(Symbolbild) Auf dem Bild ist ein Plakat zu sehen, das für den ESC 2026 in Wien wirbt.
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(Symbolbild) Der ESC kommt zum zweiten Mal nach Wien. Zuletzt hatte er 2015 in der österreichischen Hauptstadt stattgefunden.
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(Symbolbild) Der ESC kommt zum zweiten Mal nach Wien. Zuletzt hatte er 2015 in der österreichischen Hauptstadt stattgefunden.

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ESC: Warum Australien dabei ist – und was sonst noch wichtig ist

ESC: Warum Australien dabei ist – und was sonst noch wichtig ist

Der ESC hat in diesem Jahr das Zeug dazu, so spannend zu werden wie selten: Unter den Favoriten gibt es eine Aufholjagd – gleichzeitig boykottieren einige Länder den ESC. Die wichtigsten Fragen zum ESC 2026 in Wien im Überblick.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr steht der Wettbewerb im Zeichen der Krise: Der Streit um die Teilnahme Israels ließ das Teilnehmerfeld des 70. Eurovision Song Contests (ESC) um fünf Länder schrumpfen. Das Motto "United By Music", vereint durch Musik, blieb dennoch. Wer die Favoriten sind, wie Deutschlands Chancen stehen und warum eigentlich Australien mitmachen darf – ein Überblick.

Wann und wo findet der ESC 2026 statt?

Weil im vergangenen Jahr Sänger JJ mit dem Lied "Wasted Love" gewonnen hat, findet dieses Jahr der ESC in Wien in Österreich statt. Das Finale ist wie bereits 2015 in der Wiener Stadthalle zu sehen. Im Rennen um die Austragung hatte sich die Hauptstadt gegen die Konkurrenz aus Innsbruck durchgesetzt. Das Finale findet am Samstag (21 Uhr MESZ) statt.

Wer tritt beim ESC für Deutschland an?

Im Vorentscheid setzte sich die Sängerin Sarah Engels mit ihrem Song "Fire" durch. In der Endrunde landete die ehemalige DSDS-Zweite vor den Konkurrenten Wavvyboi und Molly Sue. Aus insgesamt neun Teilnehmerinnen und Teilnehmern wählte eine internationale Fachjury drei Acts aus. Das deutsche Publikum war schließlich von Sarah Engels am meisten überzeugt.

Wie stehen die Chancen für Deutschland?

Die Chancen, den ESC nach 2010 erstmals wieder zu gewinnen, stehen schlecht. Je nach Buchmacher rangiert der deutsche Beitrag im hinteren Mittelfeld zwischen den Plätzen 21 und 23 (Stand Anfang Mai). Auch nach Sarah Engels' Auftritt beim Halbfinale am 12. Mai ging es in den Wettbüros für sie nicht aufwärts. Einen besonderen Eindruck scheint Engels in Wien nicht gemacht zu haben.

Ganz nach unten dürfte es aber wohl auch nicht gehen. Das Genre passt nämlich grundsätzlich zum ESC. Die Griechin Eleni Foureira (aber für Zypern antretend) belegte mit einem ähnlichen Lied 2018 den zweiten Platz. Sarah Engels kommt mit ihrem Song womöglich nur ein paar Jahre zu spät.

Wer sind die Favoriten?

Klarer Favorit ist laut den Buchmachern bislang das finnische Duo Linda Lampenius und Pete Parkkonen mit ihrem Song "Liekinheitin". Sie könnten Finnland erst den zweiten Sieg überhaupt bescheren.

Griechenland holte kurz vor dem ESC-Finale bei den Wettbüros aber kräftig auf. Der TikTok-Star Akylas erinnert mit seinem Auftritt an Computerspiele der 80er Jahre, insbesondere beim jungen Publikum macht ihn das zu einem der Favoriten. Auch Dänemark, Australien, Frankreich und Israel werden Siegchancen zugerechnet.

Was hat es mit den diesjährigen Boykottaufrufen auf sich?

Die Boykottaufrufe richten sich gegen die Teilnahme Israels am ESC. Insgesamt fünf Länder (Spanien, Irland, Island, Slowenien, Niederlande) nehmen dieses Jahr aus Protest nicht teil. Hintergrund ist das Vorgehen der israelischen Regierung im Gazastreifen. Bei dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 wurden mindestens 1.200 Menschen getötet, meist Zivilisten. Israels Armee tötete mehr als 72.000 Palästinenser, größtenteils Zivilisten. Große Teile Gazas liegen in Trümmern.

Zudem gibt es einige Länder, die bereits seit Längerem nicht mehr teilnehmen. Dazu zählen die Türkei und Ungarn, denen das Musikevent zu queer ist und nicht den konservativen Ansprüchen der verantwortlichen TV-Sender genügt. Russland darf seit dem Angriff auf die Ukraine 2022 nicht mehr am ESC teilnehmen.

Warum darf Australien am ESC teilnehmen?

Das hat viel mit der Popularität des Wettbewerbs in Australien zu tun. Bereits seit den 1980er-Jahren wird der Wettbewerb dort live übertragen. Im Jahr 2014 sahen in Australien mehr als drei Millionen Menschen den ESC. Zum 60. Jubiläum gab es 2015 dann die Sondereinladung für Australien. Seitdem erlaubte die European Broadcasting Union (EBU) dem Land immer wieder die Teilnahme. Sollte ein australischer Beitrag gewinnen, wäre ein ESC in "Down Under" allerdings ausgeschlossen.

Wer hat den ESC schon wie oft gewonnen?

Den Rekord halten Irland und Schweden mit jeweils sieben Siegen. Schweden gewann zuletzt 2023, bei Irland liegt der letzte Sieg genau dreißig Jahre zurück. Jeweils fünfmal konnten Großbritannien, Frankreich, Luxemburg und die Niederlande den ESC gewinnen. Deutschland hat den Wettbewerb bisher zweimal gewonnen: das erste Mal 1982 Nicole mit dem Song "Ein bisschen Frieden", dann 2010 Lena mit dem Lied "Satellite".

Hat jemals ein Land beim Eurovision Song Contest null Punkte erreicht?

Ja, das ist schon oft passiert. Für Deutschland ging zuletzt die Sängerin Ann Sophie 2015 komplett leer aus. Im Jahr darauf gab es eine Umstellung bei der Punktevergabe, wodurch Fachjury und Publikum ihre Punkte nun getrennt vergeben. Dadurch ist es schwieriger geworden, ganz leer auszugehen. Den Briten James Newman traf es 2021 trotzdem. Er fuhr mit null Punkten nach Hause.

Welche Länder haben Deutschland bisher viele Punkte gegeben?

Deutschland bekommt traditionell viele Punkte von seinen Nachbarn aus der Schweiz und Österreich. Das ist ein Phänomen, das sich auch bei anderen Ländern zeigt: Geografische Nachbarn geben sich gegenseitig überdurchschnittlich viele Punkte. Für Deutschland gilt das allerdings nur für seine deutschsprachigen Nachbarn. Frankreich, Polen, Dänemark oder Tschechien vergeben ihre Punkte nicht überdurchschnittlich häufig an Deutschland.

Im Video: Zwischen Krieg und Konfetti - Das Dilemma des ESC

Blick auf die ESC-Bühne
Bildrechte: picture alliance / APA-Images / APA / GEORG HOCHMUTH | GEORG HOCHMUTH
Videobeitrag

Fans in aller Welt schauen auf den ESC in Wien. In der Nacht von Samstag auf Sonntag findet das Finale statt.

Dieser Artikel ist erstmals am 14. Mai 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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