116 Projekte mit 159 Teilnehmerinnen und Teilnehmern hatten sich über die Ausscheidungen auf Regional- und Landesebene für das Bundesfinale von "Jugend forscht" in Herzogenaurach qualifiziert. Als Gastgeber fungierte der Automobilzulieferer Schaeffler, der Bundespatenunternehmen des Wettbewerbs ist. Die Schülerinnen und Schüler aus Bayern überzeugten in vielen Fachbereichen.
Von 19-Jährigen entwickelt: KI schaltet Telefonbetrüger aus
Die Innovativste Arbeit hat nach Ansicht der Jury der 19-jährige Vincent Nack vom Staatlichen Gymnasium Höhenkirchen-Siegertsbrunn präsentiert. Er hat ein KI-gestütztes System entwickelt, das vor Telefonbetrug schützen soll. Seine Software prüft Gesprächsinhalte vollautomatisch und kann Täuschungen wie den Enkeltrick oder Schockanrufe in Echtzeit erkennen.
"Das System kann Maßnahmen ergreifen wie zum Beispiel auflegen, bevor etwas Schlimmeres passiert und ein Schaden entsteht", erklärte Nack im BR-Interview. Das System arbeitet lokal auf einem Rechner, der zuhause in den Router eingesteckt wird. Der junge Forscher hofft auf eine Kooperation mit der Polizei und Unternehmen.
Mehr Effizienz für KI-Systeme - dank "Übersetzer" von Schüler Malte
Bundessieger im Bereich Mathematik ist der 15-jährige Malte Rauschenbach vom Franz-Marc-Gymnasium Markt Schwaben. Er entwickelte eine Art Übersetzer, der KI-Modelle energiesparend und effizient in lokale Hardware überträgt, da künstliche Intelligenz (KI) bislang meist in großen, energieintensiven Rechenzentren läuft.
"Der Nutzen ist, dass die Arbeit heutzutage von Entwicklungsteams übernommen wird, die sehr lange brauchen, die Hardware zu entwickeln, da das ein sehr aufwändiger und teurer Prozess ist, den ich automatisiere", erklärte Rauschenbach dem BR.
Hitzeresistente Metalllegierung aus Neubiberg
Auch drei Schüler des Gymnasiums Neubiberg dürfen jubeln: Levi Jekic, Lennart Antritter und Alexander Kluge haben eine Metallverbindung aus Bismut, Zinn, Zink und Aluminium entwickelt. Diese verhindert, dass die Legierung bei hohen Temperaturen spröde und brüchig wird, erklärt Levi Jekic im BR-Interview: "In Chemikalienschränken könnte das umgesetzt werden, oder auch in Kesseln, welche nicht überhitzt werden dürfen. Oder in sämtlichen weiteren Sparten wie der Automobilindustrie."
Erfinder Stefan: Mobiles Überprüfen von digitalen Messgeräten
Der 20-jährige Stefan Weiß aus Hauzenberg hat einen tragbaren Multifunktionskalibrator erfunden. Dieser ermöglicht es, digitale Messgeräte, sogenannte Multimeter, einfach und präzise zu testen. Eine Anwendung mit hohem Praxisbezug im Handwerk, so die Jury. Dafür erhielt der Schüler der staatlichen Berufsschule Deggendorf den Bundespreis im Bereich Technik.
"Jugend-forscht-Schule des Jahres" mit großem Engagement im MINT-Bereich
Geehrt wurde auch das Hanns-Seidel-Gymasium Hösbach: Es ist "Jugend-forscht-Schule des Jahres 2026". Das Gymnasium im Landkreis Aschaffenburg engagiere sich in außergewöhnlicher Weise für die "MINT"-Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, begründete die Jury. "Jugend forscht" ist ein bundesweiter Nachwuchswettbewerb, der junge Menschen für die MINT-Fächer begeistern und sie in ihrer beruflichen Orientierung unterstützen soll.
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