Mit Informationen der ARD-Korrespondentinnen und -Korrespondenten sowie der Nachrichtenagenturen AFP, AP, dpa, epd, KNA und Reuters. Zum Teil lassen sich die Angaben nicht unabhängig überprüfen.
01.32 Uhr: Selenskyj will nach Explosion von Waffenlager Manager zur Rechenschaft ziehen
Nach den tödlichen Explosionen in einem Wohngebiet nahe Kiew hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj angekündigt, Verantwortliche in der staatlichen Rüstungsindustrie zur Rechenschaft zu ziehen.
Bei einem russischen Angriff auf ein Waffenlager in der Kleinstadt Wyschnewe und den anschließenden Explosionen waren in dieser Woche zehn Menschen getötet worden. Hunderte Häuser wurden beschädigt.
Selenskyj erklärte, eine Untersuchung habe ergeben, welche Manager des staatlichen Rüstungskonzerns Ukroboronprom die Nutzung des Lagergebäudes in dem Wohngebiet genehmigt hätten. Dies stelle einen Verstoß gegen das Gesetz und militärische Anordnungen dar. Die Verantwortlichen müssten sich nun dafür verantworten.
00.04 Uhr: Klitschko - Russische Angriffe mit ballistischen Raketen "schlimmer als je zuvor"
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko sieht in den schweren russischen Luftangriffen der vergangenen Tage eine weitere Eskalation des Ukraine-Kriegs durch Moskau. "So etwas habe ich seit Kriegsbeginn noch nicht erlebt. Die Angriffe mit russischen ballistischen Raketen sind schlimmer als je zuvor", sagte er der "Bild am Sonntag".
Innerhalb einer Woche griff das russische Militär Kiew dreimal massiv aus der Luft an. Dabei kamen neben Drohnen auch Marschflugkörper und ballistische Raketen zum Einsatz. Nach ukrainischen Angaben wurden Dutzende Menschen getötet und mehr als 100 verletzt. Zahlreiche Wohnhäuser in der Hauptstadt wurden beschädigt oder zerstört.
Klitschko zeigte sich überzeugt, dass die von Kremlchef Wladimir Putin betriebene Eskalation auch auf die neue Stärke der Ukraine auf dem Schlachtfeld zurückzuführen sei. Putin stehe so unter Druck, "dass er jetzt offenbar Kiew kaputt bomben will, bevor der Winter beginnt", sagte der frühere Box-Weltmeister.
Sonntag, 12. Juli 2026
21.40 Uhr: Selenskyj fordert raschere Umsetzung von Waffenabkommen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj setzt sich für eine raschere Bereitstellung vereinbarter Waffenlieferungen ein. "Ich bereite Änderungen in den diplomatischen Bemühungen der Ukraine vor", sagte er in seiner abendlichen Videoansprache. "Wir brauchen eine neue Ebene der Zusammenarbeit mit unseren Partnern, um sicherzustellen, dass Vereinbarungen über Waffenlieferungen erfüllt werden." Getroffene Abmachungen müssten viel schneller und vollständiger umgesetzt werden.
Dies gelte auch für die jüngst mit US-Präsident Donald Trump getroffene Vereinbarung, wonach die Ukraine eine Lizenz zur eigenen Produktion von Patriot-Flugabwehrraketen erhält. Der Ukraine mangelt es an Munition für ihre Patriot-Systeme, um russische ballistische Raketen abzufangen.
21.24 Uhr: Selenskyj will nach Einschlägen bei Kiew Militärs abstrafen
Bei einem russischen Raketenangriff, bei dem vor ein paar Tagen neun Menschen ums Leben kamen, gingen nahe Kiew Munitionslager in die Luft. Die Folge: Evakuierung von Hunderten Anwohnern, tagelang kämpften die Einsatzkräfte gegen die Flammen. Nun will der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die verantwortlichen Beamten bestrafen. Es sei eindeutig verboten gewesen, Depots in der Stadt Wyschnewe anzulegen, "doch all diese Vorschriften wurden missachtet", klagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Dabei gebe es genügend Plätze in der Ukraine, um solche Depots in sicherer Entfernung von Wohnhäusern aufzubauen.
Laut Selenskyj waren Leiter zweier Staatsbetriebe für den Verstoß gegen die Sicherheitsvorschriften verantwortlich. Gegen sie und andere Manager werde ermittelt, hieß es.
17.49 Uhr: Selenskyj - Angriffe auf Zivilisten vorm Luftalarm
Die russischen Angriffe von heute waren das zweite Mal in nicht einmal einer Woche, dass russische Raketen in der Ukraine einschlugen, bevor der Luftalarm aktiviert wurde. Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj erklärte im Onlinedienst X, Russland habe sein Land in der Nacht mit mehr als 120 Drohnen und zwölf Raketen angegriffen. "Zivile Infrastruktur wurde getroffen, bevor Luftalarm ausgerufen wurde", so der Präsident. Selenskyj veröffentlichte Videos von Einsatzkräften, die in den Trümmern von Gebäuden nach Verschütteten suchten.
Insgesamt sind bei den jüngsten russischen Angriffen mit Raketen, Drohnen und Lenkbomben in der Ukraine nach neuen Angaben sechs Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Russland dementierte gezielte Angriffe auf Zivilisten in der Ukraine.
16.59 Uhr: Verletztenzahl in Sumy nach oben korrigiert
Bei dem russischen Angriff mit Gleitbomben auf die nordostukrainische Stadt Sumy, bei dem mindestens vier Menschen getötet wurden, ist die Zahl der Verletzten gestiegen. Wie der Chef der Militärverwaltung von Sumy, Oleh Hryhorow, mitteilte, wurden 17 Menschen verletzt. Eine Bushaltestelle sei getroffen worden, schrieb er.
Russland setzt häufig Gleitbomben ein: Sie werden von Flugzeugen noch weit von der Front entfernt abgeworfen. Obwohl die Waffen gelenkt sind, gelten sie als nicht besonders zielsicher. Immer wieder treffen sie zivile Objekte.
15.36 Uhr: Tote und Verletzte nach russischem Gleitbombenangriff
Das russische Militär hat durch den Abwurf von Gleitbomben auf die nordostukrainische Stadt Sumy mindestens vier Menschen getötet. "Darunter ist auch ein Mädchen", sagte der Bürgermeister von Sumy, Artem Kobsar, in einem auf seinem Telegramkanal geteilten Video. Weitere sieben Personen mussten demnach verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Auf dem Video ist ein Bombenkrater im Asphalt und ein zerfetzter Kleinbus in einem Wohngebiet zu sehen. Die örtlichen Behörden warnten vor weiteren Angriffen.
14.56 Uhr: Zwei Tote bei russischen Angriffen auf die Ukraine
Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach ukrainischen Angaben mindestens zwei Menschen getötet und zwölf weitere verletzt worden. Die Todesopfer wurden aus Odessa im Süden des Landes gemeldet. Dort sei eine russische Rakete in einem Gebäude eingeschlagen, teilte der Chef der Regionalverwaltung, Oleh Kiper, am heutigen Samstag mit. Eine weitere Person sei durch Splitter nach dem Einschlag verletzt worden.
12.00 Uhr: Russland meldet Vorrücken in Region Sumy
Russische Truppen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau die Siedlung Batschiwsk in der nordukrainischen Region Sumy eingenommen.
11.40 Uhr: Ukraine beschießt 21 russische Öltanker
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben in der Nacht weitere 21 russische Öltanker im Asowschen Meer mit Drohnen attackiert. Neben den Tankern hätten die Drohnen auch vier Schlepper, zwei Trockenfrachter und einen Schwimmbagger getroffen, teilte der Generalstab in Kiew bei Telegram mit. Das Ausmaß der Schäden werde noch geprüft, heißt es.
Es wäre die zahlenmäßig größte Attacke einer schon seit Tagen laufenden Angriffswelle. Russland hatte zuvor deutlich geringere Angaben zu dem Beschuss gemacht. Unabhängig lassen sich die Angaben beider Kriegsparteien nicht überprüfen.
10.29 Uhr: Russischer Seemann stirbt nach ukrainischem Drohnenangriff
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf vier Schiffe im Asowschen Meer ist nach russischen Behördenangaben eine Person getötet worden. "Ein Seemann auf einem technischen Versorgungsschiff ist ums Leben gekommen", gaben die russischen Behörden bekannt. Verletzte habe es keine gegeben. Eines der in der Bucht von Taganrog angegriffenen Schiffe sei ein Methanol-Tanker.
10.27 Uhr: Brände in russischen Treibstofflagern sind gelöscht
Die durch ukrainische Drohnen am Freitag verursachten Brände in zwei Treibstofflagern in der südrussischen Region Rostow sind gelöscht, wie der Gouverneur der Region, Juri Sljusar, auf Telegram mitteilte.
07.52 Uhr: Wadephul fordert Friedensgespräche mit Russland
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat sich mit Blick auf den Ukraine-Krieg für einen neuen Anlauf zu Verhandlungen ausgesprochen. "Wir sollten jetzt einen sehr ernsthaften Versuch unternehmen, beide Konflikte beizulegen", sagte er im Interview mit dem "Tagesspiegel" (externer Link, möglicherweise Bezahlschranke). Der Konflikt werde nicht auf dem Schlachtfeld entschieden, "sondern am Verhandlungstisch – je eher, desto besser für die Menschen".
Die auf dem Nato-Gipfel beschlossenen Finanzzusagen an Kiew seien eine klare Botschaft an den russischen Präsidenten Wladimir Putin, dass die Ukraine den längeren Atem habe und Russland nun verhandeln müsse.
07.17 Uhr: Verletzte nach nächtlichen Angriffen auf Kiew
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in der Nacht erneut unter Raketenbeschuss geraten. Russland habe die Stadt mit ballistischen Raketen angegriffen, teilten Bürgermeister Vitali Klitschko und Militärgouverneur Tymur Tkatschenko auf Telegram mit. Sie riefen die Anwohnerinnen und Anwohner auf, sich in Schutzräume zu begeben. Mindestens zehn Menschen wurden bei den Angriffen verletzt. Unter den Opfern sei auch ein Kind, teilte der Katastrophenschutz mit.
Bei den nächtlichen Attacken sei es in mehreren Bezirken zu Bränden gekommen, hieß es. Einige Gebäude wurden beschädigt. Reporter vor Ort berichteten von mehreren Angriffswellen mit Explosionen.
Samstag, 11. Juli 2026
22.05 Uhr: US-Senator - China hat größten Einfluss auf Frieden
Der republikanische US-Senator Lindsey Graham glaubt, dass China den meisten Einfluss habe, um für Frieden in der Ukraine zu sorgen. Das sagte Graham am Freitag vor Reportern in der ukrainischen Hauptstadt Kiew.
