.
EU-Parlament (Archivbild)
02.36 Uhr: Elf weitere verschleppte ukrainische Kinder wieder zu Hause
Der Stabschef von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Andrij Jermak, teilt mit, dass elf weitere nach Russland verschleppte ukrainische Kinder nach Hause gebracht wurden. "Im Rahmen der Bring Kids Back UA-Initiative des ukrainischen Präsidenten wurden weitere elf ukrainische Kinder aus den vorübergehend besetzten Gebieten (der Ukraine) und dem Gebiet der Russischen Föderation zurückgebracht", schrieb Jermak in der Messaging-App Telegram. Er dankte dem Büro des ukrainischen Ombudsmannes für seine Hilfe bei der Rückführung der Kinder. Von den russischen Behörden gab es keine unmittelbare Stellungnahme.
Donnerstag, 3. April 2025
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