Mit Informationen der ARD-Korrespondentinnen und -Korrespondenten sowie der Nachrichtenagenturen AFP, AP, dpa, epd, KNA und Reuters. Zum Teil lassen sich die Angaben nicht unabhängig überprüfen.
Sonntag, 16. März 2025
22.26 Uhr: US-Militär zerstört laut Insider mehrere Huthi-Drohnen
US-Kampfjets haben einem Insider zufolge insgesamt 11 Drohnen abgeschossen, die von den Huthis im Jemen auf den Weg gebracht wurden. Die Drohnen seien nicht in die Nähe des Flugzeugträgers Harry S. Truman gekommen, sagt ein US-Vertreter, er anonym bleiben will. Zuvor hatten die Huthis erklärt, sie hätten versucht, einen US-Flugzeugträger vor der jemenitischen Küste anzugreifen.
Der US-Vertreter erklärte, das US-Militär habe auch eine Huthi-Rakete verfolgt, die im Flug versagt habe und in den Gewässern vor Jemen niedergegangen sei. Das US-Militär habe keine Maßnahmen ergriffen, weil die Rakete nicht als Bedrohung angesehen worden sei.
20.22 Uhr: Guterres - Keine weiteren Eskalationen im Jemen
UN-Generalsekretär Antonio Guterres ruft zu "äußerster Zurückhaltung und zur Einstellung aller militärischen Aktivitäten" im Jemen auf. "Jede weitere Eskalation könnte die regionalen Spannungen verschärfen, den Kreislauf der Vergeltung anheizen, der den Jemen und die Region weiter destabilisieren könnte, und die ohnehin schon katastrophale humanitäre Lage im Land ernsthaft gefährden", erklärt UN-Sprecher Stephane Dujarric.
20.13 Uhr: Huthis wollen weiter Schiffe im Roten Meer attackieren
Die militanten Huthi im Jemen kündigen an, Schiffe der USA im Roten Meer anzugreifen, solange die USA ihre Angriffe auf den Jemen fortsetzen. "Wenn sie ihre Aggression fortsetzen, werden wir die Eskalation fortsetzen", sagt der Huthi-Anführer Abdul Malik al-Huthi in einer im Fernsehen übertragenen Rede.
19.16 Uhr: Netanjahu verkündet Wechsel an der Spitze des israelischen Inlandsgeheimdienstes an
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Entlassung des Chefs des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet angekündigt. Es gebe "einen Mangel an Vertrauen" gegenüber Ronen Bar, sagte Netanjahu in einer Videoansprache. Es bestehe die Notwendigkeit, "die Organisation wiederherzustellen, alle unsere Kriegsziele zu erreichen und die nächste Katastrophe zu verhindern", erklärte Netanjahu mit Blick auf den 7. Oktober 2023.
Bar, der seit 2021 an der Spitze des Schin Bet steht, hatte kürzlich sein Versagen bei der Verhinderung des Angriffs der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel eingeräumt.
18.21 Uhr: Iran weist Vorwurf der Unterstützung für Huthi-Miliz zurück
Nach US-Luftangriffen auf die Huthi im Jemen hat der Iran am Sonntag erneut eine Unterstützung der Miliz bestritten. Der Chef der paramilitärischen iranischen Revolutionsgarde, General Hossein Salami, sagte laut dem staatlichen Fernsehen, sein Land sei an den Angriffen der Huthi auf Schiffe im Roten Meer nicht beteiligt. Der Iran habe auch keinen Einfluss auf die operativen Entscheidungen von verbündeten Organisationen in der Region.
12.45 Uhr: Israel - Zwei Hisbollah-Mitglieder bei Luftangriff getötet
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben bei einem Luftangriff im Süden des Libanons zwei Kämpfer der proiranischen Hisbollah-Miliz getötet. Die Männer seien als Späher aktiv gewesen und hätten "Terrorattacken in dem Gebiet von Jatar und Mais al-Dschabal geleitet". Damit hätten sie gegen die seit November geltende Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz verstoßen. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete dagegen von einem Angriff auf ein Auto in Jatar, bei dem ein Zivilist getötet und ein weiterer verletzt worden seien. Die Angaben beider Seiten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
09.20 Uhr: Iran verurteilt US-Angriffe auf Huthi-Milizen im Jemen
Der Iran hat die von US-Präsident Donald Trump angeordneten massiven Angriffe auf die Huthi-Miliz im Jemen scharf verurteilt. "Diese Angriffe, die zum Tod Dutzender unschuldiger Jemeniten führten, sind eine eklatante Verletzung der UN-Charta und werden die Sicherheit der Region einem beispiellosen Risiko aussetzen", sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai. Internationale und insbesondere islamische Organisationen sollten "umgehend gegen die Fortsetzung des Völkermords und der ethnischen Säuberungen im Jemen vorgehen", zitiert die staatliche Nachrichtenagentur Sana den Sprecher.
05.59 Uhr: Angriffe gegen Huthi-Miliz - Zahl der Opfer erhöht
Die USA haben auf Befehl von Präsident Donald Trump mit massiven Luftangriffen gegen die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen begonnen. Die mit Israel verfeindete Miliz hatte vor einigen Tagen angekündigt, ihre Angriffe auf Schiffe, die das Rote Meer und nahe gelegene Gewässer durchqueren, wieder aufzunehmen.Laut den Huthi trafen Luftangriffe Wohngebiete nördlich der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Der arabischsprachige TV-Sender Alaraby berichtete auf der Plattform X unter Berufung auf das von der Miliz kontrollierte Gesundheitsministerium von 31 Toten und 101 Verletzten, darunter vor allem Frauen und Kinder. Das zuständige US-Regionalkommando Centcom sprach von einer Reihe von "Präzisionsschlägen" im gesamten Jemen.
03.30 Uhr: USA und Israel prüfen Umsiedlung von Palästinensern nach Ostafrika
US-Präsident Donald Trump treibt seine Idee weiter voran, Menschen aus dem Gazastreifen auszusiedeln. In den vergangenen Wochen wurden dazu im Osten Afrikas entsprechende Vorstöße unternommen. Die Reaktionen scheinen jedoch ebenfalls ablehnend gewesen zu sein. Vertreter der Behörden in Somalia und Somaliland sagten der Nachrichtenagentur AP, sie wüssten nichts von entsprechenden Kontaktaufnahmen. Vonseiten der Regierung des Sudans hieß es, die Vorstöße der Amerikaner seien zurückgewiesen worden. Vertreter der Regierungen der USA und Israels, die gegen Zusicherung von Anonymität mit der AP sprachen, bestätigten die Kontakte zu Somalia und Somaliland, von amerikanischer Seite wurden auch die mit dem Sudan bestätigt.