21.50 Uhr: USA vor verschärften Russland-Sanktionen
In den USA zeichnen sich verschärfte Russland-Sanktionen ab: Vier Senatoren einigten sich darauf mit der Regierung von Präsident Donald Trump, wie sie am Freitag in Washington mitteilten. Die Gesetzgebung solle bald umgesetzt werden, erklärten die republikanischen Senatoren Lindsey Graham und Roger Wicker und ihre Kollegen von der Demokratischen Partei, Richard Blumenthal und Jeanne Shaheen.
Es gehe um "Instrumente, die einen hohen Preis von denjenigen verlangen, die russisches Öl und Gas kaufen und damit Putins Kriegsmaschinerie antreiben", erklärten die vier Kongressmitglieder. Details der Einigung nannten sie nicht.
21.20 Uhr: Nach Skandal um Sturmtruppen - Selenskyj kündigt Reform an
Nach einem Skandal um Todesfälle in einer Militäreinheit hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Reform der Sturmtruppen angekündigt. In einer Videoansprache sagte er, es werde neben strafrechtlichen Ermittlungen auch Wechsel an der Spitze der Sturmtruppen geben.
Im Juni hatte ein Medienbericht Aufsehen erregt, nachdem beim Sturmregiment "Skelja" innerhalb von sechs Monaten mehr als zwei Dutzend Rekruten in ihrer militärischen Grundausbildung ums Leben kamen. Diese sollen demnach verprügelt, erniedrigt und anderweitig misshandelt worden sein. Derartige Praktiken sind Berichten zufolge auch in anderen Einheiten vor allem in Bezug auf Zwangsrekrutierte verbreitet.
20.55 Uhr: Wegen ukrainischer Angriffe - Russland unterbricht Schiffsverkehr durch wichtigen Kanal
Russland stoppt Insidern zufolge vorübergehend den Schiffsverkehr durch den Don-Asow-Kanal. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf ukrainische Angriffe auf Tanker im Asowschen Meer, heißt es aus zwei Quellen der Getreideexportbranche. Die Sperrung könnte fast ein Viertel der russischen Weizenexporte betreffen. Wie lange sie andauern soll, ist den Angaben zufolge unklar.
19.39 Uhr: Russische Gleitbomben töten fünf Menschen
Durch russische Gleitbomben sind in der Ostukraine mindestens vier Menschen getötet worden. 13 weitere seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, auf Telegram mit. Das russische Militär habe sieben Bomben auf die Stadt Kramatorsk und die nahe Siedlung Bilenke abgeworfen. Dabei seien ein Hochhaus und ein Geschäft getroffen worden. Kramatorsk ist nur gut ein Dutzend Kilometer von der Frontlinie entfernt.
Auch die südostukrainische Großstadt Saporischschja wurde Behördenangaben nach schwer bombardiert. Mindestens ein Zivilist sei getötet und 16 weitere seien verletzt worden, teilte Gouverneur Iwan Fedorow auf seinem Telegramkanal mit. Die Attacke zielte den Angaben nach auf das Zentrum der Industriestadt ab. Mehr als ein Dutzend Häuser seien dabei zerstört worden. Russische Truppen haben sich der Stadt bis auf etwas mehr als 20 Kilometer genähert.
18.00 Uhr: Offenbar vier Tote bei russischem Luftangriff
Bei einem russischen Luftangriff auf die ostukrainische Frontstadt Kramatorsk sind laut ukrainischen Angaben vier Menschen getötet worden. Unter ihnen auch ein Jugendlicher, wie der Gouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, auf Telegram mitteilt. Mindestens neun weitere Menschen seien verletzt worden. Die russischen Streitkräfte hätten sieben Bomben auf die Stadt abgeworfen.
Filaschkin warf Russland vor, Zivilisten ins Visier zu nehmen. Bei dem Angriff wurden demnach ein Wohnblock, ein Geschäft und mehrere Privathäuser getroffen. Der Gouverneur veröffentlichte Fotos von brennenden Wohnungen.
15.30 Uhr: Akuter Treibstoffmangel in Russland
Die Ukraine hat in der Nacht mit Drohnen eine Raffinerie und mehrere Öldepots im Süden Russlands angegriffen und beschädigt. Der Ausfall großer Raffinerien führt in Russland zu einem akuten Treibstoffmangel: An vielen Tankstellen bilden sich lange Schlangen. Insidern zufolge fehlen derzeit täglich zwischen 40.000 und 45.000 Tonnen Benzin, um den sommerlichen Bedarf zu decken.
Die Nachricht von Engpässen habe zu Hamsterkäufen geführt, hieß es vom Vize-Regierungschef Alexander Nowak. Um den Mangel zu bekämpfen, greift die russische Regierung neben den Exportverboten auch auf Importe zurück. Händlern zufolge werden täglich bis zu 6.000 Tonnen Benzin aus Belarus geliefert. Zudem zapft Russland seine strategischen Reserven an und importiert Insidern zufolge erstmals auch Kraftstoff über den Seeweg aus Indien.
13.44 Uhr: Merz reist zu Treffen der Ukraine-Koalition
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird am kommenden Montag zu einem Treffen der Ukraine-Koalition in Paris reisen. Auf Einladung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nehme er am 14. Juli zudem an den Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag teil, teilte der stellvertretende Sprecher der Bundesregierung, Steffen Meyer, am Freitag in Berlin mit.
Bei der diesjährigen Militärparade sollen rund 500 Soldaten der Koalition der Willigen zur Unterstützung der Ukraine teilnehmen, unter ihnen auch 21 Bundeswehrsoldaten, die zur Deutsch-Französischen Brigade zählen. Nach Angaben des französischen Präsidialamtes werden auch 25 ukrainische Soldaten in Paris mitmarschieren. Dies sei ein "starkes Symbol" Europas, das sich der "Gefährlichkeit der Welt" bewusst sei und dass es sein "Schicksal in die Hände nehmen" müsse.
13.32 Uhr: Rutte und Selenskyj nehmen an Ukraine-Unterstützertreffen in Paris teil
Nato-Generalsekretär Mark Rutte und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nehmen am Treffen der "Koalition der Willigen" zur Unterstützung der Ukraine in Paris teil. Dies teilte das französische Präsidialamt mit. Ziel des Treffens am Montag ist es, den Schwung des jüngsten Nato-Gipfels zu nutzen. Dem Élysée-Palast zufolge laufen darüber hinaus Planungen für Sicherheitsgarantien für den Fall einer Waffenruhe zwischen der Ukraine und Russland.
US-Präsident Donald Trump zeigte sich zuletzt bei den G7- und Nato-Gipfeln Kiew gegenüber wohlwollender. Der Koalition haben sich mittlerweile auch Moldau und Nordmazedonien angeschlossen. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident Antonio Costa werden zu den Beratungen erwartet.
12.45 Uhr: Armeechef sieht ukrainische Truppen "weit von Wende im Krieg entfernt"
Der ukrainische Armeechef Oleksandr Syrskyj hält die ukrainischen Truppen im Krieg mit Russland zwar für gut aufgestellt, sieht eine "Wende im Krieg" aber noch in weiter Ferne. Obwohl die russische Armee über "fast die doppelte Menge an Personal und Ausrüstung" verfüge, habe der Kreml seine Ziele nicht erreicht, erklärte Syrskyj im Onlinedienst Telegram. Der Feind dürfe aber "nicht unterschätzt werden".
Syrskyjs Angaben zufolge führten die russischen Truppen nur noch an höchstens "sechs oder sieben" Frontabschnitten derzeit Offensiven aus - zuvor seien es noch 13 solche Einsätze gewesen. Dabei erlitten die Russen seinen Angaben zufolge schwere Verluste, während Kiew eine "Strategie der Auszehrung" verfolge. Auch die ukrainischen Angriffe mit weitreichenden Waffen, mit denen seit Jahresbeginn Syrskyj zufolge fast 700 Ziele in Russland ins Visier genommen wurden, richteten ihm zufolge große Schäden an.
12.18 Uhr: Russland - Pufferzone in Ukraine wird ausgedehnt
Der russische Präsident Wladimir Putin ist Kremlsprecher Dmitri Peskow zufolge weiterhin offen für eine diplomatische Lösung des Ukraine-Konflikts. Als Reaktion auf eine Eskalation seitens der Regierung in Kiew richte Russland jedoch eine ausgedehntere Pufferzone in der Ukraine ein, sagte Peskow.
Er reagierte damit auf Berichte, wonach jüngste ukrainische Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien und Häfen Putin in seiner Entschlossenheit bestärkt haben. Da die Ukraine derzeit kein Interesse an Verhandlungen zeige, setze Russland seinen Militäreinsatz fort, erklärte Peskow weiter.
11.56 Uhr: Kreml wirft Ukraine "Terror" gegen AKW Saporischschja vor
Der Kreml hat der Ukraine eine Eskalation "terroristischer" Angriffe auf das von Russland kontrollierte Atomkraftwerk Saporischschja vorgeworfen. Dies sei äußerst gefährlich, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die Ukraine nehme zivile Infrastruktur sowie Anlagen unter Beschuss, die direkt mit dem Kraftwerk in Verbindung stünden. Beide Seiten beschuldigen sich seit langem gegenseitig, die Sicherheit der Atomanlage durch militärische Aktionen zu gefährden.
11.48 Uhr: Kiew - Russische Verluste hoch und Eroberungstempo halbiert
Das russische Militär hat nach ukrainischen Angaben im ersten Halbjahr 2026 trotz extrem hoher Verluste weniger als halb so viel ukrainisches Territorium erobert wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Russland habe eine großangelegte Offensive geplant, aber die gesteckten Ziele nicht erreicht, schrieb der Oberbefehlshaber der ukrainischen Truppen, Olexander Syrskyj, bei Telegram.
Die Ukraine verteidige sich weiter und habe an einzelnen Frontabschnitten die Initiative übernommen, so Syrskyj. "Dank der aktiven Handlungen der Verteidiger ist im ersten Halbjahr 2026 das Tempo des Vorrückens russischer Truppen um mehr als die Hälfte gesunken", schrieb er. Laut Syrskyj ist es den Ukrainern zuletzt sogar gelungen, annähernd so viel Territorium zurückzuerobern, wie sie an anderer Stelle verloren haben. Die Verluste der russischen Seite bezifferte er auf monatlich knapp 32.000 Tote und Schwerverwundete. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht.
