Gelbe Schilder weisen auf die Blockade der Brennerautobahn am Samstag hin.
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(Symbolbild) Wegen Demo: Am Samstag steht der Verkehr auf der Brennerautobahn still.
Bildrechte: picture alliance / ROPI | Giordani/Fotogramma
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Brenner-Sperre: Was Experten den Autofahrern raten

Brenner-Sperre: Was Experten den Autofahrern raten

Am Samstag steht der Verkehr auf der Brennerautobahn still. Eine Demo gegen die massive Verkehrsflut auf der Autobahn verhindert den Transit der wichtigsten Verbindung zwischen Österreich und Italien. Was Autofahrer jetzt wissen müssen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Karl Mühlsteiger und Walter Kiechl, die beiden Bürgermeister aus den Ortschaften Gries und Ellbögen nahe der Brennerautobahn, wollen ein Zeichen setzen. "Über uns rollt täglich eine Blechlawine Richtung Süden", sagt Mühlsteiger aus dem Ort Gries, der knapp 1.500 Einwohner hat. Als Privatpersonen haben die beiden Bürgermeister deshalb eine Demonstration gegen die massive Verkehrsflut auf der Autobahn angemeldet.

Daher ist die Brennerautobahn A13 an diesem Samstag von österreichischer Seite aus von 11 bis 19 Uhr gesperrt. Für Lastwagen gilt die Sperrung bereits ab 9 Uhr. Wer auf dem Heimweg aus Italien auf die Brennerautobahn (A22) fährt, für den kommt es bereits ab 10.30 bis 20 Uhr zu einer Sperrung.

"Wir haben mittlerweile 14,4 Millionen Fahrbewegungen über den Brenner und das alles zu Lasten der Gesundheit der heimischen Bevölkerung. Wir haben das jetzt viele Jahre über uns ergehen lassen", beschwert sich Mühlsteiger.

Welche Orte sind von der Sperrung betroffen?

Ab der Mautstelle Schönberg an der Europabrücke ist die Autobahn bis zum Brennerpass gesperrt. Bereits an den Landesgrenzen, also weit vor dem Brenner, sollen Fahrzeuge kontrolliert und informiert werden. Droht ein Verkehrskollaps, kommt es zu einer Dosierung des Verkehrs. Das betrifft jeglichen Transitverkehr.

Einzige Ausnahmen: Ziel- und Quellverkehr. Wer beispielsweise im Stubaital ein Hotel gebucht hat und dies nachweisen kann, der darf die Sperre passieren. Außerdem dürfen Radfahrer die Landstraße zum Brenner weiterhin benutzen.

ADAC: Wer losfährt, riskiert einen Tag im Stau

Die ADAC-Sprecherin Melanie Mikulla empfiehlt, den Samstag als Reisetag zu vermeiden: "Wer versucht, früh genug auf die Autobahn zu kommen, der hat das Risiko, dass er trotzdem in einen Stau kommt und dann vielleicht nicht rechtzeitig über den Brenner kommt." Dann müsse man den Tag im Stau auf der Autobahn verbringen und mindestens bis in die Abendstunden hinein warten.

Laut dem österreichischen Autobahnbetreiber Asfinag fahren rund 32.000 Fahrzeuge pro Tag über den Brenner. Sollten sich diese Fahrer Ausweichmöglichkeiten suchen, könnte das auch dort zu Stau führen.

Im Video: Brenner blockiert – was jetzt?

Mobilitätsexperte: Verkehr verlagert sich wohl auf Freitag und Sonntag

Der Mobilitätsexperte Stephan Tischler rechnet hingegen damit, dass am Samstag "dieses befürchtete Verkehrschaos entlang der Brennerroute grundsätzlich ausbleibt. Man hat jetzt gesehen, in den letzten Tagen wurde äußerst umfangreich in halb Europa bereits über die bevorstehende Blockade informiert. Aber was auf jeden Fall eintritt, und das sehen wir auch jetzt bereits, ist die zuvor bereits angesprochene räumliche und zeitliche Verschiebung der Fahrten."

Er gehe davon aus, dass es beim Reiseverkehr bereits am Freitag und am Sonntag ein erhöhtes Verkehrsaufkommen geben wird. Der Rückstau vom Brenner am Samstag könnte sich bis ins südliche Oberbayern auswirken. Daher rät die Polizei nachdrücklich, "dass sich an dem Tag keiner ins Auto setzt und keiner Fahrten macht, die nicht dringend sind".

Was ist mit Ausweichrouten?

Dazu sagt Mikulla: "Das große Problem ist, dass sozusagen auch die Ausweichrouten gesperrt werden. Also zum Beispiel die Brennerstraße B 182 und die Ellbögener Straße L 38. Die werden gesperrt. Das heißt, da kann man nicht umfahren." Mögliche Ausweichrouten, die dennoch eine hohe Staugefahr bieten, sind:

  • Über Salzburg und die Tauernautobahn nach Klagenfurt/Ljubljana oder Udine
  • Über Zürich, dann den San-Bernardino-Pass Richtung Mailand
  • Über Zürich dann den Gotthard-Pass Richtung Mailand
  • Über Garmisch, Füssen und Mittenwald über Reschenpass und Tirol Richtung Südtirol

Auf ein Verkehrschaos sind auch Einsatzkräfte vorbereitet. Sie setzen teils auf Motorräder, um im Ernstfall schnell an den Einsatzort zu kommen. Das Bayerische Rote Kreuz hat Alarmstufe 1 von 3 angeordnet.

Im Video: Mobilitätsexperte Stefan Tischler zum Verkehr am Brenner

Verkehrswissenschaftler Stefan Tischler zum Verkehr am Brenner
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Verkehrswissenschaftler Stefan Tischler zum Verkehr am Brenner

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