02.25 Uhr: US-Außenminister informiert Russland über Angriffe auf Huthi-Miliz
US-Außenminister Marco Rubio hat seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow laut des US-Außenministeriums über die US-Angriffe auf die Huthi-Miliz im Jemen informiert. Seit 2023 hat die Huthi-Miliz nach Pentagon-Angaben 174 Mal US-Kriegsschiffe und 145 Mal Handelsschiffe angegriffen. Die Huthi hätten eine unerbittliche Kampagne der Gewalt und des Terrorismus gegen Schiffe und Flugzeuge der USA und anderer Länder geführt, schrieb Trump auf Truth Social.
01.51 Uhr: US-Armee greift Huthis im Jemen an - Miliz meldet 20 Tote
Die USA sind mit massiven Luftangriffen gegen die Huthi-Miliz im Jemen vorgegangen. Es sei eine "entscheidende und starke Militäraktion" gegen die Miliz eingeleitet worden, schrieb US-Präsident Donald Trump am Samstag in seinem Onlinedienst Truth Social. Ziel sei es, die Angriffe der vom Iran unterstützten Miliz auf die Schifffahrt im Roten Meer zu beenden. Nach Angaben der Huthis wurden bei den Angriffen mindestens 20 Menschen getötet.
01.08 Uhr: Israel will wieder über Gaza-Waffenruhe verhandeln
Israel ist bereit, die Gespräche über die Waffenruhe im Gazastreifen unter bestimmten Bedingungen fortzusetzen, teilt das Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu mit. Die Vermittler müssten auf einen US-Vorschlag zur Freilassung von elf Geiseln und zur Übergabe der Hälfte der Toten eingehen, heißt es weiter.
Samstag, 15. März 2025
15.47 Uhr: Israel meldet Tötung von Hisbollah-Mitglied im Südlibanon
Bei einem israelischen Drohnenangriff im Südlibanon ist laut Militärangaben ein Mitglied der militanten Hisbollah getötet worden. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete, die Drohne habe ein Auto im Dorf Burdsch el-Mluk angegriffen, nannte aber keine Einzelheiten. Das israelische Militär teilte mit, das getötete Hisbollah-Mitglied sei im Grenzdorf Kfar Kila aktiv gewesen. Der Luftangriff war der jüngste in einer Reihe seit dem Inkrafttreten einer von den USA vermittelten Waffenruhe Ende November, die den 14-monatigen Krieg zwischen Israel und der Hisbollah beendete.
15.07 Uhr: Palästinenser: Neun Tote bei israelischem Angriff in Gaza
Bei einem israelischen Drohnenangriff im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben mindestens neun Menschen getötet worden. Unter den Opfern der Attacke seien Helfer einer Rettungsmannschaft gewesen, die in der nördlichen Stadt Beit Lahia im Einsatz gewesen sei, hieß es aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen. Unter den Toten seien außerdem Foto-Journalisten, ein Mediensprecher und ein Fahrer gewesen. Zunächst war von acht Toten die Rede gewesen.
Das israelische Militär bestätigte den Angriff, machte aber keine Angaben zu Verletzten oder Toten. Die israelischen Streitkräfte teilten mit, dass sie in Beit Lahia zwei Hamas-Kämpfer identifiziert hätten, die mit einer Drohne hantierten. Sie hätten eine Bedrohung für in der Nähe befindliche israelische Truppen dargestellt, worauf das Militär sie angriff. Anschließend hätten weitere Militante die Drohnenausrüstung eingesammelt und ein Fahrzeug bestiegen. Das israelische Militär habe auch diese Gruppe angegriffen. Die Angaben keiner der Seiten ließen sich zunächst unabhängig überprüfen.
13.34 Uhr: Hamas nennt Bedingungen für Freilassung von Doppelstaatler
Die Hamas will einen amerikanisch-israelischen Staatsbürger nur freilassen, wenn Israel an der bestehenden Waffenruhevereinbarung festhält. Dann würden auch die Leichen von vier weiteren Geiseln übergeben, sagte ein ranghoher Hamas-Vertreter und nannte weitere Bedingungen: Die seit langem geplanten Gespräche über die zweite Phase der Waffenruhe müssten am Tag der Freilassung beginnen und dürften nicht länger als 50 Tage dauern. Außerdem dürfe Israel Hilfslieferungen nicht länger blockieren und müsse sich aus einem strategischen Korridor entlang der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten zurückziehen.
Die Hamas fordere auch die Freilassung weiterer palästinensischer Gefangener im Austausch für die Geiseln, sagte der Vertreter der militant-islamistischen Gruppe, der anonym bleiben wollte. Bei dem amerikanisch-israelischen Doppelstaatler handelt es sich um einen 21-Jährigen, der im US-Staat New Jersey aufwuchs. Er wurde während des Terrorangriffs der Hamas vom 7. Oktober 2023, der den Gaza-Krieg auslöste, von seinem Militärstützpunkt entführt und ist der letzte lebende amerikanische Staatsbürger, der im Gazastreifen festgehalten wird.
13.17 Acht Tote bei israelischen Luftangriffen gemeldet
Bei israelische Luftangriffen im Gazastreifen sind palästinensischen Angaben zufolge mindestens acht Menschen getötet worden. Das indonesische Krankenhaus teilte mit, nach zwei Luftangriffen in der Umgebung von Beit Lahija im Norden des Küstengebiets seien acht Leichen in die Klinik gebracht worden. Der Leiter der Rettungsdienste im nördlichen Gazastreifen, Fares Awad, identifizierte einen der Getöteten als Mahmud Islim, einen lokalen Reporter, der eine Drohne bediente.