10.38 Uhr: Energie-Agentur IEA senkt Prognose für Russlands Ölförderung
Die Internationale Energie-Agentur (IEA) senkt ihre Prognose für Russlands Ölförderung wegen der ukrainischen Angriffe auf die Energie-Infrastruktur. "Anhaltende Angriffe auf Raffinerien, Lager und Transportinfrastruktur untermauern einen schwächeren Produktionsausblick", teilte die IEA in ihrem Monatsbericht mit. "Wir haben unsere Prognose für das russische Angebot für dieses und nächstes Jahr entsprechend um 85.000 Barrel pro Tag beziehungsweise 150.000 Barrel pro Tag auf durchschnittlich 8,8 Millionen Barrel pro Tag im Prognosezeitraum gesenkt."
Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Drohnenangriffe auf Russlands Energieanlagen verstärkt. Die Folge ist ein Anstieg der russischen Rohölexporte. Sie beliefen sich laut IEA im Juni auf 5,8 Millionen Barrel pro Tag - ein Anstieg um 620.000 Barrel pro Tag gegenüber Mai. Die Exporte von Ölprodukten sanken dagegen im Juni um 230.000 Barrel auf 1,91 Millionen Barrel pro Tag. Um Engpässen auf dem heimischen Markt entgegenzuwirken, hat Russland in dieser Woche ein Exportverbot für Diesel verhängt. Dieses ergänzt bereits bestehende Beschränkungen für den Verkauf von Benzin und Kerosin ins Ausland.
09.36 Uhr: Behörden - Feuer in russischer Ölraffinerie Ilski gelöscht
Ein nach einem Drohnenangriff ausgebrochenes Feuer in der russischen Ölraffinerie Ilski ist offenbar wieder gelöscht worden. Das teilen die örtlichen Behörden in der südrussischen Oblast Krasnodar mit. Krasnodar liegt am Schwarzen Meer und ist über die Brücke von Kertsch mit der ukrainischen Halbinsel Krim verbunden, die Russland bereits 2014 annektiert hat.
09.10 Uhr: Russland - Terrorakt gegen Militärflugplatz in Rostow vereitelt
Russland hat nach eigenen Angaben einen "Terrorakt" gegen einen Militärflugplatz in der russischen Oblast Rostow vereitelt. An dem Angriff seien ukrainische Drohnen beteiligt gewesen, teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB der staatlichen Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Rostow liegt im Süden Russlands und grenzt an die Ukraine.
08.47 Uhr: Moskau meldet 376 abgefangene ukrainische Drohnen
Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben aus Moskau in der Nacht zum Freitag 376 ukrainische Drohnen über Russland abgefangen. Die Drohnen hätten unter anderem die Region der Hauptstadt Moskau zum Ziel gehabt, teilte Russlands Verteidigungsministerium im staatlichen Onlinedienst Max mit. Nach Angaben örtlicher Behörden lösten ukrainische Drohnenangriffe außerdem Feuer an mehreren Ölanlagen im Süden Russlands aus.
Trümmerteile einer Drohne verursachten in einer Ölraffinerie in der Region Krasnodar einen Brand, wie die örtlichen Behörden mitteilten. In zwei Treibstofflagern im Bezirk Asow brachen demnach ebenfalls Feuer aus. Im Bezirk Sewerskaja, wo sich eine Ölraffinerie befindet, gingen ebenfalls Trümmerteile einer Drohne nieder, darunter im Hof eines Wohnhauses, wie das regionale Einsatzkommando im Onlinedienst Telegram mitteilte. Die Behörden meldeten zunächst keine Opfer.
07.30 Uhr: Russland meldet Brände in Energieanlagen
Aus dem Süden Russlands werden mehrere Brände in Energieanlagen gemeldet. In Krasnodar sei nach einem Drohnenangriff ein Feuer in der Ölraffinerie Ilski ausgebrochen, teilten die Behörden der Region mit. In der Region Rostow wiederum ist die Feuerwehr nach Angaben der dortigen Behörden dabei, Brände in zwei Treibstofflagern sowie im Seehafen von Taganrog zu löschen.
Die Ukraine nimmt mit ihren Angriffen vor allem die Energie-Infrastruktur ins Visier, um Russlands Einnahmequellen zur Finanzierung der Armee zu treffen. Die Verhandlungen über eine Waffenruhe unter Vermittlung der USA sind ins Stocken geraten.
04.24 Uhr: Selenskyj - Grundsatzeinigung mit USA über Produktion von Patriot-Raketen
Die Ukraine und die USA haben sich nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf die Lizenzproduktion von Patriot-Abfangraketen in der Ukraine verständigt. Nach seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump beim Nato-Gipfel in Ankara müssten nun noch technische Details geklärt werden.
Selenskyj kündigte zudem an, dass die Ukraine in den kommenden Tagen weitere PAC-3-Abfangraketen aus den USA erhalte. Parallel liefen Gespräche mit den USA über eine gemeinsame Drohnenproduktion. Gemeinsam mit europäischen Partnern will die Ukraine außerdem ein eigenes, kostengünstigeres Luftabwehrsystem entwickeln.
Freitag, 10. Juli 2026
21.10 Uhr: Paris - 500 Soldaten der Ukraine-Koalition bei Militärparade zum Nationalfeiertag
Die diesjährige große Militärparade zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli werden rund 500 Soldaten der sogenannten Koalition der Willigen zur Unterstützung der Ukraine eröffnen. Wie der Elysée-Palast am Donnerstag mitteilte, werden auch 25 ukrainische Soldaten nach den etwa 500 Soldaten der Ukraine-Koalition in Paris mitmarschieren. Dies sei ein "starkes Symbol" Europas, das sich der "Gefährlichkeit der Welt" bewusst sei und dass es sein "Schicksal in die Hände nehmen" müsse.
19.26 Uhr: OSZE - Russland unterzieht junge Ukrainer in besetzten Gebieten Gehirnwäschen
Einem Expertenbericht zufolge zwingt Russland zahlreiche ukrainische Männer und Jungen in den besetzten Gebieten in ein System der militärischen Indoktrination, um sie für die russische Armee zu rekrutieren. Das russische Vorgehen sei womöglich ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, heißt es in dem Bericht unabhängiger Experten, den die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) in Auftrag gegeben hat.
17.16 Uhr: Russland gegen Flugverbotszone über der Ukraine
Der russische Regierungssprecher Dmitri Peskow hat vor der Einrichtung einer Flugverbotszone über der Ukraine gewarnt. Jeder Versuch in diese Richtung würde einem aktiven Nato-Militäreinsatz auf ukrainischem Gebiet gleichkommen, genau das, wogegen sich der militärische Sondereinsatz richte, sagte Peskow unter Verweis auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Der russische Präsident Wladimir Putin sei offen für einen Dialog und zu einem weiteren Telefonat mit US-Präsident Donald Trump bereit.
16.53 Uhr: Bericht über Produktionsstopp in Saratow
Die russische Ölraffinerie Saratow stellt Insidern zufolge nach Schäden durch einen Drohnenangriff die Verarbeitung ein. Die Drohnen hätten die einzige Rohöldestillationsanlage des Werks, die CDU-6, getroffen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Sie beruft sich auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Eine Stellungnahme des Eigentümers Rosneft liegt zunächst nicht vor. Das Werk machte im Jahr 2024 mit 5,8 Millionen Tonnen verarbeitetem Öl 2,2 Prozent der gesamten russischen Verarbeitungsmenge aus. Dabei produzierte es 1,2 Millionen Tonnen Benzin, 1,9 Millionen Tonnen Diesel und eine Million Tonnen Heizöl.
14.31 Uhr: Selenskyj spricht von weiteren Angriffen auf Russland
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat weitere Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur bekanntgegeben. Neben bereits gemeldeten Angriffen auf Einrichtungen in den Regionen Stawropol und Twer habe das ukrainische Militär auch ein Reservelager für Treibstoff etwa 800 Kilometer von der Front entfernt getroffen, sagte Selenskyj. Außerdem sei eine Ölpumpstation in Ufa angegriffen worden, fast 1.500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. In der Region Rostow sei zudem ein Ölverladeterminal etwa 200 Kilometer von der Front entfernt attackiert worden.
Unklar blieb, ob es dabei einen Zusammenhang zu einem Angriff gab, den der Gouverneur von Rostow, Juri Sljussar, zuvor bestätigt hatte. Dabei waren den Angaben zufolge zwei Tanker in Brand geraten.
13.35 Uhr: Ukraine - Keine Hinweise für staatliche Beteiligung an Nord-Stream-Anschlägen
Im Fall der gesprengten Nord-Stream-Pipelines hat die Generalstaatsanwaltschaft in Kiew deutsche Mutmaßungen über eine Beteiligung staatlicher Stellen in der Ukraine zurückgewiesen. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Ukraine, ihre Behörden oder einzelne Amtsträger an den Explosionen in der Ostsee im September 2022 beteiligt gewesen seien oder Anweisungen erteilt hätten, erklärte die Behörde. Für weitere Untersuchungen schlug sie die Einrichtung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe mit Deutschland vor. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.
Die Bundesanwaltschaft in Deutschland vermutet staatliche ukrainische Stellen hinter den Anschlägen. Sie hatte in der vergangenen Woche Anklage gegen den ehemaligen ukrainischen Offizier Serhii K. unter anderem wegen Mittäterschaft an einem Kriegsverbrechen erhoben. Dem Mann wird vorgeworfen, im Auftrag nicht näher genannter ukrainischer Staatsorgane gehandelt zu haben. Der Verdächtige Serhii K. war in Italien festgenommen und im November nach Deutschland überstellt worden. Er bestreitet die Vorwürfe. Den deutschen Ermittlern zufolge soll Serhii K., der 2022 aktiver Offizier der ukrainischen Armee war, mit anderen Militärangehörigen die Anschläge geplant und ausgeführt haben.
13.14 Uhr: Spionageaffäre: Rom weist russische Diplomaten aus
In Zusammenhang mit einer Spionageaffäre hat Italien zwei Diplomaten der russischen Botschaft des Landes verwiesen, die beiden Militär-Attachés müssen Italien binnen drei Tagen verlassen. Zu Beginn der Woche waren zwei ehemalige italienische Geheimdienstler festgenommen worden, die die Russen gegen Bezahlung mit geheimen Informationen versorgt haben sollen. Gegen vier weitere Italiener - alles Angehörige des Militärs - wird ermittelt.
Italiens Außenminister Antonio Tajani begründete die Ausweisungen damit, dass Moskau mit "hybriden Waffen" den Westen und Italien angreife. Er bezeichnete dies als "schwerwiegende und inakzeptable Einmischung in die italienischen Institutionen und die nationale Sicherheit". Das russische Außenministerium kündigte unverzüglich eine "entsprechende Antwort" an.
