Beißen sie zu, tauchen einige Stunden später viele kleine, rote, stark juckende Pusteln auf, die dicht nebeneinander liegen. Das sind aber keine Mückenstiche, sondern Bisse von Grasmilben-Larven. Die jucken besonders stark und es kann bis zu zwei Wochen dauern, bis sich die Pusteln wieder verabschieden. In den Landkreisen Weißenburg-Gunzenhausen und Ansbach herrscht aktuell eine Grasmilben-Plage.
Grasmilben bevorzugen aktuelle Witterung
Das Problem: Es ist heiß und trocken - und genau diese Witterung lieben Grasmilben. Wie das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen mitteilt, halten sich die winzigen Larven bevorzugt in Wiesen, Gärten, Parks und an Wegrändern auf. Dabei stechen die Plagegeister nicht, sondern ritzen die oberste Hautschicht an und nehmen Gewebsflüssigkeit auf. Das führt zu stark juckenden Hautveränderungen, so das Landratsamt.
Grasmilben, Eichenprozessionsspinner und Badedermatitis
Grasmilbenbisse lassen sich nur schwer vermeiden – sowohl für Erwachsene, als auch für Kinder, die draußen spielen. Deshalb klagen immer mehr Menschen seit einiger Zeit über juckende Hautausschläge. Mögliche Ursachen können neben den Grasmilben auch Eichenprozessionsspinner oder Zerkarien-Dermatitis ("Badedermatitis") sein, erklären die zuständigen Landratsämter.
Die Beschwerden seien zwar in der Regel unangenehm, jedoch meist gesundheitlich nicht schwerwiegend. In seltenen Fällen können Eichenprozessionsspinner Atembeschwerden auslösen. Bei leichtem Verlauf klingen die Beschwerden meist innerhalb weniger Tage von selbst ab, so die Landratsämter.
Überlaufene Apotheken – bald Lieferengpässe?
Die vielen Hautausschläge sorgen in den Apotheken für einen echten Ansturm: "Wir merken das in der Apotheke aktuell ganz deutlich, vor allem seit letzter Woche. Seit einigen Tagen kommen ganz viele Menschen mit stark juckenden Hautausschlägen, auch Rötungen und Schwellungen", erklärt Apothekerin Carole Holzhäuer, Inhaberin der Anthemis-Apotheke im Landkreis Ansbach. "Wir beraten dann je nach Beschwerden zu kühlenden Gelen, Antihistaminika, wie Fenistil oder cortisonhaltigen Cremes", erklärt Holzhäuer weiter.
Ob es schon bald zu Lieferengpässen kommt? Das verneint die Apothekerin. "Die Antiallergika und Hautpräparate sind zurzeit sehr gut verfügbar. Wir haben ganz viel Vorrat gekauft, damit wir die Bevölkerung gut versorgen können".
Tipps vom Gesundheitsamt und der Apotheke
Um die Beschwerden so gering wie möglich zu halten, empfehlen die zuständigen Gesundheitsämter folgende Maßnahmen: den Einsatz von Insektensprays, möglichst geschlossene Schuhe und Kleidung bei Aufenthalten im hohen Gras, direkt duschen sowie Kleidung wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen. Außerdem sollen befallene Eichen und abgesperrte Bereiche gemieden werden, um nicht mit den Brennhaaren der Eichenprozessionsspinner in Kontakt zu kommen.
Nach dem Baden sollte man den Körper sofort gründlich abtrocknen und längere Aufenthalte in flachen Uferzonen vermeiden. Apothekerin Carole Holzhäuer empfiehlt zudem, nach Aufenthalten im Grünen auf Hautreaktionen zu achten, um frühzeitig zu handeln, bevor sich die Beschwerden verschlimmern.
Dieser Artikel ist erstmals am 26.06.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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