Freitag, 14. März 2025
19.20 Uhr: US-Regierung wirft Hamas Verzögerungstaktik bei Freilassung von Geiseln vor
Die US-Regierung hat der Hamas eine Verzögerungstaktik bei den Verhandlungen über den Fortgang der Waffenruhe im Gazastreifen und die Freilassung der dort festgehaltenen Geiseln vorgeworfen. "Die Hamas geht ein sehr hohes Risiko ein, wenn sie glaubt, dass die Zeit für sie arbeitet. Das tut sie nicht", erklärte das Büro des Sondergesandten von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff.
In der Erklärung hieß es weiter, der Hamas sei die "Frist" für die Freilassung weiterer Geiseln "durchaus bekannt", die islamistische Palästinenserorganisation müsse "wissen, dass wir entsprechend reagieren werden, wenn diese Frist verstreicht".
16.59 Uhr: Berichte - Vier Tote bei israelischem Angriff im Gazastreifen
Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sollen vier Palästinenser getötet worden sein. Bei den Opfern habe es sich um Menschen gehandelt, die im Viertel Al-Saitun im Zentrum der Stadt Gaza Brennholz sammelten, teilten Rettungskräfte im abgeriegelten Küstenstreifen mit. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Die israelischen Streitkräfte äußerten sich zunächst nicht zu dem Vorfall.
16.52 Uhr: G7 fordert "ungehinderte" Lieferung von Hilfsgütern in den Gazastreifen
Die Außenminister der G7-Staaten haben die "ungehinderte" Lieferung von Hilfsgütern in den Gazastreifen gefordert. In einer gemeinsamen Abschlusserklärung nach dem G7-Treffen im kanadischen Charlevoix riefen sie am Freitag zudem zu einer dauerhaften Waffenruhe in dem Palästinensergebiet auf. Seit fast zwei Wochen blockiert Israel Hilfslieferungen in den Gazastreifen, um die radikalislamische Hamas zu einer Verlängerung der Waffenruhe zu bewegen.
15.03 Uhr: Geplante Geiselfreilassung - Netanjahu wirft Hamas Manipulation vor
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Ankündigung der militant-islamistischen Hamas, eine lebende Geisel freizulassen, als Manipulationsversuch kritisiert. Bei Verhandlungen über eine Verlängerung der Gaza-Waffenruhe habe Israel einen von den USA vorgelegten Vorschlag akzeptiert und Flexibilität an den Tag gelegt, teilte Netanjahus Büro am Freitag mit. Die Hamas hingegen sei nicht bereit, von ihrer Position abzurücken. "Gleichzeitig setzt sie weiterhin auf Manipulation und psychologische Kriegsführung - die Berichte über die Bereitschaft der Hamas, amerikanische Geiseln freizulassen, sollen die Verhandlungen sabotieren."
In der Mitteilung hieß es weiter, Netanjahu werde am Samstagabend mit seinen Ministern zusammenkommen, um sich über die Verhandlungen über die Waffenruhe in Doha Bericht erstatten zu lassen und über die nächsten Schritte im Bezug auf die Freilassung von Geiseln zu entscheiden.
12.37 Uhr: Hamas will eine Geisel freilassen und vier Tote übergeben
Die Hamas will eigenen Angaben nach einen israelisch-amerikanischen Doppelstaatler aus ihrer Gewalt freilassen. Sie habe einem entsprechenden Vorschlag der Vermittler zugestimmt, teilte die Islamistenorganisation mit. Neben dem Mann sollen demnach auch vier tote Geiseln übergeben werden, bei denen es sich um Doppelstaatler handeln soll. Welche weiteren Staatsangehörigkeiten die vier toten Israelis haben, ließ die Terrororganisation offen. Unklar war zunächst auch, wann die Freilassung sowie die Übergaben der Leichen stattfinden sollen
09.36 Uhr: Israelische Siedler wüten in palästinensischem Dorf
Radikale israelische Siedler haben Medienberichten zufolge in einem palästinensischen Dorf im Norden des besetzten Westjordanlands palästinensisches Eigentum in Brand gesetzt. Sie hätten demnach in dem Ort Duma mehrere Häuser und zwei Autos angezündet. Die israelische Zeitung "Haaretz" berichtete, dass die Siedler in einem nahegelegenen sogenannten Außenposten wohnen. Das sind improvisierte Siedlungen, die etwa aus Wohnwagen bestehen. Die Bewohner beschuldigten Palästinenser, zuvor versucht zu haben, ihnen Schafe zu stehlen. Israels Armee gab an, den Bericht über die Brandstiftung zu prüfen.
08.16 Uhr: USA und Israel haben Ostafrika für Umsiedlung von Palästinensern im Auge
Die USA und Israel haben sich einem Medienbericht zufolge mit Vertretern dreier ostafrikanischer Länder in Verbindung gesetzt, um eine Umsiedlung von Palästinensern aus dem Gazastreifen dorthin zu erörtern. Dabei handele es sich um den Sudan, Somalia und dessen abtrünnige Region Somaliland. Vertreter des Sudans erklärten, sie hätten den US-Vorschlag abgelehnt - Vertreter Somalias und von Somaliland dementierten eine entsprechende Anfrage erhalten zu haben. US-Präsident Donald Trump hatte eine Übernahme des Gazastreifens durch sein Land vorgeschlagen, um das im Krieg zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas zerstörte Küstengebiet zu einer "Riviera des Nahen Ostens" wieder aufzubauen und die Palästinenser dauerhaft umzusiedeln.
07.36 Uhr: Palästinenser durchsuchen Massengrab am Schifa-Krankenhaus nach Angehörigen
Palästinenser haben in einem Massengrab im Gazastreifen mit Schaufeln und bloßen Händen nach ihren Angehörigen gesucht. In dem Grab im Innenhof des Schifa-Krankenhauses in Gaza-Stadt liegen die sterblichen Überreste von mehr als 180 Menschen. Der Zivilschutz des Gazastreifens teilte mit, bis gestern Nachmittag seien 48 Leichen ausgegraben worden, darunter zehn nicht identifizierte Personen. Sie hoffen, die in Decken und Laken eingewickelten sterblichen Überreste ihrer Angehörigen an einen anderen Ort bringen zu können, um sie dort würdig zu bestatten.
