Landesgartenschau (Symbolbild): Eine Blumenwiese mit roten Blüten.
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Landesgartenschau (Symbolbild)

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Langenzenn will Landesgartenschau-Absage abwenden

Langenzenn will Landesgartenschau-Absage abwenden

Im Jahr 2022 war in Langenzenn die Freude noch groß über den Zuschlag für die Landesgartenschau 2032. Mittlerweile wollen Teile des Stadtrats das Projekt kippen. Der Erste Bürgermeister stemmt sich aber gegen eine Absage, und bekommt Unterstützung.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Nachdem die SPD im Stadtrat von Langenzenn einen Antrag zur Absage der Landesgartenschau 2032 eingereicht hat, will die Stadt ein frühzeitiges Scheitern des Großprojekts verhindern. Wie der Erste Bürgermeister Jürgen Habel (parteilos) dem BR auf Anfrage mitteilt, würde die Schau seiner Ansicht nach einen Entwicklungsschub für die Kommune auslösen, der sonst mehrere Jahrzehnte dauern würde. Als Beispiele nennt das Stadtoberhaupt Infrastruktur, Zuzug, Naherholung, Wirtschaftswachstum, Tourismus und Gastronomie.

Bürger bietet 400.000 für Machbarkeitsstudie

Deshalb müsse nun geprüft werden, was im Rahmen der Landesgartenschau (LGS) umgesetzt werden soll und wie viel es kosten würde. Dabei spielten auch Fördergelder eine Rolle. Der Antrag der SPD müsse erst einmal warten. Denn mittlerweile stehen der Stadt 400.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie zur Verfügung. Bereitgestellt wird die Summe vom Bürger Daniel Krauss, Mitgründer von Flixbus.

Krauss sagte dem BR, er wolle einen Impuls setzen, um zunächst eine Faktenlage zu schaffen, auf deren Basis die Bürgerinnen und Bürger von Langenzenn entscheiden sollen, ob sie die Landesgartenschau wollen oder nicht. Das Projekt ohne eine faktenbasierte Grundlage voreilig zu begraben, halte er für fahrlässig. Andere Landesgartenschauen wie beispielsweise die in Kirchheim bei München hätten gezeigt, dass sie einen enormen Mehrwert für Kommunen haben könnten, so Krauss. Eigenen Angaben zufolge will er sich weiter einbringen, sollte die Landesgartenschau stattfinden.

"Langenzenn ist meine Heimatstadt und da kommt natürlich eine gewisse Verbundenheit ins Spiel", so Krauss. "Es ist ja nicht nur so, dass ich hier aufwachsen durfte, sondern auch meine Kinder wachsen hier auf." Aktuell sein in Langenzenn nicht besonders viel geboten. "Zum Beispiel werden wir demnächst wohl auch unser Hallenbad schließen müssen", sagt Krauss. Deswegen hoffe er, dass die LGS die Stadtentwicklung in seiner Heimatgemeinde ankurbeln kann.

LGS bietet Entwicklungschancen

Auch Bürgermeister Habel sieht in der Landesgartenschau 2032 eine Chance für die Kommune. Demnach gebe es beispielsweise bereits eine Zusage des Wasserwirtschaftsamtes, "dass der Hochwasserschutz unserer stark gefährdeten und immer wieder überschwemmten Altstadt bis zur Landesgartenschau fertiggestellt sein wird."

Dazu kämen Zusagen der Deutschen Bahn, "dass bis zur Landesgartenschau die Bahnhaltepunkte barrierefrei, die Bahnübergänge erneuert und ein 30-Minuten-Takt stehen soll", so Habel. "Alles Punkte, die seit Jahrzehnten gefordert und nie auch nur ansatzweise realisiert wurden." Allerdings warte die Bahn seit zwei Jahren auf eine Aussage der Stadt, ob und wie die Landesgartenschau kommt, um entsprechend weiterplanen zu können.

Chancen für alte Industriebrache und den Hochwasserschutz?

Auch Daniel Krauss hofft auf einen Entwicklungsschub, den die Landesgartenschau der Stadt Langenzenn verleihen könnte. "Ich denke, die Landesgartenschau kann so einiges bringen". So erhofft er sich zum Beispiel ebenso eine Beschleunigung des Hochwasserschutzes in der Gemeinde, außerdem habe Langenzenn eine brachliegende Industriefläche auf dem geplanten LGS-Gelände. Diese könne durch das Projekt aufgewertet werden, liege sie doch nur wenige hundert Meter von der Altstadt entfernt, so Krauss. Bürgermeister Habel sagte dem BR, die Industriebrache von 70.000 Quadratmetern müsse ohnehin entwickelt werden. Seiner Meinung nach könnte hier durch die LGS hier ein "tolles Quartier" mit Wohnungen und attraktiven Arbeitsplätzen entstehen.

Kosten für Kommunen eine Herausforderung

Nun müssten aber erst einmal die Rahmenbedingungen für die Finanzierung und Umsetzung des Großprojekts geklärt werden, so Habel. In diesem Zusammenhang merkt der Bürgermeister an: "Aufgrund der gestiegenen Kosten an allen Stellen und explodierenden Sozialabgaben der Gemeinden fällt es zunehmend schwerer, die für Gemeinden wesentlichen Infrastrukturaufgaben zu lösen. Eine Aufstockung der Fördermittel würde hier sicher deutlich helfen."

Auch eine automatische Anpassung an die Baupreissteigerung wäre aus seiner Sicht "wünschenswert und geeignet, Landesgartenschauen als städtebauliches Hilfsmittel auch den Gemeinden zu ermöglichen, die nicht durch außergewöhnliche Einnahmen auf Rosen gebettet agieren können."

Eine Absage der Landesgartenschau wie in Schweinfurt oder zuletzt in Penzberg in Oberbayern will die Stadt Langenzenn vermeiden. Die Machbarkeitsstudie wollen die Verantwortlichen jetzt so schnell wie möglich angehen.

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