Junge Frau fährt auf einem E-Scooter.
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Immer mehr Menschen kaufen private E-Scooter.
Bildrechte: picture alliance / Westend61 | Katharina Mikhrin
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Private E‑Scooter: Lohnt sich ein eigener Roller?

Private E‑Scooter: Lohnt sich ein eigener Roller?

Das Geschäft mit privaten E-Scootern boomt. Statt nur gelegentlich zu mieten, setzen immer mehr Menschen auf ein eigenes Fahrzeug. Für wen lohnt sich das und worauf sollte man beim Kauf achten?

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Immer mehr Menschen kaufen eigene E-Scooter, statt sie auszuleihen. Vier von fünf versicherten E-Scootern sind mittlerweile in Privatbesitz. Im Jahr 2025 stieg die Zahl auf etwa 1,4 Millionen, 40 Prozent mehr als im Vorjahr, wie aus Daten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft [externer Link] hervorgeht.

Probefahrt ist wichtig

Wer sich einen eigenen E-Scooter zulegen will, sollte auf Qualität und Sicherheit achten, sagt Alexander Römer vom ADAC. Der Automobil-Club hat zehn E-Scooter getestet, zwei Modelle fielen durch [externer Link]. "Wichtig sind leistungsfähige, gut bedienbare Bremsen, eine helle und blendfreie Beleuchtung sowie gut sichtbare Blinker, insbesondere von der Seite", so Römer. Eine Probefahrt sei vor dem Kauf zu empfehlen.

Ein eigener Elektro-Tretroller lohnt sich für kurze, ebene Strecken ohne größere Steigungen, wie den Weg zur Bahn oder zur Arbeit. In öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Mitnahme meist verboten. Die Reichweiten der vom ADAC getesteten Roller liegen bei etwa 34 bis 48 Kilometern und damit bis zu 40 Prozent unter den Herstellerangaben. Grund dafür ist, dass die angegebene Reichweite unter idealen Bedingungen getestet wurde. In der Realität schwankt sie allerdings je nach Körpergewicht, Geschwindigkeit, Temperatur und Reifendruck.

Was kostet das?

Gute Modelle kosten circa 500 bis 800 Euro. Der Akku kann an einer normalen Haushaltssteckdose geladen werden. Einfacher geht das Laden bei Modellen mit herausnehmbaren Akkus. Den E-Scooter voll aufzuladen, kostet meist nur bis zu 20 Cent pro Ladung. Die Kosten liegen deutlich unter denen eines E-Bikes.

Welche Regeln gelten für E-Scooter?

E-Scooter müssen nicht wie Autos bei der Zulassungsstelle angemeldet werden. Die sogenannte Betriebserlaubnis für deutsche Straßen gibt es vom Hersteller, außerdem ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung nötig. Das aufgeklebte Versicherungskennzeichen weist den Versicherungsschutz nach und muss jedes Jahr erneuert werden.

E-Scooter dürfen maximal 20 km/h fahren. Wer mit Tuning das Tempo erhöht, macht sich strafbar. Auch ein nachträglich montierter Sitz ist verboten: Das Fahrzeug wird dadurch rechtlich zum Mofa und die Betriebserlaubnis und der Haftpflichtschutz erlöschen.

Wo darf ich fahren?

Wer E-Roller fährt, muss den Fahrradweg nutzen oder auf Straße oder Seitenstreifen ausweichen. Auf Gehwegen oder in Fußgängerzonen sind sie nicht erlaubt, außer ein Zusatzzeichen gibt den Weg ausdrücklich für E-Scooter frei.

Wer darf E-Scooter fahren?

Es braucht keinen Führerschein, man muss aber mindestens 14 Jahre alt sein. Zu zweit auf einem Roller fahren ist verboten.

Welche Gefahren gibt es?

Wegen zahlreicher Unfälle hat die Bundesregierung die Regeln verschärft: Ab 2027 brauchen neue E-Scooter Blinker sowie Vorder- und Rückbremsen.

Die häufigsten Unfallursachen sind eine falsche Nutzung der Fahrbahn, überhöhte Geschwindigkeit und Alkoholeinfluss. Beim Alkohol gilt wie beim Autofahren die 0,5-Promille-Grenze. Unter 21-Jährige und Fahranfänger in der Probezeit dürfen gar keinen Alkohol intus haben. Auch das Handy während der Fahrt zu benutzen, ist verboten. Verstöße können den Kfz-Führerschein gefährden.

Technische Mängel sind ein weiteres Risiko: Im ADAC-Test kam es bei zwei Modellen zu Lenkerbrüchen. Die kleinen Reifen können laut Experten Alexander Römer ebenfalls gefährlich werden: "Schlaglöcher, Straßenbahnschienen, Bordsteinkanten oder andere Hindernisse können zu schweren Stürzen führen."

Wo sollte ich den Roller abstellen?

Für kurze Zeit können E-Scooter draußen stehen gelassen werden. Witterung und Streusalz können allerdings den Akku schädigen, weshalb ein überdachter Abstellplatz empfehlenswert ist. Im öffentlichen Raum dürfen Kommunen selbst bestimmen, ob sie spezielle Parkplätze für E-Scooter ausweisen.

Der Roller sollte außerdem sicher gelagert werden, ein mechanisches Schloss schützt vor Diebstahl. "E-Scooter sind aufgrund ihrer kompakten Bauweise und ihres vergleichsweise geringen Gewichts attraktive Diebstahlobjekte", warnt Alexander Römer vom ADAC. App-basierte Sperrfunktionen reichen dafür oft nicht aus.

Muss ich einen Helm tragen?

In Deutschland gibt es aktuell keine Helmpflicht, allerdings empfehlen Experten, freiwillig einen zu tragen. Bei Unfällen mit E-Scootern ist das Risiko für Hirnverletzungen deutlich höher als beim Motorrad- und Radfahren, wie eine Studie zeigt [externer Link]. In Österreich müssen seit Kurzem Jugendliche unter 16 Jahren einen Helm tragen, in Italien gilt eine Helmpflicht für alle. Die Stadt Paris verpflichtet wegen vieler Unfälle alle Menschen, Helm und reflektierende Warnwesten zu tragen.

Dieser Artikel ist erstmals am 17. August 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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