Donnerstag, 13. März 2025
17.18 Uhr: Arabische Staaten und Palästinenser begrüßen Trumps Abrücken von Gaza-Plan
Palästinenserorganisationen sowie Ägypten und Jordanien haben die jüngste Zusicherung von US-Präsident Donald Trump begrüßt, nicht die Vertreibung von Palästinensern aus dem Gazastreifen anzustreben. In einer Erklärung des ägyptischen Außenministeriums hieß es, die Aussage Trumps weise in eine "positive Richtung". Aus Jordanien hieß es, "die Bemerkungen des amerikanischen Präsidenten vom Mittwoch" seien zu begrüßen. Die Zweistaatenlösung, also die Schaffung eines eigenständigen palästinensischen Staates neben Israel, sei der Schlüssel für einen gerechten und dauerhaften Frieden.
Trump hatte am Mittwoch auf die Frage eines Journalisten, ob die von ihm propagierten Plänen zur Vertreibung der Palästinenser aus dem Gazastreifen weiter vorangebracht würden, geantwortet: "Niemand vertreibt die Palästinenser." Ob der US-Präsident damit sein Vorhaben zur Übernahme des Gazastreifens komplett aufgeben würde, war zunächst unklar.
Der US-Präsident hatte Anfang Februar vielerorts für helle Empörung mit seinem Vorschlag gesorgt, die rund zwei Millionen im Gazastreifen lebenden Palästinenser in Nachbarstaaten wie Ägypten und Jordanien umzusiedeln und anschließend aus dem Küstenstreifen eine "Riviera des Nahen Ostens" zu machen.
13.48 Uhr: Netanjahu weist UN-Vorwurf zu "völkermörderischen Taten" zurück
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat den UN-Vorwurf von "völkermörderischen Taten" durch Israel an den Palästinensern im Gazastreifen zurückgewiesen. Solche Vorwürfe seien "falsch und "absurd", erklärte Netanjahu. Zuvor hatte eine UN-Untersuchungskommission einen Bericht veröffentlicht, in dem Israel die absichtliche Zerstörung von Gesundheitseinrichtungen vorgeworfen wird, die für die Fortpflanzung notwendig sind.
Netanjahu bezeichnete den UN-Menschenrechtsrat als "anti-israelischen Zirkus" und monierte, dass der "anti-semitische, korrupte" Rat Israel falsche Vorwürfe mache, "anstatt sich auf die Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen der Terrororganisation Hamas zu konzentrieren".
Der zuvor von der Untersuchungskommission des Menschenrechtsrates veröffentlichte Bericht wirft Israel "völkermörderische Taten" vor, indem das Kinderkriegen der Palästinenser im Gazastreifen torpediert werde. So wird die absichtliche Zerstörung der wichtigsten Fruchtbarkeitsklinik im Gazastreifen und die Blockade der Lieferung von medizinischen Hilfsgütern, die für eine sichere Schwangerschaft, Geburt und Säuglingspflege notwendig sind, genannt.
13.35 Uhr: Israelische Luftwaffe greift Hauptquartier palästinensischer Extremisten in Damaskus an
Die israelische Luftwaffe hat das Hauptquartier der palästinensischen Gruppierung Islamischer Dschihad in einem Außenbezirk von Damaskus bombardiert. Die "terroristische Kommandozentrale" sei mit Hilfe geheimdienstlicher Erkenntnisse angegriffen worden, teilte das israelische Militär mit.
Die staatliche Nachrichtenagentur Sanaa berichtet, getroffen worden sei ein Wohngebäude. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, dass zwei Raketen eingeschlagen seien. Das getroffene Gebäude sowie angrenzende Häuser hätten daraufhin Feuer gefangen. Ob es Opfer gab, war zunächst nicht klar.
Neben der radikal-islamischen Hamas ist der Islamische Dschihad die zweite militante Gruppierung im Gazastreifen, die Israel bekämpft.
11.35 Uhr: UN-Experten sehen in Israels Vorgehen im Gazastreifen Anzeichen für Völkermord
Die Vereinten Nationen sehen Anzeichen für Völkermord an Palästinensern durch israelische Truppen. Dies ergebe sich unter anderem aus der Zerstörung von medizinischen Einrichtungen und einer auch deswegen sinkenden Geburtenrate während des Krieges im Gazastreifen. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Expertenbericht hervor.
"Die israelischen Befehlshaber haben die Fortpflanzungsfähigkeit der Palästinenser im Gazastreifen als Gruppe teilweise zerstört, unter anderem durch Maßnahmen zur Verhinderung von Geburten. Dies ist eine der Kategorien für Völkermord-Handlungen im Römischen Statut und in der Völkermord-Konvention", heißt es in dem Bericht.
Die ständige Vertretung Israels bei den Vereinten Nationen in Genf bezeichnete die Vorwürfe in dem Bericht als unbegründet, voreingenommen und wenig glaubwürdig.
10.29 Uhr: Ehemalige Hamas-Geisel berichtet über schwerste Misshandlung
Die freigelassene Hamas-Geisel Omer Wenkert hat im israelischen Fernsehen über zutiefst traumatische Erlebnisse am 7. Oktober 2023 und während der Geiselhaft berichtet. Während des Hamas-Massakers habe er sich in einem bunkerartigen Raum versteckt, in den die Terroristen immer wieder Handgranaten geworfen, geschossen und ein Feuer gelegt hätten. "Ich habe mich mit Leichen zugedeckt, um mich zu schützen." Nachdem Wenkert den Bunker verlassen hatte, um nicht zu verbrennen, wurde er von Bewaffneten verschleppt. Auf der Fahrt sei er von der Bevölkerung geschlagen und beworfen worden.
Während seiner Geiselhaft habe er in dem winzigen unterirdischen Raum Demütigungen und Misshandlungen erfahren. "An meinem Geburtstag wurde ich mit einer Eisenstange auf den Kopf geschlagen", erzählte er. "Ich sagte mir, dies ist der schlimmste Moment meines Lebens." Nach 505 Tagen Geiselhaft war der 23-Jährige im Rahmen einer Waffenruhe-Vereinbarung mit der Hamas freigekommen.
09.16 Uhr: Arabische Länder legen den USA Gaza-Plan vor
Die arabischen Länder haben den USA ihren Wiederaufbauplan für den Gazastreifen vorgelegt. In Katar kamen dafür unter anderem die Außenminister Saudi-Arabiens, Ägyptens und Jordaniens mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff zusammen, wie die Staatsagentur QNA berichtete. Sie hätten sich bei dem Treffen mit Witkoff am Mittwoch geeinigt, weiterhin darüber zu beraten, wie der Plan als Grundlage für den Wiederaufbau des in weiten Teilen zerstörten Gebiets dienen kann.