13.09 Uhr: Insider - Putin lehnt Friedensgespräche ab und bereitet Eskalation vor
Russlands Präsident Wladimir Putin lehnt Insidern zufolge Friedensverhandlungen mit der Ukraine ab und bereitet stattdessen eine Eskalation des Konflikts vor. Die jüngsten ukrainischen Drohnenangriffe auf Raffinerien und Häfen hätten Putins Entschlossenheit gestärkt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf drei dem Kreml nahestehende Personen. Zwei der Insider sagten, Putin werde den Konflikt wahrscheinlich weiter verschärfen. Einer von ihnen, der den Präsidenten regelmäßig trifft, sprach von einer "hohen Wahrscheinlichkeit" einer Eskalation in den kommenden Monaten.
Die Angaben stehen im Widerspruch zu Äußerungen von US-Präsident Donald Trump vom Montag, wonach Putin ein Ende des Krieges wolle. Aus ukrainischen Regierungskreisen verlautete, Geheimdienstberichte deuteten darauf hin, dass Putin neue Militäreinsätze oder sogar einen Angriff auf ein anderes europäisches Land vorbereite. Russische Militärexperten diskutieren in der Öffentlichkeit zunehmend über eine Ausweitung des Krieges, einschließlich möglicher Angriffe auf europäische Ziele. Dazu zählten etwa Nato-Stützpunkte in den baltischen Staaten.
12.38 Uhr: Moskau - Ukrainische Angriffe könnten den Krieg in die Länge ziehen
Der Kreml hat Aussagen von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, wonach ukrainische Angriffe auf Infrastruktureinrichtungen tief auf russischem Gebiet zu einem schnelleren Ende des Ukraine-Kriegs beitragen könnten. "Wir sehen einen gewissen Irrglauben innerhalb des Weißen Hauses", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow vor Journalisten in Moskau. Vielmehr könne "eine weitere Eskalation die militärische Spezialoperation verlängern", fügte Peskow hinzu. Je mehr die ukrainische Armee "unsere Infrastruktur angreift, desto mehr werden wir die Sicherheitszone an der Front ausdehnen müssen", sagte Peskow.
11.22 Uhr: Ukraine - Haben zwölf russische Tanker angegriffen
Die Ukraine hat eigenen Angaben zufolge in der Nacht zwölf russische Tanker im Asowschen Meer angegriffen. Die Schiffe dienten der Versorgung des russischen Militärs mit Treibstoff und transportierten Öl unter Umgehung internationaler Sanktionen, teilte der Generalstab der Streitkräfte auf Telegram mit. Zudem seien ein Schlepper und ein Frachtschiff getroffen worden. Die Angriffe zielen offenbar auch darauf ab, die von Russland besetzte Halbinsel Krim zu isolieren.
11.00 Uhr: Selenskyj - Ukraine hat zwei russische Öllager angegriffen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bestätigt, dass man zwei russische Öllager in den Regionen Twer und Stawropol angegriffen habe. Beide Anlagen liegen rund 500 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Damit reagiere das Militär darauf, dass Russland den Krieg in die Länge ziehe und seine Angriffe fortsetze, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. Die Ukraine habe zudem in den vergangenen Tagen eine Öl-Pumpstation in der Stadt Ufa und ein Öl-Verladeterminal in der Region Rostow attackiert.
10.42 Uhr: Ukrainische Luftwaffe meldet russische Angriffe
Die ukrainische Luftwaffe hat neue Angriffe auf das Land gemeldet. Dabei habe das russische Militär in der Nacht 94 Langstreckendrohnen und zwei ballistische Raketen eingesetzt. 72 Drohnen seien abgefangen oder elektronisch gestört worden, erklärte die Luftwaffe. 19 Drohnen und beide Raketen hätten Schäden an 13 Orten verursacht. Was mit den übrigen Drohnen geschah, war zunächst nicht ersichtlich.
10.12 Uhr: Russland - Ukraine nimmt Ölanlagen unter Beschuss
Ukrainische Kampfdrohnen haben in der Nacht zwei Öldepots in Russland in Brand gesetzt. "In der vergangenen Nacht ist in Twer infolge der Abwehr eines Drohnenangriffs ein Feuer in einem der Reservoirs der Ölbasis Twer ausgebrochen", teilte der Gouverneur der Region, Witali Koroljow, russischen Nachrichtenagenturen zufolge mit. Die Löscharbeiten laufen nach seinen Angaben noch.
Zeitgleich ging auch in der südrussischen Region Stawropol ein Öldepot in Flammen auf. Der dortige Gouverneur Wladimir Wladimirow schrieb bei Telegram zunächst von einem Brand in einem Industrieobjekt der Ortschaft Wjasniki, wenige Kilometer nördlich der Gebietshauptstadt. Später räumte er ein, dass die Flammen sich ausgeweitet hätten. "Das Feuer hat die Reservoirs mit Brennstoff erreicht", teilte er mit. Aus Sicherheitsgründen müssten anliegende Straßenzüge evakuiert werden.
09.54 Uhr: Merz - Deutschland erwirbt und stationiert US-Tomahawk-Marschflugkörper
Deutschland wird nach Angaben von Kanzler Friedrich Merz von den USA Tomahawk-Marschflugkörper kaufen. "Wir haben ... am Rande des Nato-Treffens in Ankara mit der amerikanischen Regierung vereinbart, dass amerikanische Tomahawk-Raketen von uns erworben und in Deutschland stationiert werden", sagte Merz in einer Regierungserklärung im Bundestag: "Wir schließen damit eine wichtige strategische Lücke in unserer Verteidigung und wir werden gleichzeitig daran arbeiten, eigene europäische Systeme zu entwickeln und in Europa zu stationieren."
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Mai die geplante Stationierung eines Fernfeuerbataillons mit Tomahawk-Marschflugkörpern in Deutschland gestoppt, die unter Joe Biden zugesagt worden war. Moskau hat in seiner Exklave Kaliningrad Iskander-Marschflugkörper stationiert, die europäische Ziele erreichen könnten. Seit Beginn des Ukraine-Krieges wird deshalb die Aufstellung von Mittelstreckenwaffen in Deutschland wieder von vielen Experten als nötig erachtet.
08.44 Uhr: Ukraine-Botschafter Melnyk nennt Zusagen des Nato-Gipfels "wichtiges Signal"
Der UN-Botschafter der Ukraine, Andrij Melnyk, hat die Zusagen an die Ukraine beim Nato-Gipfel als "wichtiges Signal" begrüßt. Es zeige sowohl den Ukrainern als auch Russlands Präsident Wladimir Putin, dass die Nato einig bleibe, sagte Melynk im ZDF-"Morgenmagazin". Die Signalwirkung sei "sehr stark".
Melnyk begrüßte auch die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Erlaubnis für die Ukraine, selbst Patriot-Luftabwehrraketen herstellen zu dürfen. Dies sei eine wichtige Botschaft. Allerdings benötige die Ukraine diese Systeme sofort - die eigene Herstellung werde aber Monate, vielleicht auch Jahre dauern: "Es kommt darauf an, dass diese Abwehrraketen heute ankommen und nicht übermorgen."
Im Audio: Positive Reaktionen in der Ukraine auf Selenskyjs Treffen mit Trump
Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump in Ankara
08.20 Uhr: Russischer Geheimdienst will ukrainische Anschlagspläne mit westlicher Beteiligung vereitelt haben
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben mehrere von der Ukraine mit Drohnen geplante Anschläge in Moskau vereitelt. Die Anschlagspläne seien gegen ranghohe Offiziere der russischen Armee sowie ein führendes Rüstungsunternehmen gerichtet gewesen, teilte der Geheimdienst mit. Das Vorhaben sei vom ukrainischen Geheimdienst geplant worden. Zudem habe eine direkte Beteiligung westlicher Geheimdienste vorgelegen.
07.49 Uhr: Russland - Ukrainischer Drohnenangriff auf Tanker im Asowschen Meer
Die Ukraine hat nach russischen Angaben erneut die russische Energieinfrastruktur attackiert. Im Asowschen Meer seien bei einem ukrainischen Drohnenangriff zwei Tanker in Brand geraten, teilte der Gouverneur der südrussischen Region Rostow, Juri Sljusar, auf Telegram mit. Die Besatzungen seien in Sicherheit gebracht worden. Auf beiden Schiffen seien Brände ausgebrochen, das Feuer auf einem Schiff sei rasch gelöscht worden.
Bereits in den vergangenen Tagen hatte die Ukraine nach eigenen Angaben mehrere Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte in der Region attackiert, mit denen die Führung in Moskau versucht, westliche Sanktionen zu umgehen.
06.21 Uhr: Schilf gegen Schwermetalle: Pflanze soll verseuchte Böden in der Ukraine säubern
Wissenschaftler versuchen, in der Ukraine durch den Krieg mit Schwermetallen verseuchte Erde durch den Anbau von Riesen-Schilfgras zu reinigen. Das bis zu vier Meter hohe Gewächs aus Asien kann mit seinen Wurzeln Schadstoffe aufnehmen. "Das Ziel ist es, so kontaminierte Gebiete zu sanieren", sagte der tschechische Umweltwissenschaftler Josef Trögl.
Seit 2023 läuft das jüngste Experiment in der Ukraine mit Miscanthus giganteus – so der botanische Name der Pflanze. Die Nato fördert das Projekt, die tschechische Jan-Evangelista-Purkyne-Universität (Ujep) leitet es. Auch Verantwortliche in anderen Regionen der Welt, unter anderem in Frankreich, China und Kanada, setzen auf die reinigende Kraft des Schilfs.
01.14 Uhr: Wadephul - Nato ist stärker als je zuvor
Außenminister Johann Wadephul (CDU) hält die Nato trotz des sprunghaften Verhaltens von US-Präsident Donald Trump nicht für schwach. "Diese Nato hält zusammen", sagte er in den ARD-"Tagesthemen". Am Ende des Nato-Gipfels in Ankara sei Trump ganz klar an der Seite aller Verbündeten in Europa gewesen. Auf die Frage, wie nahe die Nato an einem Bruch sei oder gewesen sei, sagte Wadephul: "Die Nato ist stärker als sie je zuvor war."
Schweden und Finnland seien jüngst beigetreten, weil sie dem Bündnis trauten, so Wadephul. Und die Nato habe gezeigt, dass sie die Ukraine stark unterstützen könne. Wadephul räumte ein, dass es auf dem Gipfel "irritierende Bemerkungen" gegeben habe: "Aber in der heutigen internen Diskussion waren wir sehr einig und sehr klar beieinander. Und wir erleben auch die Amerikaner in allen Stäben, in allen politischen Diskussionen innerhalb der Nato als sehr zuverlässig." Die Europäer übernähmen mehr Verantwortung in der Nato - das sei gut, weil man dann weniger abhängig von anderen sei. Gerade Deutschland habe die Aufgabe, im Bündnis als "Kitt" zu wirken.
