Jasmin Hecht garniert einen frisch in Form gebrachten Filzhut.
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Jasmin Hecht gibt Hüten eine eigene Form und Note.
Bildrechte: BR/Julia Schlegel
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Jasmin Hecht gibt Hüten eine eigene Form und Note.

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Wie eine junge Frau ein seltenes Handwerk am Leben hält

Wie eine junge Frau ein seltenes Handwerk am Leben hält

Mit 23 Jahren hat Jasmin Hecht ihren Traumberuf gefunden. In ihrer Werkstatt in Germering fertigt sie Trachtenhüte und individuelle Einzelstücke in aufwendiger Handarbeit. Für sie steht fest: Einen anderen Beruf möchte sie keinesfalls.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Mit gerade einmal 23 Jahren hat Jasmin Hecht einen Beruf gefunden, den heute nur noch wenige Menschen erlernen: Sie ist Hutmacherin. In ihrer Werkstatt in Germering im Landkreis Fürstenfeldbruck entstehen Trachtenhüte und individuelle Einzelstücke in aufwendiger Handarbeit. Für die junge Handwerkerin steht fest: Einen anderen Beruf kann sie sich nicht mehr vorstellen.

Präzisionsarbeit in jedem Arbeitsschritt

Schon beim Betreten ihrer Werkstatt wird deutlich, wie viel Präzision hinter jedem einzelnen Arbeitsschritt steckt. Filz und Stroh werden mit Dampf bearbeitet, über hölzerne Formen gezogen und millimetergenau gespannt. Erst nach zahlreichen Arbeitsschritten entsteht daraus ein fertiger Hut.

"Ich werde auch nie wieder etwas anderes machen. Das ist voll mein Ding", sagt Jasmin Hecht. "Jeden Hut, den ich mache, würde ich selber so aufsetzen."

Vom Zufall zum Traumberuf

Dass sie einmal Hutmacherin werden würde, war ursprünglich nicht geplant. Nach dem Abitur merkte Hecht schnell, dass ein Studium nicht der richtige Weg für sie ist. Eigentlich wollte sie Goldschmiedin werden. Weil das nicht klappte, suchte sie auf der Internetseite der Handwerkskammer nach Alternativen – und stieß auf eine Ausbildungsstelle als Modistin. "Ich habe damals festgestellt: Studium ist einfach nichts für mich", erzählt sie.

Heute ist sie froh über diesen Zufall. Deutschlandweit schlossen in ihrem Ausbildungsjahrgang lediglich vier Frauen die Ausbildung erfolgreich ab. Seit gut einem Jahr arbeitet die 23-Jährige selbstständig in ihrer eigenen Werkstatt in Oberbayern.

Heimatverbunden und traditionsbewusst

Trachten sind für Jasmin Hecht weit mehr als Mode. Sie besitzt mehr Dirndl als die Woche Tage hat und trägt sie aus Überzeugung. Für sie geht es vor allem darum, Tradition zu bewahren und regionales Handwerk lebendig zu halten.

Diese Haltung spiegelt sich auch in ihren Hüten wider. Sie fertigt klassische Trachtenmodelle wie Scheibenhüte, Miesbacher und Werdenfelser Hüte, entwickelt aber ebenso moderne Eigenkreationen. Viele ihrer Kundinnen und Kunden kommen mit persönlichen Vorstellungen zu ihr – gemeinsam entsteht daraus ein individuelles Einzelstück.

Handarbeit bis ins kleinste Detail

Jeder Hut entsteht in sorgfältiger Handarbeit. Schon beim Aufziehen des Filzes entscheidet oft ein Millimeter über die spätere Passform. Besonders großen Wert legt Hecht auf hochwertige Materialien. "Wenn du anständiges Stroh oder einen guten Veloursfilz hast, dann hält dir der Hut auch ewig", sagt sie.

Ebenso wichtig ist ihr die saubere Verarbeitung. Vom Futter bis zum Schweißband soll am Ende keine Naht sichtbar sein. Den letzten Schliff erhält jeder Hut durch die Garnitur. Mit Bändern, Kordeln, Federn oder anderen Verzierungen bekommt jedes Modell seinen eigenen Charakter. Diese Details entwirft Jasmin Hecht selbst. "Mit so einer Kordel kann man so viel machen", sagt sie. "Da kann man noch einmal richtig die persönliche Note dalassen."

Alte Werkzeuge für neue Ideen

Für ihr Handwerk benötigt Jasmin Hecht Werkzeuge, die heute kaum noch hergestellt werden. Besonders wichtig sind die hölzernen Hutformen, über die Filz oder Stroh gespannt werden. Viele ihrer Formen hat sie auf Flohmärkten oder im Internet gefunden.

Umso größer ist die Freude, als endlich neue Formen geliefert werden. "Die sind nagelneu. Die riechen auch richtig gut nach Holz", sagt die 23-Jährige lachend beim Auspacken. Kaum liegen die Formen auf der Werkbank, entstehen die ersten Ideen für neue Modelle.

Ein Hut, der zur Persönlichkeit passt

Längst gehören nicht mehr nur Trachtenvereine zu ihrer Kundschaft. Immer mehr Menschen wünschen sich ein handgefertigtes Unikat. Dabei berät Hecht jede Kundin und jeden Kunden. Denn nicht jeder Hut passe zu jeder Gesichtsform.

"Grundsätzlich sollte der Hut nicht die gleiche Form haben wie das Gesicht", erklärt sie. Entscheidend sei aber immer der Gesamteindruck: "Wenn jemand den Hut aufsetzt und er passt – Punkt. Mehr muss ich dazu nicht sagen."

Ein seltenes Handwerk mit Zukunft

Das Hutmacherhandwerk zählt zu den seltensten Ausbildungsberufen Deutschlands. Umso wichtiger sind junge Handwerkerinnen wie Jasmin Hecht, die traditionelle Techniken bewahren und mit eigenen Ideen weiterentwickeln.

Für die 23-Jährige steht fest, dass sie ihren Platz gefunden hat. Die Arbeit verlangt Geduld, Präzision und viel Fingerspitzengefühl – genau das macht für sie den besonderen Reiz aus: "Das ist einfach genau meine Leidenschaft."

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