Die arabischen Länder hatten den Plan vergangene Woche bei einem Gipfeltreffen in Kairo beschlossen: Das etwa 90 Seiten lange Papier sieht die Beseitigung von Trümmern und den schrittweisen Aufbau von Wohnraum in Gaza für die dort lebenden Palästinenser über einen Zeitraum von rund fünf Jahren vor. Die Kosten werden dabei auf umgerechnet rund 50 Milliarden Euro geschätzt. Viele Fragen – etwa zur Finanzierung und zur zukünftigen Kontrolle Gazas – sind aber ungeklärt und die Erfolgsaussichten des Plans völlig offen.
09.01 Uhr: UN-Bericht wirft Israel sexualisierte Gewalt gegen Palästinenser vor
Eine Expertenkommission wirft Israel in einem UN-Bericht schwere Menschenrechtsverletzungen mit sexuellen Übergriffen als Mittel zur Unterdrückung und Kontrolle der palästinensischen Bevölkerung vor. Israel wies die Vorwürfe zurück. Die Kommission sei voreingenommen und wende bei Israel absichtlich niedrigere Standards an als bei anderen Akteuren, teilte die israelische Botschaft in Genf mit.
06.20 Uhr: Hamas - Begrüßen offenbare Kehrtwende von Trump wegen Palästinenser-Vertreibung
Die radikal-islamische Hamas hat die scheinbare Kehrtwende von US-Präsident Donald Trump bezüglich einer Vertreibung der Palästinenser aus dem Gazastreifen begrüßt. Trump hatte am Mittwoch während eines Treffens mit dem irischen Ministerpräsidenten Micheal Martin auf eine entsprechende Frage geantwortet: "Niemand vertreibt Palästinenser aus dem Gazastreifen." Sollte dies einen Rückzug von Trumps Plänen bedeuten, dann sei das zu begrüßen, teilte Hamas-Sprecher Hasem Kassem mit.
Mittwoch, 12. März 2025
22.37 Uhr: Katar - Arabische Staaten und US-Sondergesandter beraten über arabischen Gaza-Wiederaufbauplan
Außenminister mehrerer arabischer Staaten haben sich nach Angaben aus Katar mit dem US-Sondergesandten für den Nahen Osten, Steve Witkoff, über den arabischen Wiederaufbauplan für den Gazastreifen besprochen. Die Minister und Witkoff einigten sich bei dem Treffen in Katar darauf, die "Beratungen und die Koordinierung über den Plan als Grundlage für die Bemühungen zum Wiederaufbau fortzuführen", wie das Außenministerium von Katar mitteilte.
20.10 Uhr: Trump - "Niemand will Palästinenser vertreiben"
US-Präsident Donald Trump rudert zurück: Nachdem er vorgeschlagen hatte, die palästinensische Bevölkerung aus dem zerstörten Gazastreifen umzusiedeln, und den Landstrich neu aufzubauen - Zitat: "In der Zwischenzeit würde ich das besitzen. Betrachten Sie es als eine Immobilienentwicklung für die Zukunft" - behauptet er nun das Gegenteil. Bei einem Pressetermin in Washington sagte Trump: "Niemand will irgendwelche Palästinenser vertreiben."
15.57 Uhr: UN-Sonderberichterstatterin - Israel begeht Völkermord
Die UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese, hat ihren Völkermord-Vorwurf gegen Israel erneuert. Israel zerstöre das palästinensische Volk im Gaza-Streifen, sagte die UN-Sonderberichterstatterin am Dienstag in Genf. Eine Begründung dafür sei die israelische Blockade des Gaza-Streifens und die damit einhergehende Unterbrechung der Lebensmittellieferungen. Außerdem habe Israel Massentötungen vorgenommen.
Die italienische Rechtswissenschaftlerin bezieht sich auf die UN-Völkermordkonvention von 1951. Albanese hatte Israel den Vorwurf des Genozids bereits mehrfach gemacht. Israel weist die Anschuldigungen entschieden zurück und beschuldigt seinerseits Albanese der antisemitischen Hetze.
15.45 Uhr: Geisel-Angehörige fürchten Auswirkungen des Stromlieferungsstopps
In Israel stemmen sich viele Geisel-Angehörige gegen die Kappung von Stromlieferungen in den Gazastreifen. Rund 50 Familien hätten beim Obersten Gerichtshof die Aufhebung des israelischen Beschlusses, die Stromversorgung zu stoppen, beantragt, meldeten mehrere israelische Medien übereinstimmend. Die Folgen für das Wohlergehen der Geiseln seien bewusst ignoriert worden, zitierten Medien aus einer Erklärung der Angehörigen.
Die bei Gericht eingereichte Petition, die sich auch gegen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu richte, zitiert Berichten zufolge Aussagen ehemaliger Geiseln, wonach israelische Regierungsentscheidungen unmittelbare Auswirkungen auf die Menschen in Geiselhaft im Gazastreifen haben sollen. Misshandlungen durch die Entführer hätten sich dadurch verschlimmert, berichteten freigelassene Entführte israelischen Medien.
07.12 Uhr: Huthi-Miliz erklärt "jedes israelische Schiff" zum Angriffsziel
Jemenitische Huthi-Rebellen haben am Mittwoch gedroht, dass nun "jedes israelische Schiff" erneut zu einem Angriffsziel für die Miliz wird. Die vom Iran unterstützte Gruppe hatte bereits am Freitag gewarnt, dass die Angriffe auf Schiffe mit Verbindungen zu Israel innerhalb von vier Tagen wieder aufgenommen würden, wenn Israel keine Hilfsgüter in den Gazastreifen passieren lasse. Die Aktionen der Miliz erfolgten "aus einem tiefen Gefühl religiöser, humanitärer und moralischer Verantwortung gegenüber dem unterdrückten palästinensischen Volk", hieß es in einer Erklärung.
Die Angriffe zielten darauf ab, Israel unter Druck zu setzen, um die Grenzübergänge in den Gazastreifen wieder zu öffnen, hieß es weiter. Die Warnung gelte für das Rote Meer, den Golf von Aden, die Meerenge Bab al-Mandab und das Arabische Meer.