Donnerstag, 9. Juli 2026
23.24 Uhr: Russland verurteilt Zusagen an Ukraine beim Nato-Gipfel als "verantwortungslos"
Russland hat die Zusagen des Nato-Gipfels an die Ukraine als "verantwortungslos" verurteilt. Die europäischen Staaten bereiteten sich "auf einen bewaffneten Konflikt mit Russland vor", erklärte das russische Außenministerium in Moskau. Es warf den Mitgliedsländern des Militärbündnisses "verantwortungslose Entscheidungen vor, die in eine Katastrophe münden könnten". Die Ukraine, deren Präsident Wolodymyr Selenskyj zum Nato-Gipfel nach Ankara gereist war, hatte dort wichtige Zusagen für militärische Unterstützung erhalten. So schrieben die Nato-Verbündeten in der Gipfelerklärung fest, dass das Land 2026 Unterstützung im Wert von 70 Milliarden Euro erhalten wird.
20.02 Uhr: Tote nach russischem Raketenschlag auf Odessa
In der südukrainischen Hafenstadt Odessa sind mindestens zwei Menschen bei einem russischen Raketenschlag getötet worden. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung der Millionenstadt, Serhij Lyssak, bei Telegram mit. Bei dem Angriff wurde demnach nicht genannte Infrastruktur beschädigt. Zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe vor ballistischen russischen Raketen gewarnt.
19.07 Uhr: Russland stoppt Diesel-Export
Während Kremlchef Wladimir Putin die Treibstoffkrise in Russland als vorübergehend einstuft, hat die Regierung in Moskau den Export von Diesel gestoppt. Das erlaube ihnen, die Lieferungen auf den Binnenmarkt zu erhöhen, sagte Russlands Vizeregierungschef Alexander Nowak auf einer von Putin einberufenen Sitzung zur Lage im Energiesektor. Vor russischen Tankstellen stehen Autofahrer teils in kilometerlangen Schlangen, um Sprit zu ergattern. Nowak sprach von einer angespannten Marktlage. Hintergrund ist, dass die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen die russische Invasion zuletzt zahlreiche Ölverarbeitungsanlagen mit Drohnenangriffen außer Betrieb gesetzt hat. Laut Nowak wird Russland in diesem Monat zusätzlich mit dem Import von Treibstoffen beginnen, um die Lage zu entspannen. Die Eigenproduktion soll dadurch stabilisiert werden, dass Raffinerien planmäßige Reparaturen auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Nach Darstellung Nowaks verschärft sich die Krise durch die beginnende Erntezeit und eine höhere Nachfrage der Autofahrer nach Benzin.
17.54 Uhr: Trump für Putin-Selenskyj Treffen in Moskau
US-Präsident Donald Trump hat sich für ein direktes Treffen zwischen Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ausgesprochen. Angesprochen auf seine Vermittlungsbemühungen im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sagte er, er sähe es gerne, wenn sich die beiden Staatschefs zusammensetzten. Darüber habe er mit Putin auch bereits gesprochen. Dieser habe sich offen für ein Treffen in Moskau gezeigt. Das habe er, Trump, aber im Namen von Selenskyj abgelehnt.
Dabei saß Trump Selenskyj beim Nato-Gipfel am Mittwoch gegenüber - und fragte ihn, ob er für eine Reise nach Moskau offen sei. Selenskyj scherzte, dass sei schwierig, weil dort viele ukrainische Drohnen seien, es sei gefährlich.
17.32 Uhr: Tote nach russischem Luftangriff auf Kyjw
Nach Angaben des Bürgermeisters von Kyjiw, Witali Klitschko, ist zur Mittagszeit eine Drohne im dicht besiedelten Stadtteil Desnjanskyj eingeschlagen und hat eine Gasverteilerstation getroffen.Die daraus resultierende Explosion forderte ein Todesopfer und verletzte mehrere Menschen. Zwei weitere Personen kamen bei einem Drohnenangriff auf einen Markt im selben Stadtteil ums Leben Bereits zum dritten Mal innerhalb dieser Woche wurde die ukrainische Hauptstadt Ziel schwerer russischer Luftangriffe.
14.40 Uhr: Nato verspricht Ukraine weitere Milliarden
Die von Russland angegriffene Ukraine hat beim Nato-Gipfel in Ankara eine neue Zusage für milliardenschwere Militärhilfen erhalten. Für dieses Jahr sagen Verbündete 70 Milliarden Euro für Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung zu. 2027 soll die Militärhilfe mindestens auf diesem Niveau fortgesetzt werden, wie aus der am Nachmittag von den Staats- und Regierungschefs angenommenen Gipfelerklärung hervorgeht.
2027 soll die Militärhilfe mindestens auf diesem Niveau fortgesetzt werden, wie aus der am Nachmittag von den Staats- und Regierungschefs angenommenen Gipfelerklärung hervorgeht. Insgesamt geht es damit um 140 Milliarden Euro.
Ein EU-Hilfspaket wird dabei allerdings mitgerechnet. Über dieses soll die Ukraine bis Ende 2027 rund 60 Milliarden Euro für verteidigungsrelevante Ausgaben bekommen. Unter dem Strich bleiben damit noch rund 80 Milliarden Euro, die Nato-Staaten aus ihren nationalen Haushalten stemmen müssen.
09.25 Uhr: Ukraine nimmt russische Schattenflotte ins Visier
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben neun Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte im Asowschen Meer mit Drohnen angegriffen. Die Zahl der erfolgreichen Angriffe auf diese Schiffe in den vergangenen 72 Stunden steige damit auf 19, teilt der Kommandeur der Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Ukraine versucht derzeit verstärkt, die von Russland annektierte Halbinsel Krim zu isolieren.
09.18 Uhr: Merz - "Russland hat keine Chance, diesen Krieg zu gewinnen"
Bundeskanzler Friedrich Merz sagt der Ukraine beim Nato-Gipfel in Ankara weitere Unterstützung zu und schließt einen für Russland erfolgreichen Verlauf des Kriegs aus. "Wir werden der Ukraine weiter helfen", sagt Merz vor Beginn von Beratungen der 32 Staats- und Regierungschefs der Allianz. "Russland hat keine Chance, diesen Krieg zu gewinnen", betont der Kanzler. "Sie werden die Kriegsziele nicht erreichen, und je schneller wir diesen Krieg beenden, umso besser ist es für Europa, umso besser ist es für Russland und umso besser ist es für den Frieden in der Welt."
09.15 Uhr: Zwei Tote und weitere Verletzte bei neuen Angriffen
Bei neuen russischen Angriffen auf die Ukraine sind ukrainischen Angaben zufolge in der Nacht zum Mittwoch mindestens zwei Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Bei den Todesopfern handele es sich um eine Mutter und ihre Tochter, die bei einer Attacke mit Fliegerbomben auf die Stadt Mykolajiw getötet wurden, erklärte Regionalgouverneur Vitali Kim am Mittwoch. Ihm zufolge wurden zwei weitere Menschen bei dem Angriff verletzt.
In der Region Dnipropetrowsk gab es nach Angaben der dortigen Behörden vier Verletzte durch russische Drohnen- und Artillerieangriffe. Jeweils zwei weitere Verletzte wurden aus Saporischschja und aus Charkiw gemeldet.
08.41 Uhr: Brand in russischen Raffinerien nach ukrainischen Drohnenattacken
Die ukrainische Armee hat Russland erneut mit Drohnenangriffen bis tief ins Hinterland überzogen und auf die Ölindustrie des Gegners gezielt. In den Raffinerien von Saratow an der Wolga und Nischnekamsk in Tatarstan brachen Brände aus, wie ukrainische und russische Telegramkanäle berichteten.
In Saratow - knapp 800 Kilometer von der Ukraine - entfernt wurde nach Angaben von Gouverneur Roman Bussargin ein Mann getötet. Er bestätigte ansonsten nur Schäden an der zivilen Infrastruktur. Nischnekamsk liegt etwa 1.200 Kilometer von ukrainischem Gebiet entfernt. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, bis zum Morgen seien über russischem Gebiet 415 feindliche Drohnen abgefangen worden. Solche Zahlen sind nicht unabhängig überprüfbar, sie deuten aber auf einen großen Angriff hin.
08.39 Uhr: Pistorius zuversichtlich bei Tomahawk-Deal mit Washington
Deutschland führt nach den Worten von Verteidigungsminister Boris Pistorius produktive Gespräche mit den USA über den Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern. Er sei optimistisch, dass der Kauf zustande kommen könne, sagt der Minister im Deutschlandfunk. Die Verhandlungen kämen voran, es gebe jedoch noch keine Ergebnisse.
06.06 Uhr: Nato-Gipfel in Ankara geht weiter
In Ankara wollen die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten heute ihr Gipfeltreffen fortsetzen. Auf der Tagesordnung stehen die weitere Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland sowie die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses. Überschattet wird das Treffen von der erneuten Kritik des US-Präsidenten Donald Trump an den Verbündeten.
02.00 Uhr: Explosionen erschüttern auch Charkiw
Bei neuen russischen Angriffen auf die Ukraine ist in der Nacht auch die ostukrainische Großstadt Charkiw getroffen worden. Behördenangaben zufolge wurden in zwei Bezirken Raketeneinschläge registriert, wie Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mitteilte. Mehr als zehn Häuser seien beschädigt worden.
00.55 Uhr: Kiew erneut Ziel russischer Attacken
Während in der Türkei der Nato-Gipfel begonnen hat, ist die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut von Russland mit ballistischen Raketen angegriffen worden. Kurz nach Mitternacht Ortszeit erschütterten mehrere Explosionen die Dreimillionenstadt. Im Zentrum Kiews war Brandgeruch spürbar, wie ein Reporter vor Ort berichtete.
Bürgermeister Vitali Klitschko informierte bei Telegram über mehrere Brände in zwei Stadtteilen. "Der Feind greift die Hauptstadt mit ballistischen Raketen an. Bleiben Sie in den Schutzräumen", schrieb Klitschko. Ihm zufolge gerieten mehrere Lagerhallen sowie ein weiteres "Nicht-Wohngebäude" in Brand. Nach Angaben des Rettungsdienstes wurden zwei Menschen verletzt. Der Luftalarm wurde offenbar erst mit Verzögerung nach den ersten Explosionen ausgelöst.
Mittwoch, 8. Juli 2026
23.52 Uhr: Ukraine gibt weitere Drohnen-Abkommen bekannt
Die Ukraine schloss nach eigenen Angaben am Rande des Nato-Gipfels in Ankara drei weitere Drohnen-Abkommen mit Dänemark, Estland und den Niederlanden ab. Damit steige die Zahl dieser Vereinbarungen auf neun, erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj. Sein Land gebe dabei die im Krieg gegen Russland gewonnene Expertise weiter. Zudem sei es das Hauptziel der Ukraine bei dem Treffen in der türkischen Hauptstadt, weitere Luftverteidigungssysteme zu erhalten.
