Bis Dezember 2026 müssen Fahrgäste deshalb mit Schienenersatzverkehr und längeren Fahrzeiten rechnen.
Bis Dezember 2026 müssen Fahrgäste deshalb mit Schienenersatzverkehr und längeren Fahrzeiten rechnen.
Bild
Bis Dezember 2026 müssen Fahrgäste deshalb mit Schienenersatzverkehr und längeren Fahrzeiten rechnen.
Bildrechte: Martin Gruber/BR
Schlagwörter
Bildrechte: Martin Gruber/BR
Videobeitrag

Bis Dezember 2026 müssen Fahrgäste deshalb mit Schienenersatzverkehr und längeren Fahrzeiten rechnen.

Videobeitrag
>

Großbaustelle Obertraubling – Passau: Busse statt Züge

Großbaustelle Obertraubling – Passau: Busse statt Züge

Seit dem 14. Juni ist die Bahnstrecke zwischen Obertraubling und Passau weitgehend gesperrt. Die Deutsche Bahn saniert Gleise, Weichen und Bahnhöfe. Bis Dezember 2026 müssen Fahrgäste deshalb mit Schienenersatzverkehr und längeren Fahrzeiten rechnen.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Niederbayern und Oberpfalz am .

Am Sonntagabend um 21 Uhr hat die Deutsche Bahn die zweite Runde der Korridorsanierung begonnen. Die Strecke zwischen Obertraubling bei Regensburg und Passau gilt als eine der wichtigsten Bahnachsen in Bayern und ist auch für den internationalen Güterverkehr zentral. Für Reisende bedeutet das bis 12. Dezember 2026: gesperrte Abschnitte, Umleitungen und zahlreiche Ersatzbusse.

Was auf der Strecke passiert

Die Bahn erneuert den Streckenabschnitt in großem Stil. Insgesamt sollen rund 120 Kilometer Gleise, 140 Weichen und 90 Kilometer Oberleitungen modernisiert werden. Auch elektronische Stellwerke und zusätzliche Weichenverbindungen werden installiert. Entlang der Strecke werden zudem acht Bahnhöfe modernisiert, mit Fokus auf Barrierefreiheit.

In Osterhofen im Kreis Deggendorf und Radldorf im Kreis Straubing-Bogen entstehen dabei komplett barrierefreie Stationen mit neuen Unterführungen, Aufzügen und erhöhten Bahnsteigen. Besonders komplex sind die Arbeiten an einer Moorstelle bei Osterhofen, wo Torf und Grundwasser den Untergrund bisher instabil machen. Dieser soll nun mit Zement verfestigt werden.

Statt zahlreicher kleinerer Baustellen, soll das gesamte Bauvorhaben als groß angelegte Korridorsanierung umgesetzt werden. Aslihan Gebhart, Leiterin der Generalsanierung, sieht darin Vorteile: "Wir bündeln die Maßnahmen und machen die Schiene robust und fit für die Zukunft."

Fernverkehr: Umleitungen und Schnellbusse

Im Abschnitt Obertraubling – Passau ist der Personenverkehr in dieser Zeit weitgehend gesperrt. Fernzüge werden großräumig umgeleitet. Somit halten in Passau, Plattling und Straubing bis 12. Dezember keine Fernverkehrszüge, der Hauptbahnhof Regensburg soll ab 11. Juli dagegen wieder angebunden werden.

Verbindungen zwischen Deutschland und Österreich führen in dieser Zeit über alternative Routen: etwa über Simbach am Inn und Salzburg. Fernreisende aus Passau können einen schnellen Ersatzbus mit drei Fahrten pro Tag und Richtung nutzen. Dieser verkehrt bis 10. Juli zwischen Passau und Nürnberg, danach zwischen Passau und Regensburg. Neben einem gültigen Fernverkehrsticket ist eine Sitzplatzreservierung vorgeschrieben.