Dienstag, 11. März 2025
22.28 Uhr: Huthi - Nehmen Angriffe auf israelische Schiffe wieder auf
Die jemenitischen Huthi-Rebellen kündigen eine sofortige Wiederaufnahme ihrer Angriffe auf israelische Schiffe an. Dies gelte für das Rote Meer, das Arabische Meer, die Straße von Bab al-Mandab und den Golf von Aden. Die radikalen Islamisten stellten Israel am Freitag eine Frist von vier Tagen, ihre Blockade von Hilfslieferungen in den Gazastreifen aufzuheben. Eine Stellungnahme Israels liegt zunächst nicht vor.
20.16 Uhr: Hamas - Verhandlungen über Fortsetzung der Waffenruhe haben begonnen
In Katar haben nach Angaben der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas indirekte Verhandlungen über eine Fortsetzung der Waffenruhe im Gazastreifen mit Israel begonnen. Ein hochrangiger Hamas-Vertreter erklärte am Dienstag, die Islamisten hofften auf "greifbare Fortschritte" in Richtung einer Einleitung der zweiten Phase der Waffenruhe.
19.25 Uhr: Israel greift Hisbollah-Ziele im Libanon an - Zwei Tote
Bei einem israelischen Angriff im Südlibanon ist Armeeangaben zufolge ein Mitglied der Hisbollah ums Leben gekommen. Der Mann habe eine Luftabwehreinheit der Miliz geleitet, teilte das israelische Militär mit. Er habe am Wiederaufbau sowie an der Wiederaufrüstung der Einheit mitgewirkt. Das Gesundheitsministerium meldete einen Toten. Den Angaben nach wurde der Mann in einem Auto von einer israelischen Drohne getroffen.
Israels Armee griff nach eigener Darstellung außerdem auch mehrere Menschen mit einem Fluggerät auf einem von der Hisbollah genutzten Gelände im Süden des Nachbarlandes an. Die "Times of Israel" berichtete unter Berufung auf Armeekreise, Ziel seien Hisbollah-Mitglieder gewesen, die Waffen gehabt hätten. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete einen Toten bei dem Angriff.
17.48 Uhr: Zivilschutz - Vier Tote bei israelischem Luftangriff auf Stadt Gaza
Bei einem israelischen Luftangriff auf die Stadt Gaza im Norden des Gazastreifens sind nach palästinensischen Angaben vier Menschen getötet worden. Bei den Todesopfern handele es sich um vier Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren, erklärte am Dienstag der Sprecher der Zivilschutzbehörde der radikalislamischen Hamas, Mahmud Bassal. Die israelische Armee erklärte, das Ziel des Angriffs seien "mehrere Terroristen" gewesen, "deren verdächtige Handlungen eine Gefahr" für israelische Soldaten dargestellt hätten.
17.38 Uhr: Israel und Libanon sprechen über umstrittene Landgrenze
Israel und der Libanon wollen nach Angaben Israels über mehrere Streitthemen wie ihre Landgrenze sprechen. Außerdem soll es um die fünf strategischen Punkte gehen, an denen Israels Armee im Libanon trotz Waffenruhe weiterhin stationiert ist, sowie um von Israel festgenommene Libanesen, wie das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mitteilte.
Vertreter aus Israel, den USA, Frankreich und dem Libanon hätten sich dazu in der libanesischen Stadt Nakura getroffen. Dabei sei die Einrichtung dreier gemeinsamer Arbeitsgruppen vereinbart worden, um die Themen anzugehen, hieß es. Ziel sei die Stabilisierung der Region.
14.50 Uhr: Palästinenser melden Tote im Gazastreifen und im Westjordanland
Bei israelischen Angriffen und Militäreinsätzen sind nach palästinensischen Angaben im Gazastreifen acht Menschen und im besetzten Westjordanland drei Menschen getötet worden. Unter anderem habe ein israelischer Luftangriff am Dienstag nahe dem sogenannten Netzarim-Korridor im Gazastreifen vier Menschen getötet, teilte der von der Hamas-Regierung kontrollierte Zivilschutz mit.
11.44 Uhr: Drei Palästinenser bei Militäreinsatz Israels getötet
Bei einem israelischen Militäreinsatz in Dschenin im nördlichen Westjordanland sind nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums drei Menschen getötet worden. Dabei handele es sich um zwei Männer und eine 58 Jahre alte Frau, teilte das Ministerium mit. Die israelische Armee teilte mit, Spezialkräfte seien als Teil eines Anti-Terror-Einsatzes in der Stadt im Einsatz, die als Hochburg militanter Palästinenser gilt.
09.30 Uhr: Berichte - Radikale israelische Siedler greifen palästinensisches Dorf an
Radikale israelische Siedler haben nach Medienberichten ein palästinensisches Dorf nahe Ramallah im besetzten Westjordanland angegriffen. Einwohner des Dorfes Umm Safa berichteten, eine Autowerkstatt sowie mehrere Fahrzeuge seien dort in Brand gesetzt worden. Ein israelischer Armeesprecher sagte, man prüfe den Bericht.
07.48 Uhr: Saudi-Arabien und Katar kritisieren Stopp israelischer Stromlieferungen
Saudi-Arabien und Katar haben den Stopp israelischer Stromlieferungen in den Gazastreifen scharf kritisiert. Das saudiarabische Außenministerium sprach am Dienstag von einer "kollektiven Bestrafung der Palästinenser" in dem Küstengebiet. Auch Katar verurteilte die Maßnahme, die eine "eklatante Verletzung des humanitären Völkerrechts" darstelle.
Die israelische Regierung hatte am Sonntag bekannt gegeben, nach der humanitären Hilfe auch die Stromlieferungen in das Palästinensergebiet gestoppt zu haben. Mit dem rigorosen Vorgehen will Regierungschef Benjamin Netanjahu die radikalislamische Hamas dazu bewegen, seine Bedingungen für die zweite Phase der Waffenruhe zu akzeptieren.
Montag, 10. März 2025
21.35 Uhr: Syrische Sicherheitskreise: Israelische Luftangriffe auf Süden Syriens
Israel hat syrischen Sicherheitskreisen zufolge mehrere Angriffe auf ehemalige Kasernen und Außenposten der syrischen Armee im Süden des Landes geflogen. Mindestens sechs Angriffe habe es auf eine Basis in der Stadt Dschbab und mindestens acht auf eine frühere Armeebasis in der Stadt Israa gegeben, hieß es. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht.