21.54 Uhr: Kämpfe an den Fronten der Ukraine dauern an
Die Kämpfe entlang der Fronten im Südosten der Ukraine dauern in unverminderter Heftigkeit an. Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte sprach in seinem abendlichen Lagebericht von insgesamt 219 bewaffneten Zusammenstößen an verschiedenen Frontabschnitten. Schwerpunkt der Kämpfe lag bei Pokrowsk im Industrierevier Donbass, wo die russischen Streitkräfte nach Darstellung der Generalität in Kiew über 40 Angriffe gegen ukrainische Stellungen führten.
Russland setzte unterdessen auch seine Angriffe gegen zivile Ziele in der Ukraine fort. Bei einem Raketenangriff auf die südukrainische Hafenstadt Odessa wurden nach Angaben des regionalen Militärverwalters Oleh Kiper sechs Menschen verletzt. Explosionen nach russischen Angriffen wurden auch aus der ostukrainischen Großstadt Charkiw ohne weitere Details gemeldet.
21.30 Uhr: Ukraine verurteilt IOC-Entscheidung zu Russland
Das ukrainische Außenministerium verurteilt die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die Suspendierung des russischen Olympischen Komitees (ROC) aufzuheben. Dies sei ein "beunruhigendes Signal für die gesamte internationale Gemeinschaft", teilte das Ministerium mit. Es rief die Gastgeberländer von Sportwettbewerben dazu auf, das Verbot russischer Staatssymbole aufrechtzuerhalten, da unter dieser Flagge ein grundloser Krieg in der Ukraine fortgesetzt werde. Zudem dringt die Behörde bei internationalen Sportverbänden darauf, bestehende Beschränkungen für russische Athleten beizubehalten.
19.25 Uhr: Kremlsprecher - Kiew wird von Europa zur Kriegsführung provoziert
Die Länder Europas drängen die Ukraine nach Ansicht von Kremlsprecher Dmitri Peskow zur Fortsetzung des Kriegs gegen Russland. "Die Europäer glauben immer noch, dass man Russland strategisch besiegen kann", sagte Peskow in einem Interview der Schweizer "Weltwoche". Dies sei "der größte Fehler überhaupt". Und mit diesem europäischen Rückhalt sei Kiew nicht flexibel.
Die aktuelle Entwicklung in Europa, das aktuell massiv aufrüstet, bewertete der Sprecher von Kremlchef Wladimir Putin als Transformationsprozess. "Europa hat verstanden, dass es keine richtigen Sicherheitsgarantien der USA mehr gibt", sagte er und kritisierte die Verwendung von Steuergeldern für die europäische Aufrüstung. "Das ist Gehirnwäsche der europäischen Steuerzahler."
Befürchtungen Europas über eine mögliche Eskalation des Ukraine-Kriegs zu einem Dritten Weltkrieg trat Peskow kategorisch entgegen. "Russland ist zu groß und verantwortungsvoll, um einen Dritten Weltkrieg auszulösen", betonte er. Auch die USA seien sich möglicher Konsequenzen bewusst. "Wir haben zwar keine guten Beziehungen zur Zeit, aber wir sind klug genug, miteinander zu reden."
18.16 Uhr: Selenskyj "kämpferisch" vor Treffen mit Trump
Vor einem erwarteten Treffen mit US-Präsident Donald Trump hat sich der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj in "kämpferischer" Stimmung gezeigt. "Bei Präsident Trump muss man immer kämpferisch sein", sagte Selenskyj zu Journalisten beim Nato-Gipfel in Ankara.
Selenskyj hoffe schon zu Beginn des Nato-Gipfels, erste Ergebnisse im Sinne der Ukraine präsentieren zu können. Kiew erwartet vor allem neue Zusagen für die Lieferung von Patriot-Flugabwehrraketen durch die Verbündeten.
Zudem dringt die Ukraine die Regierung in Washington zur Vergabe einer Lizenz für die Produktion dieser Lenkkörper in Europa oder der Ukraine selbst. Einzig US-amerikanische Flugabwehrsysteme des Typs Patriot sind nach ukrainischen Angaben in der Lage, von Russland eingesetzte ballistische Raketen abzuwehren.
17.52 Uhr: Nato-Gipfel befasst sich am Mittwoch mit Ukraine
Die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten setzen die Beratungen bei ihrem Gipfel in Ankara am Mittwoch fort. Am zweiten und letzten Tag des Treffens in Ankara geht es unter anderem um weitere Unterstützung der von Russland angegriffenen Ukraine. Schon im Vorfeld gab es hierzu eine grundsätzliche Einigung, die die Gipfelrunde nun abschließend billigen soll. Konkret geht es darum, über zwei Jahre hinweg eine Mindestfinanzierung in Höhe von 70 Milliarden Euro pro Jahr für militärische Ausrüstung, Unterstützung und Ausbildung bereitzustellen - also insgesamt 140 Milliarden Euro. Ein EU-Hilfspaket über rund 60 Milliarden Euro bis Ende 2027 wird dabei allerdings mitgerechnet.
17.46 Uhr: Nato-Vertreter - Moskau hat kein Interesse an Konflikt mit Allianz
Ein ranghoher Vertreter der Nato hat Ängste vor einem russischen Angriff auf Mitgliedsstaaten der Militärallianz zurückgewiesen. Am Rande des Nato-Gipfels in Ankara erklärte er, er glaube, dass die Nato Russland erfolgreich von einem möglichen Angriff auf ein Mitgliedsland abgeschreckt habe. Es gebe zwar "rücksichtslose" Aktionen Moskaus, etwa Luftraumverletzungen in Polen, Rumänien oder Estland. Anzeichen, dass Russland an einem Konflikt mit der Nato interessiert sei, sehe er dennoch in keiner Weise.
Moskau sei mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine überlastet und wisse, dass die Nato auf jeden Angriff auf ein Mitgliedsland reagieren würde. "Ich würde sagen, dass Russland derzeit abgeschreckt ist – aber diese Abschreckung ist das Ergebnis der Maßnahmen, die wir ergreifen", sagte der Nato-Vertreter.
17.03 Uhr: Trump - Ukraine-Krieg wird "hoffentlich bald" beigelegt
US-Präsident Donald Trump sieht nach eigenen Angaben Anzeichen für zunehmende Verhandlungsbereitschaft im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Er habe gute Telefonate sowohl mit Kremlchef Wladimir Putin als auch dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geführt, sagte er am Rande des Nato-Gipfels in der türkischen Hauptstadt Ankara.
Beide wollten, dass der Krieg beigelegt werde, den Russland mit dem Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 begann, erklärte Trump. Das werde hoffentlich bald passieren. Der Gastgeber des Gipfels, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, "hilft uns dabei, ihn beizulegen", sagte Trump, der am Mittwoch ein Treffen mit Selenskyj geplant hat.
15.41 Uhr: Grüne drängen auf Taurus-Lieferung für Ukraine
Die Grünen wollen im Bundestag diese Woche die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern und weitere Maßnahmen für eine noch stärkere Unterstützung der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland vorschlagen. Das geht aus einem Antrag hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und am Mittwochabend im Plenum vorgestellt werden soll. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, "endlich unverzüglich der ukrainischen Bitte nach Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern aus verfügbaren Beständen der Bundeswehr in größtmöglichem Umfang zu entsprechen".
15.40 Uhr: Selenskyj erneuert Aufruf zu Nato-Mitgliedschaft für die Ukraine
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich erneut für eine Nato-Mitgliedschaft seines Landes starkgemacht. Die ukrainischen Streitkräfte seien sehr erfahren und resilient und wären für die Verteidigungskapazitäten des Militärbündnisses nur von Vorteil, sagte Selenskyj bei einem Forum der Verteidigungsindustrie nahe dem Veranstaltungsort des Nato-Gipfels, der am (heutigen) Dienstag in Ankara beginnen sollte.
"Die Ukraine gehört in die Nato", sagte Selenskyj. Er verwies auf die Fähigkeit der ukrainischen Truppen, Ziele tief im Innern von Russland anzugreifen und Energieziele zu treffen.
13.56 Uhr: Selenskyj – 28.000 russische Soldaten im Juni getötet
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rät den Nato-Alliierten zu schnelleren Vorbereitungen auf eine Kriegsführung mit und gegen Drohnen. Zugleich rief er auf dem Rüstungsforum der Nato beim Gipfeltreffen in Ankara auf, sich an einer Initiative zur gemeinsamen Produktion unbemannter Systeme zu beteiligen. Drohnen und die Technologie der Kampfführung auf Entfernung bedeuteten einen revolutionären Wandel in der Kriegstechnik, sagte er. Ukrainische Rüstungsunternehmen zählten dabei nun zu den stärksten in Europa und hätten sich im modernen Krieg bewährt.
Die Ukraine eliminiere, so sagte er, jeden Monat rund 30.000 russische Soldaten. "Allein im Juni wurden fast 28.000 russische Soldaten eliminiert, und wir haben für jeden einzelnen von ihnen eine Videoaufzeichnung als Beweis. Die überwiegende Mehrheit wurde von Drohnen getroffen", so Selenskyj.
Er sagte: "Erst gestern durchbrachen ukrainische Drohnen die russischen Verteidigungslinien und griffen eine russische Ölraffinerie in Sibirien an." Auch habe sein Land Fähigkeiten zur Abwehr unbemannter Waffensysteme ausgebaut und die Quote bei der Zerstörung russischer des Typs Shahed auf 90 Prozent gesteigert. Er sagte: "Das bedeutet, dass jede Woche Tausende russischer Angriffsdrohnen abgeschossen werden."
13.53 Uhr: Ukraine greift acht Tanker russischer "Schattenflotte" an
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben acht Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte im Asowschen Meer mit Drohnen angegriffen. Die Schiffe mit einer Frachtkapazität von rund 7000 Tonnen seien mit internationalen Sanktionen belegt und hätten Treibstoff auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim transportiert, teilten die ukrainischen Drohnenstreitkräfte am Dienstag auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Bereits am Montag waren zwei weitere Schiffe der Schattenflotte in der Region getroffen worden. "Ein Angriff auf die maritime Logistik des Feindes erschwert die Versorgung mit Treibstoff und Munition, die zur Unterstützung der Einsätze der russischen Truppen erforderlich ist", hieß es in der Mitteilung weiter. Dies gelte vor allem für die Krim.