Phase bis 10. Juli: Zwei Großbaustellen gleichzeitig

Besonders komplex ist die erste Bauphase bis 10. Juli, da sich hier die Korridorsanierung Obertraubling – Passau mit der bereits laufenden Generalsanierung Nürnberg-Regensburg überschneidet.

Busunternehmer Björn Seine aus Tiefenbach-Haselbach im Landkreis Passau hat für den Schienenersatzverkehr einen zusätzlichen Bus gekauft und zwei Fahrer eingestellt. Insgesamt sind in dieser Zeit bis zu 140 Busse auf sechs Linien im Einsatz. In der Spitze legen sie rund 60.000 Kilometer pro Tag zurück. Auf einzelnen Strecken fahren pro Stunde mehrere Busse, in den Hauptverkehrszeiten zusätzlich Express- und Verstärkerfahrten.

Knotenpunkt Plattling komplett gesperrt

Während die Regionalzüge zwischen Ingolstadt und Regensburg wieder regulär unterwegs sind, ist der Knotenpunkt Plattling für den Regionalverkehr komplett gesperrt. Linien werden durch Busse ersetzt, die den niederbayerischen Ort unter anderem mit Landau und Passau verbinden.

Zwischen Straubing und Regensburg fahren vorerst noch Züge. Ziel ist, alle Orte anzubinden, an denen sonst auch Regionalzüge halten. Die Linienführung der Busse weicht davon aber teilweise deutlich ab. Laut Bahn-Referentin Frederike Geyer verkürzt sich durch zentralere Haltestellen die Gehzeit für Fahrgäste, die Fahrzeiten verlängern sich jedoch.

Für Geyer ist das "wie ein Puzzlespiel": "Wir haben die Nahverkehre vom Zug und müssen diese auf die Straße bringen. Da gibt es viele Abstimmungen mit den Kommunen und den Straßenbehörden."

Weitere Bauphasen im Regionalverkehr

Ab 10. Juli beginnt die zweite Bauphase. Dann fallen zwischen Regensburg, Straubing, Plattling und Passau alle Regionalzüge aus. Auch die Strecke zwischen Dingolfing und Passau ist in dieser Zeit nur durch ein dichtes Netz aus Ersatzbussen verbunden.

Die Linie RB33 zwischen München und Landshut entfällt weitgehend, einzelne Züge fahren in den Hauptverkehrszeiten. Die Halte zwischen Landshut und Freising übernimmt der Flughafenexpress. Auf der Strecke Landau – Plattling verkehren an Wochenenden aber wieder Züge.

Die dritte und damit letzte Bauphase beginnt ab 20. September. Der Schienenersatzverkehr um den Knotenpunkt Plattling bleibt in dieser Zeit unverändert. Der Donau-Isar-Express fährt aber wieder stündlich. Fahrgäste in Richtung Passau sind dann erst ab Plattling auf die Ersatzbusse angewiesen.

Ausstattung der Busse und Kosten

Die Ersatzbusse sind nach Angaben der Bahn überwiegend neuwertig, barrierefrei und mit WLAN ausgestattet, teilweise verfügen sie über Toiletten. Fahrgäste erkennen die Haltestellen an der purpurfarbenen Gestaltung und SEV-Schildern, die meist nach den regulären Zuglinien benannt sind.

Am Montagmorgen wirkte der Schienenersatzverkehr in Passau geordnet. Dort wurde bereits vorab eine eigene, deutlich gekennzeichnete Haltestelle installiert. Zudem standen mehrere Bahnmitarbeiter für Fragen zur Verfügung.

Der Freistaat Bayern finanziert den Ersatzverkehr maßgeblich mit. Laut Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) belaufen sich die Zusatzkosten auf rund 28 Millionen Euro gegenüber dem regulären Zugverkehr.

Schild am Passauer Bahnhof zeigt, wo der Ersatzverkehr abfährt.
Bildrechte: Christina Weiss/BR
Audiobeitrag

Schild am Passauer Bahnhof zeigt, wo der Ersatzverkehr abfährt.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!