18.29 Uhr: Chef des Palästinenser-Hilfswerks verurteilt Israels Gaza-Blockade
Der Chef des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA), Philippe Lazzarini, hat die erneute Blockade des Gaza-Streifens durch Israels Armee scharf kritisiert. Die Abriegelung bedrohe das Überleben der Zivilbevölkerung in dem weitgehend zerstörten Gebiet, sagte Lazzarini.
17.01 Uhr: Palästinenser – Tödlicher Angriff Israels im Gazastreifen
Trotz einer geltenden Waffenruhe hat es bei einem israelischen Drohnenangriff im Zentrum des Gazastreifens palästinensischen Angaben zufolge Opfer gegeben. Mitarbeiter eines nahegelegenen Krankenhauses meldeten einen Toten. Außerdem gab es demnach mehrere Verletzte. Die palästinensische Nachrichtenagentur berichtete unter Berufung auf Anwohner von zwei Todesopfern.
Israels Armee teilte mit, der Luftangriff habe sich gegen drei Palästinenser gerichtet, die Sprengsätze im Boden platzieren wollten. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Während der Feuerpause, die seit dem 19. Januar in Kraft ist, gab es bereits mehrfach tödliche Zwischenfälle im Gazastreifen.
16.42 Uhr: Hamas – Israel will sich nicht zu Rückzug von Gaza-Grenze bekennen
Die Hamas kritisiert, dass Israel sich nicht zum Rückzug seiner Streitkräfte aus dem Philadelphi-Korridor an der Südgrenze des Gazastreifens bekennt. In einer Erklärung wirft die radikal-islamische Gruppe Israel vor, seinen im Waffenstillstandsabkommen vereinbarten Verpflichtungen nicht nachzukommen. Der Korridor erstreckt sich entlang der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten und ist ein zentraler Streitpunkt bei den Verhandlungen. Israel brachte das Gebiet 2024 im Rahmen seiner Offensive auf die Grenzstadt Rafah unter seine Kontrolle, um Nachschublinien der Hamas zu unterbinden.
16.19 Uhr: E4-Staaten begrüßen arabische Gaza-Initiative
Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien begrüßen eine arabische Initiative zum Wiederaufbau des Gazastreifens. "Der Plan zeigt einen realistischen Weg zum Wiederaufbau Gazas auf und verspricht – sollte er umgesetzt werden – eine rasche und nachhaltige Verbesserung der katastrophalen Lebensbedingungen der in Gaza lebenden Palästinenser", heißt es in einer Erklärung der Außenministerinnen und Außenminister der vier Länder.
"Wiederaufbau- und Sanierungsbemühungen müssen sich auf einen politisch wie sicherheitspolitisch soliden, für Israelis wie auch für Palästinenser akzeptablen Rahmen gründen, der Israelis und Palästinensern gleichermaßen langfristig Frieden und Sicherheit bietet", heißt es darin weiter. Die radikal-islamische Hamas könne in dem palästinensischen Küstenstreifen nicht weiter regieren.
15.57 Uhr: Verwaltung – Wasserversorgung in Deir al-Balah stark gesunken
Nachdem Israel Stromlieferungen in den Gazastreifen gekappt hat, wird palästinensischen Angaben zufolge in einer Stadt das Wasser bereits knapp. Eine Wasseraufbereitungsanlage im Zentrum des Gebiets sei nicht länger in Betrieb, teilte die Stadtverwaltung von Deir al-Balah mit. Ein israelisches Unternehmen weigere sich außerdem seit zwei Monaten, eine aus Israel kommende Wasserleitung zu reparieren, hieß es weiter. Die Wasserversorgung für die Bewohner der Stadt Deir al-Balah sei deshalb um 70 Prozent gesunken. Die Verwaltung warnte vor einer humanitären Katastrophe.
Die für Palästinenserangelegenheiten zuständige israelische Behörde Cogat äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Bericht.
12.46 Uhr: Auswärtiges Amt - Israel soll Versorgung des Gazastreifens ermöglichen
Das Auswärtige Amt hat Israel dazu aufgerufen, die Versorgung des Gazastreifens mit Strom und humanitärer Hilfe wieder aufzunehmen. Die Kappung der Stromlieferungen nach Gaza sowie die Diskussion um einen Stopp von Wasserlieferungen seien "inakzeptabel und nicht mit den völkerrechtlichen Verpflichtungen" Israels vereinbar, erklärte eine Sprecherin. Die Bundesregierung nehme die Entwicklungen "mit größter Sorge zur Kenntnis" und rufe die israelische Regierung auf, die Einfuhrbeschränkungen nach Gaza "für alle Formen humanitärer Hilfe mit sofortiger Wirkung wieder aufzuheben".
Die Gewährung oder Versagung von humanitärer Hilfe seien "kein legitimes Druckmittel" in Verhandlungen, so die Sprecherin. Israel müsse "die ungehinderte Bereitstellung von dringend benötigter Grundversorgung und humanitärer Unterstützung im gesamten Gazastreifen" sicherstellen. Gleichzeitig müsse die Hamas die verbliebenen Geiseln freilassen. Am Wochenende war bekannt geworden, dass Israel nach dem Stopp humanitärer Hilfslieferungen auch die Lieferung von Strom ab sofort einstellen will. Mit der Maßnahme will Israel Druck auf die Hamas ausüben, die noch Dutzende israelische Geiseln festhält.
08.35 Uhr: Gemeinsame Marineübung von China, Russland und Iran
Für ein gemeinsames Marinemanöver mit dem Titel "Meeresgürtel-Sicherheit 2025" sind russische und chinesische Kriegsschiffe in iranischen Gewässern eingetroffen. Nach Angaben des iranischen Militärs beteiligt sich Russland mit zwei Zerstörern und einem Versorgungsschiff, China entsendet einen Zerstörer und ein Versorgungsschiff. Iran stellt mit seiner Marine und den Revolutionsgarden insgesamt zehn Schiffe. Laut der Nachrichtenagentur Tasnim beginnt der Hauptteil des Manövers nahe der Küstenstadt Tschahbahar am Dienstag.
