Ein Paar auf dem Weg zum Kinderwunsch.
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Julia B. und Philip K. haben sich für eine Eizellspende in Spanien entschieden – in Deutschland ist die Behandlung verboten.
Bildrechte: privat/Julia B.
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Julia B. und Philip K. haben sich für eine Eizellspende in Spanien entschieden – in Deutschland ist die Behandlung verboten.

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Kinderwunsch trotz Verbot: Warum Paare deshalb ins Ausland gehen

Kinderwunsch trotz Verbot: Warum Paare deshalb ins Ausland gehen

Für Paare wie Julia B. und Philip K. ist die Eizellspende die letzte Chance auf ein Kind. In Deutschland ist sie bislang verboten. Ihre Geschichte zeigt, welche Hürden Betroffene überwinden müssen und warum viele ins Ausland gehen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Seit sechs Jahren wünschen sich Julia B. und Philip K. ein Kind. Sie ist mittlerweile 37 Jahre alt, er 39. Am Anfang scheint alles leicht zu gehen. Doch in der elften Schwangerschaftswoche stellt der Arzt fest, dass beim Embryo kein Herzschlag zu sehen ist. "Es hat uns wie einen Schlag getroffen", sagt Julia.

Kinderwunsch - ein langer Weg

Weitere Versuche bleiben erfolglos. Eine medizinische Erklärung gibt es nicht – beide sind gesund. Das Ehepaar sucht Hilfe in einer Kinderwunschklinik. In den folgenden Jahren unterzieht sich Julia mehreren künstlichen Befruchtungen – ohne Erfolg.

Vier weitere Fehlgeburten erlebt sie. Sie wechseln die Klinik. In München stellt ein Spezialist fest, dass ihre Gene möglicherweise nicht gut zusammenpassen. Der nächste Versuch mit angepasster Therapie scheint zunächst erfolgreich – doch auch diese Schwangerschaft endet früh. "In dem Moment hatte ich keine Hoffnung mehr", sagt Julia.

Hoffnung für Paare, verboten in Deutschland

Der Weg zum Kind ist in Deutschland für jedes sechste Paar nicht auf natürlichem Weg möglich, mehr als 130.000 Kinderwunschbehandlungen werden jährlich dokumentiert [externer Link]. Erst Gespräche in einer Selbsthilfegruppe geben Julia und Philip wieder neuen Mut.

Sie informieren sich über alternative Wege – auch über eine Adoption. Doch mit diesem Weg stoßen sie beim Jugendamt zunächst in eine Sackgasse: Auf jedes zur Adoption freigegebene Kind kämen vier bis fünf Paare, sagt Julia. Dann stoßen sie auf die Eizellspende. "Für den einen Versuch, den wir uns noch vorstellen können, wollten wir eine Behandlung, mit der wir am ehesten Erfolg bekommen."

In Deutschland ist diese Behandlung verboten. Grundlage ist das Embryonenschutzgesetz von 1990. Ärzten, die eine Eizellspende durchführen, drohen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe. Deutschland gehört zu den wenigen europäischen Ländern mit einem vollständigen Verbot. Begründet wird das unter anderem mit der sogenannten gespaltenen Mutterschaft – der Trennung zwischen genetischer und austragender Mutter.

Eizellspende im Ausland: Der Weg nach Spanien

Deshalb gibt es in Deutschland keine offizielle Beratung zur Eizellspende. "Man bekommt hier sofort das Gefühl, etwas ganz Schlimmes zu machen", sagt Julia. Informationen zur Eizellspende findet sie vor allem im Internet – häufig über Erfahrungsberichte anderer Betroffener.

Über ihren eigenen Instagram-Account teilt Julia ihre Geschichte [externer Link] – und baut sich ein Netzwerk auf. Schätzungen zufolge lassen etwa 4.000 Frauen aus Deutschland jährlich eine Eizellspende im Ausland durchführen.

Das Ehepaar entscheidet sich schließlich für Spanien, auch wegen eines zentralen Registers, das dokumentiert, wie oft eine Frau Eizellen spendet. Das soll sie vor kommerzieller Ausnutzung bewahren. Die Behandlung kostet zwischen 10.000 und 15.000 Euro, die Erfolgschancen beim ersten Versuch liegen bei 50 bis 60 Prozent.

Zweimal reist das Paar nach Madrid: Zunächst gibt Philip eine Samenprobe ab, später wird Julia der Embryo eingesetzt. Die Klinik sucht in der Zwischenzeit eine Spenderin, deren genetische Merkmale zu Julia passen. Die Eizellspende erfolgt in Spanien anonym, anders als die Samenspende in Deutschland, bei der Kinder später erfahren können, wer ihr genetischer Vater ist.

Zwischen Reformplänen, Empfehlungen und ethischen Bedenken

Inzwischen fordert auch die "Frauen Union" der CDU eine Legalisierung der Eizellspende unter strengen Regeln. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) prüft derzeit eine entsprechende Gesetzesänderung. Dazu will sie sich mit Bundesjustizministerin Hubig (SPD) und Bundesfamilienministerin Prien (CDU) abstimmen.

Ein Ansatz: Als Spende erlaubt werden sollen nur Eizellen, die für den eigenen Kinderwunsch der Spenderin eingefroren wurden und nicht mehr benötigt werden – um zusätzliche Entnahmen zu vermeiden.

Bereits 2024 befasste sich eine Regierungskommission zur Fortpflanzungsmedizin mit dem Thema [externer Link]. Ihr Fazit: Das Verbot sei "überholt und nicht mehr überzeugend". Sie empfiehlt unter anderem eine Begrenzung der Eizellen pro Spenderin sowie das Recht des Kindes, seine Abstammung zu erfahren. Kritiker warnen jedoch weiterhin vor gesundheitlichen Risiken und wirtschaftlicher Ausbeutung.

"Eizellspenden finden statt – nur eben im Ausland"

Julia sieht in dem Vorstoß der Gesundheitsministerin einen ersten Schritt. Dennoch seien die Einschränkungen so hoch, dass nicht jedes Paar profitieren könne. "Man darf nicht die Augen davor verschließen: Eizellspenden finden statt – nur eben im Ausland."

Dieser Artikel ist erstmals am 12.03.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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