13.30 Uhr: Wegen Monaco-Anschlags gesuchte Ukrainerin tot in der Ukraine aufgefunden
Eine wegen eines Paketbomben-Anschlags in Monaco gesuchte Ukrainerin ist in ihrem Heimatland tot aufgefunden worden. Das teilte die örtliche Polizei am Dienstag mit. Laut der internationalen Polizeiorganisation Interpol war die 39-jährige Anastasija Beresowska, die einen Wohnsitz in Hessen hatte, wegen des Anschlags gesucht worden, bei dem Ende Juni laut Ermittlerkreisen der ukrainischstämmige Unternehmer und Multimillionär Wadym Jermolajew, seine Partnerin und der 13-jährige Sohn verletzt wurden.
13.25 Uhr: Selenskyj fordert raschen Aufbau von europäischer Raketenabwehr
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert die europäischen Verbündeten auf, den Aufbau eines eigenen Raketenabwehrsystems zu beschleunigen. "Europa braucht so schnell wie möglich ein erschwingliches, in Massenproduktion hergestelltes Raketenabwehrsystem", sagt er bei einem Verteidigungsforum vor Beginn des Nato-Gipfels in Ankara. "Eigentlich schon heute", erklärt Selenskyj weiter.
12.39 Uhr: Rüstungskonzern Diehl profitiert von Krisen
Die Rüstungssparte des Industriekonzerns Diehl sieht infolge des Iran-Kriegs eine steigende Nachfrage nach ihrem Flugabwehrsystem Iris-T. "Die Golfstaaten sind natürlich auch interessiert an Luftverteidigung. Da führen wir die ersten Gespräche", sagte Diehl-Defence-Chef Helmut Rauch am Dienstag auf der Jahrespressekonferenz des Konzerns in Nürnberg. Saudi-Arabien sei bereits Kunde. Der Bedarf der Ukraine sowie der Golfstaaten nach den iranischen Angriffen hatte zu einem weltweiten Mangel an Flugabwehrsystemen geführt.
Als Ergänzung zu dem bestehenden System Iris-T SLM, das etwa in der Ukraine eingesetzt wird, entwickelt Diehl die Variante Iris-T SLX mit höherer Reichweite. Dieses könne die knappen Patriot-Lenkflugkörper des US-Konzerns Raytheon zumindest für einzelne Zwecke ersetzen, sagte Rauch. "Somit ist es ein guter Ersatz zusätzlich zu Patriot, sodass eben nicht so viele Patriot-Flugkörper notwendig sind wie in der Vergangenheit." An die Ukraine habe Diehl bisher 20 Einheiten des Systems Iris-T SLM geliefert. Zur gesamten Auslieferungszahl des Unternehmens wollte er sich nicht äußern, sagte aber, Diehl habe diese seit 2022 um den Faktor 20 vergrößert.
11.39 Uhr: Ukraine – Angriff auf russische "Schattenflotte" im Asowschen Meer
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben im Asowschen Meer acht Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte mit Drohnen ins Visier genommen. Bei dem nächtlichen Angriff seien ein Frachtschiff und eine Fähre getroffen worden, teilt der ukrainische Drohnen-Kommandeur Robert Browdi auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.
11.34 Uhr: Ukraine meldet Angriffe auf zwei Rüstungsbetriebe in Russland
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben zwei Rüstungsbetriebe in der russischen Region Brjansk angegriffen. Der Generalstab in Kiew teilte auf Telegram mit, Ziel sei unter anderem der Mikroelektronikhersteller Kremnij EL gewesen, der das russische Militär beliefere. Außerdem sei eine Chemiefabrik attackiert worden, die nach ukrainischen Angaben Schießpulver, Sprengstoffe und Treibstoffe für die russische Raketenproduktion herstellt. Eine Bestätigung der Angaben von russischer Seite lag zunächst nicht vor.
9.51 Uhr: Ischinger sieht Türkei als wichtigen Partner – vor allem für eine Lösung im Ukraine-Krieg
Ungeachtet der Repressalien gegen die Opposition und die Presse in der Türkei hält der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, das Land für einen strategisch wichtigen Nato-Partner. Bei einer Lösung für den Ukraine-Krieg werde ohne die Türkei, die ein wichtiges Land am Schwarzen Meer sei, "nichts laufen", sagte Ischinger am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Die Türkei sei, da in der Region Krieg und Unruhe herrschten, "natürlich für uns einer der allerwichtigsten Partner", fügte Ischinger mit Blick auf Gaza, den Libanon und den Iran hinzu. "Soweit ist das schon wichtig und ganz gut, dass wir die Beziehungen zu diesem schwierigen türkischen Partner pflegen, selbst wenn es viele Kritikpunkte gibt."
08.01 Uhr: Russland meldet Brände nach ukrainischen Angriffen in Kaluga und Belgorod
Ein ukrainischer Drohnenangriff hat nach russischen Angaben in der Region Kaluga südwestlich von Moskau einen Brand in einem Industriebetrieb ausgelöst. Insgesamt seien sechs ukrainische Drohnen zum Einsatz gekommen, teilte Gouverneur Wladislaw Schapscha auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Es gebe keine Toten oder Verletzten. Welche Einrichtung genau getroffen wurde, gibt er nicht bekannt.
In der westrussischen Stadt Belgorod ist Medienberichten zufolge derweil eine zu Gazprom gehörende Röhrenfabrik in Flammen aufgegangen. Der amtierende Gouverneur der Region, Alexander Schuschajew, schrieb von einem Raketenangriff, nach dem ein Feuer in einem nicht näher benannten Infrastrukturobjekt ausgebrochen sei. Bei dem Angriff sei ein Mensch ums Leben gekommen.
05.23 Uhr: Ukraine greift Moskau mit mehr als 400 Drohnen an
Die Ukraine hat nach russischen Angaben in der Nacht zum Dienstag einen großangelegten Drohnenangriff auf Moskau gestartet. Der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergej Sobjanin, erklärte in Online-Netzwerken, insgesamt seien rund 430 Drohnen in Richtung Moskau gestartet worden. Die meisten seien bereits in größerer Entfernung von der russischen Luftabwehr abgefangen worden. Beim Anflug auf die Hauptstadt seien demnach 36 Drohnen zerstört worden.
04.03 Uhr: Nato-Gipfel in Ankara beginnt
In Ankara kommen heute die Staats- und Regierungschefs der Nato-Mitgliedstaaten zu einem zweitägigen Gipfel zusammen. Dabei soll es um die Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses und neue Hilfen für die Ukraine in ihrem Abwehrkrieg gegen Russland gehen. Der Gipfel beginnt am Abend mit einem Arbeitsessen im Präsidentenpalast von Staatschef Recep Tayyip Erdogan. Zuvor treffen sich Vertreter von Politik, Militär und Industrie bei einem Rüstungsforum. Nato-Generalsekretär Mark Rutte kündigte am Vorabend des Treffens neue Rüstungsverträge im Wert von "mehreren Dutzend Milliarden Dollar" an. Die Bündnisstaaten forderte er auf, der Ukraine die benötigte Militärhilfe zukommen zu lassen.
Dienstag, 7. Juli 2026
22.00 Uhr: Selenskyj - Krieg wird im Himmel entschieden
Im Krieg Russlands gegen die Ukraine wird nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj "die entscheidende Schlacht am Himmel" ausgetragen. "Wenn sie den Feind am Schlachtfeld stoppen, wenn sie den Krieg an Land aufhalten und wenn sie ihm die Seeherrschaft nehmen, wie wir es getan haben, dann wird der Himmel zum nächsten Schlachtfeld", sagte Selenskyj in einem Interview der "Financial Times".
Seiner Ansicht nach sei dieses Stadium bereits erreicht. "Und in der Luft sind wir bereits wettbewerbsfähig", sagte Selenskyj. Vor allem habe die Entwicklung von Langstrecken-Drohnen, die Kiew inzwischen gegen Ziele tief im Inneren Russlands einsetzt, den Verlauf des Kriegs bereits verändert und geholfen, "Russlands Militärmaschine zu schwächen".
20.30 Uhr: Selenskyj hofft auf Erfolg beim Nato-Gipfel
Nach dem verheerenden russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew setzt Präsident Wolodymyr Selenskyj große Hoffnungen in den Nato-Gipfel in Ankara. Der Gipfel dürfe nicht nur "leere Worte" hervorbringen, sondern mehr Schutz für die Ukraine, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Trotz guter Abschussquoten der Flugabwehr gegen russische Drohnen und Marschflugkörper sowie Raketen gebe es klare Mängel. "Wenn die entsprechenden Abwehrmittel vorhanden sind, erzielen unsere Soldaten wirklich hohe Abschussquoten, und genau damit lässt sich das Problem bei den ballistischen Raketen erklären: Es gibt nicht genügend Abwehrmittel", sagte Selenskyj. Er beklagte einmal mehr das Fehlen von Munition für die Patriot-Abwehrsysteme.
19.15 Uhr: Regensburger Politikforscher – Putin geht gegen Zivilbevölkerung vor
Der Politikwissenschaftler Stephan Bierling von der Universität Regensburg sieht in den jüngsten russischen Raketenangriffen auf Kiew einen Akt der Verzweiflung. Die Angriffe kurz vor dem Nato-Gipfel seien mehr als nur Säbelrasseln, erklärte Bierling bei BR24 im BR Fernsehen. "Das ist mehr, weil Menschen sterben, Säbelrasseln, wäre ja etwas, was primär rhetorisch wäre." Seiner Einschätzung nach will der russische Präsident "im Grunde die Ukraine vernichten". Da er auf dem Schlachtfeld nicht mehr vorankomme, gehe er nun gegen die Zivilbevölkerung vor. Dies sei ein "Ausdruck einer gewissen Verzweiflung Putins", weil jeden Tag Tausende seiner Soldaten fielen, nicht vorankämen, von ihm verheizt würden und er trotzdem keine Geländegewinne mache.
Im Video: Angriff auf Kiew – Einordnung durch Regensburger Politikforscher Bierling
Im Video: Angriffe auf Kiew – Enordnung durch Regensburger Politikforscher Bierling
18.05 Uhr: Vor Nato-Gipfel - 22 Tote nach russischem Großangriff auf Kiew
Die Zahl der Todesopfer nach den jüngsten russischen Luftangriffen auf die Region Kiew ist auf mindestens 22 gestiegen. Dutzende weitere Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt. Einen Tag vor dem Nato-Gipfel in Ankara griff Russland die ukrainische Hauptstadt und ihr Umland in der Nacht zum Montag erneut massiv mit Raketen und Drohnen an. Nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte setzte Russland bei dem Angriff 68 Raketen und 351 Drohnen ein. Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte die Nato zu entschlossener Unterstützung seines Landes auf. Nato-Generalsekretär Mark Rutte drängte ebenfalls auf zusätzliche Hilfen für die ukrainische Luftverteidigung. Russische Behörden erklärten unterdessen, die eigene Luftabwehr habe 613 von insgesamt 626 ukrainischen Drohnen abgefangen.