Die Gewässer zwischen Iran und Oman sind für den Seehandel von besonderer Bedeutung. Die Straße von Hormus, die den Golf von Oman mit dem Persischen Golf verbindet, zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Ölexport. Angesichts der militärischen Spannungen mit Erzfeind Israel drohten iranische Kommandeure im vergangenen Jahr, die Meerenge jederzeit blockieren zu können. Das gemeinsame Marinemanöver der drei Staaten findet seit mehreren Jahren regelmäßig im März statt. Angesichts harter internationaler Sanktionen haben Moskau und Teheran ihre Beziehungen zuletzt deutlich ausgebaut
07.42 Uhr: Palästinensischer Student soll wegen Kundgebung aus USA abgeschoben werden
In den USA ist ein palästinensischer Student festgenommen worden, weil er an der Organisation von pro-palästinensischen Kundgebungen an der Columbia University in New York beteiligt war. Das Heimatschutzministerium wirft ihm "Aktivitäten im Einklang mit der Hamas" vor, ohne nähere Angaben zu machen. Der Doktorand besitzt eine "Greencard" für dauerhaftes Aufenthaltsrecht und ist mit einer Amerikanerin verheiratet. US-Außenminister Marco Rubio teilte im Internet einen Bericht über Chalils Festnahme und erklärte: "Wir werden Hamas-Unterstützern in den USA die Visa und Greencards entziehen, damit sie abgeschoben werden können." Bürgerrechtsgruppen kritisierten die Festnahme als Angriff auf die Meinungsfreiheit.
06.28 Uhr: Iran wohl doch offen für Atomverhandlungen mit dem Westen
Der Iran zeigt sich nun doch offen für Gespräche im Atomstreit mit den Vereinigten Staaten - allerdings mit Einschränkung. "Wenn das Ziel der Verhandlungen darin besteht, die Bedenken hinsichtlich einer möglichen Militarisierung des iranischen Atomprogramms anzusprechen, können solche Gespräche in Betracht gezogen werden", hieß es in einer Erklärung der UN-Mission des Landes, die auf X veröffentlicht wurde. Nur einen Tag zuvor hatte Irans Staatsoberhaupt und Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei Gespräche mit den USA abgelehnt, weil diese seiner Meinung nach darauf abzielen würden, den militärischen und regionalen Einfluss des Irans einzuschränken.
Chameneis Antwort folgte auf einen Brief von US-Präsident Donald Trump, der sich nach eigenen Angaben um ein neues Abkommen mit Teheran bemühen will, um das Atomabkommen zu ersetzten, aus dem er sich während seiner ersten Amtszeit zurückgezogen hatte. Sowohl die USA als auch Israel haben bereits mehrfach deutlich gemacht, dass sie die Militarisierung des iranischen Atomprogramms und die Möglichkeit einer iranischen Atombombe nicht zulassen würden. Der Iran hat lange beteuert, sein Atomprogramm diene ausschließlich friedlichen Zwecken, inzwischen aber durchblicken lassen, er könne auch eine Atombombe bauen.
03.22 Uhr: Hamas wirft Israel nach Stopp von Hilfslieferungen "Erpressung" vor
Nach dem Stopp von Hilfslieferungen für den Gazastreifen hat die Hamas der israelischen Regierung "Erpressung" vorgeworfen. Israel hatte die Lieferungen in der Nacht zum Sonntag blockiert, nachdem die erste Phase der Waffenruhe-Vereinbarung mit der Hamas abgelaufen war. Verhandlungen über eine zweite Phase blieben erfolglos. Israel hatte daraufhin einem Vorschlag des US-Nahost-Sondergesandten Steve Witkoff zugestimmt, die Waffenruhe im Gazastreifen während des islamischen Fastenmonats Ramadan und des jüdischen Pessach-Festes zu verlängern und mit "weiteren Konsequenzen" gedroht. Die Hamas lehnt den US-Vorschlag allerdings ab und besteht darauf, über die Bedingungen einer zweiten Phase der Waffenruhe zu verhandeln.
Die Lebensmittelpreise im Gazastreifen sind seit dem Einfuhrstopp für Hilfslieferungen stark gestiegen. Einwohner des blockierten Küstenstreifens berichteten, ein Kilo Tomaten oder Gurken koste rund drei US-Dollar - etwa doppelt so viel wie vor dem Stopp von Hilfslieferungen vor drei Tagen. Ein Kilo Mehl habe während der sechswöchigen Waffenruhe etwa zehn Dollar gekostet - der Preis sei nun auf rund 30 Dollar gestiegen. Der Kilopreis für Hühnerfleisch habe vorher sechs Dollar betragen, inzwischen seien es 20 Dollar.
00.20 Uhr: Israel beim ESC mit Song von Überlebender des Nova-Festivals
Israel hat erstmals das Lied vorgestellt, mit dem die Kandidatin Yuval Raphael im Mai beim Eurovision Song Contest in der Schweiz antreten wird. Die 24-jährige Raphael ist eine Überlebende des Hamas-Massakers am 7. Oktober 2023 im israelischen Grenzgebiet. In dem Song "New Day Will Rise" geht es darum, schmerzhafte Erlebnisse zu überwinden. Raphael hatte vor eineinhalb Jahren mit Freundinnen auf dem Nova-Musikfestival am Rande des Gazastreifens gefeiert, als es zu der Terrorattacke kam. Sie überlebte, indem sie sich in einem Schutzraum stundenlang unter Leichen versteckte. Die Terroristen töteten 364 Teilnehmer des Festivals und entführten Dutzende in den Gazastreifen.
In dem ESC-Song sind dezente Anspielungen auf die Vorfälle des 7. Oktober auszumachen. Das Video zeigt junge Menschen, die durch eine grüne Landschaft gehen. Darin sind rote Anemonen zu sehen - die Blume symbolisiert den israelischen Süden. Beim vergangenen ESC hatten Kritiker gefordert, Israel wegen des Vorgehens der israelischen Armee im Gaza-Krieges auszuschließen. Die ESC-Organisatoren entschieden sich gegen einen solchen Schritt. Die israelische Sängerin Eden Golan war daraufhin bei ihrem ESC-Auftritt in Malmö 2024 zum Teil heftig angefeindet worden, belegte aber den fünften Platz.