17.40 Uhr: Trump - Einigung im Ukraine-Krieg näher als viele denken
US-Präsident Donald Trump hat sich kurz vor dem Nato-Gipfel optimistisch zu den Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine geäußert. Nach einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin zeigte sich Trump überzeugt, dass dieser den Krieg beenden wolle. "Präsident Putin will, dass es endet. Das kann ich Ihnen sehr deutlich sagen", sagte Trump im Weißen Haus. Auf die Frage, warum Russland trotz des Gesprächs keinen stärkeren Verhandlungswillen erkennen lasse, verwies Trump auf die laufenden Gespräche mit Moskau und Kiew. Eine Einigung sei "näher, als die Menschen glauben", sagte der US-Präsident. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wolle den Krieg beenden.
17.04 Uhr: Viele Tote und Verletzte nach russischem Angriff auf Kiew
Mit neuen massiven Luftangriffen hat Russland kurz vor dem Nato-Gipfel in der türkischen Hauptstadt Ankara mindestens 21 Menschen in der Ukraine getötet. Allein in der Hauptstadt Kiew kamen nach Angaben der Militärverwaltung mindestens 15 Menschen ums Leben. Die Zahl der Todesopfer dürfte ebenso weiter steigen wie die der Verletzten. In Kiew wurden bislang rund 60 Verletzte registriert. Zahlreiche Wohnhäuser wurden beschädigt, einige stürzten teilweise ein.
Opfer gab es zudem im Umland von Kiew. Behördenangaben nach sind dort sechs Menschen zu Tode gekommen. 21 Menschen wurden demnach verletzt. In der Stadt Wyschnewe am Westrand Kiews brach ein Großbrand aus. Die Sicherheitskräfte evakuierten Hunderte Menschen wegen der Folgeexplosionen. Dies deutet auf einen Einschlag in einem Munitionslager hin.
16.56 Uhr: Rutte ruft zu weiterer Unterstützung für die Ukraine auf
Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat die Verbündeten vor ihrem Gipfeltreffen in Ankara zu weiterer Unterstützung für den Abwehrkampf der Ukraine aufgerufen. "Die Ukraine verändert derzeit dank des Mutes, des Engagements und des Einfallsreichtums ihrer Streitkräfte die Dynamik auf dem Gefechtsfeld", sagte der Niederländer in Ankara.
16.17 Uhr: Ukraine greift größte russische Ölraffinerie an
Ukrainische Drohnen haben die größte russische Ölraffinerie in Omsk weit im Inneren Sibiriens angegriffen und dort einen Brand verursacht. Dies teilte der ukrainische Generalstab mit. Es handelt sich um einen der ukrainischen Angriffe mit der größten Reichweite seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022. Die Anlage liegt rund 2.700 Kilometer von ukrainisch kontrolliertem Gebiet entfernt nahe der Grenze zu Kasachstan. Der Gouverneur der Region Omsk, Witali Chotsenko, erklärte im Messenger Telegram, mehrere Drohnen hätten das nördliche Industriezentrum der Stadt erreicht, in dem sich die Raffinerie befindet. Rettungskräfte seien im Einsatz, um das Feuer zu löschen. Die Raffinerie gehört dem Energiekonzern Gazpromneft und ist die größte Russlands. Insidern zufolge verarbeitete die Anlage im vergangenen Jahr rund 23 Millionen Tonnen Rohöl, was etwa 460.000 Barrel pro Tag entspricht.
14.46 Uhr: Gouverneur - Ukrainische Drohnen greifen westsibirische Region Omsk an
Die russische Region Omsk in Westsibirien wird nach Angaben des örtlichen Gouverneurs von ukrainischen Drohnen attackiert. Mehrere Drohnen hätten das nördliche Industriezentrum von Omsk erreicht, teilte Gouverneur Witali Chotsenko auf Telegram mit.
14.23 Uhr: Polnische Ukraine-Hilfen - Tusk fordert Rückkehr zu Konsens
Polens Ministerpräsident Donald Tusk fordert eine Rückkehr zu parteiübergreifender Einigkeit über Militärhilfen für die Ukraine. "Man darf unsere Zusammenarbeit mit der Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen den russischen Angriff nicht gefährden", sagte Tusk in der Stadt Bydgoszcz, wie die Nachrichtenagentur PAP meldete. Er warnte andere Politiker einschließlich des rechtskonservativen Präsidenten Karol Nawrocki davor, in dieser Frage mit dem Feuer zu spielen. Politiker des rechten Lagers hatten der Warschauer Regierung vorgeworfen, der Ukraine ohne Abstimmung Flugabwehrraketen für das US-System Patriot geliefert zu haben. Damit sei potenziell die Sicherheit Polens gefährdet worden.
14.00 Uhr: Zwei Schiffe der russischen "Schattenflotte" attackiert
Ukrainische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben zwei Schiffe der sogenannten russischen "Schattenflotte" angegriffen. Diese hatten demnach jeweils rund 7.000 Tonnen Treibstoff geladen und befanden sich auf dem Weg vom westrussischen Hafen Taganrog am Asowschen Meeres zu der von Russland annektierten Halbinsel Krim, teilte der ukrainische Drohnen-Kommandeur Robert Browdi im Messenger Telegram mit.
13.27 Uhr: Russland - Luftabwehr schießt 613 ukrainische Drohnen ab
Die russische Luftabwehr hat nach neuen Angaben des Verteidigungsministeriums in der Nacht 613 ukrainische Drohnen über verschiedenen russischen Regionen abgeschossen. Insgesamt habe die Ukraine 625 Drohnen für die Angriffe eingesetzt, teilte das Ministerium in Moskau mit. Die Angriffswelle habe sich gegen Hafen- und Ölinfrastruktur gerichtet.
13.05 Uhr: Regierungskreise - Nato-Gipfel soll Signal der Entschlossenheit senden
Angesichts der massiven russischen Angriffe auf die Ukraine kurz vor dem Nato-Gipfel setzt die Bundesregierung darauf, beim Treffen der westlichen Allianz in der Türkei ein Signal der Geschlossenheit auszusenden. "In den Tagen vor dem Nato-Gipfel hat es eine gezielte russische Eskalation in der Ukraine gegeben", hieß es aus Regierungskreisen in Berlin: "Die Bedrohung von Russland erleben wir täglich."
Deshalb müsse beim am Dienstag beginnenden Nato-Gipfel in der Ankara "ein Zeichen der Stärke und politischen Entschlossenheit gelingen", hieß es weiter in Berlin. Ziel sei es, die USA und die europäischen Nato-Partner in ihrer Unterstützung Kiews "weiter zusammenzubringen".
12.48 Uhr: Merz telefoniert mit Trump zum Thema Verteidigungsausgaben
Bundeskanzler Friedrich Merz hat vor dem Nato-Gipfel mit US-Präsident Donald Trump telefoniert und ihm dabei die Erhöhung der deutschen Verteidigungsausgaben in den letzten Monaten erläutert. In dem bereits am Freitagnachmittag geführten Gespräch habe Merz deutlich gemacht, dass die von Trump in einer Nachricht auf der Plattform Truth Social für die Ausgaben der europäischen Verbündeten verwendeten Zahlen nicht aktuell seien, hieß es aus Regierungskreisen. Trump hatte die Ausgaben von Deutschland, Großbritannien und Italien auf der Grundlage dieser Zahlen als "lächerlich" bezeichnet.
Merz hatte bereits am Freitag auf einer Pressekonferenz öffentlich klargestellt, dass Deutschland gerade seine Verteidigungsausgaben innerhalb von vier Jahren verdoppele: "Das ist die größte Kraftanstrengung, die wir jemals gemacht haben, um unsere Verteidigungsfähigkeit zu stärken. Insofern brauchen wir uns hier vor niemandem zu verstecken." Das werde er beim Nato-Gipfel in Ankara am Dienstag und Mittwoch !auch in aller Bescheidenheit zum Ausdruck bringen".
12.22 Uhr: Mindestens zwölf Tote bei russischen Angriffen in der Ukraine
Bei den russischen Drohnen- und Raketenangriffen auf die Ukraine sollen neuen Angaben zufolge mindestens zwölf Menschen getötet worden sein. Weitere 60 Menschen seien verletzt worden, teilten Vertreter ukrainischer Behörden mit. Stunden zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einem russischen Großangriff gewarnt.
Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Moskau habe in der Nacht 351 Drohnen und 68 Raketen eingesetzt. Alle 29 von Russland abgefeuerten ballistischen Raketen hätten ihre Ziele getroffen. Im Zentrum der Angriffe habe die Hauptstadt Kiew gestanden.
12.10 Uhr: Regierungskreise - Nato soll Ukraine Hilfe von 140 Milliarden Euro zusagen
Aus Kreisen der Bunderegierung werden Berichte bestätigt, dass der Nato-Gipfel soll der Ukraine Finanzzusagen für die kommenden zwei Jahre von mindestens 140 Milliarden Euro geben will. Verankert seien im Entwurf der Gipfelerklärung 70 Milliarden für 2026 und mindestens 70 Milliarden Euro für 2027, die der Ukraine durch die europäischen Partner mit Kanada bereitgestellt werden, sagte ein deutscher Regierungsvertreter in Berlin. Dieser Betrag setze sich aus dem 90-Milliarden-Kredit der EU sowie bilateralen Hilfe zusammen.
Die Bundesregierung hatte dies schon vor Wochen angeregt und darauf verwiesen, dass die Ukraine aus dem Kredit der EU dieses und kommendes Jahr je 30 Milliarden Euro für ihren militärischen Abwehrkampf gegen Russland einsetzen kann. Die ukrainische Regierung spricht aber von 60 bis 70 Milliarden Euro jährlich, die nötig seien. Deshalb hatte die Bundesregierung vorgeschlagen, dass Europäer und Kanada zusätzliche bilaterale Hilfe leisten. Im Bundeshaushalt sind in diesem Jahr elf Milliarden Euro an Militärhilfe vorgesehen - deutlich mehr als alle anderen EU-Partner zusammen.
11.51 Uhr: Ukraine bestätigt Angriffe auf russische Ölraffinerien
Das ukrainische Militär hat Angriffe auf zwei russische Ölraffinerien in den nordwestlichen Regionen Jaroslawl und Leningrad in der Nacht bestätigt. Nahe der Raffinerie Slawneft-Janos in der Region Jaroslawl seien Explosionen registriert worden, teilte der Generalstab auf Telegram mit. Zudem sei die Anlage des Konzerns Nowatek im Ostsee-Hafen Ust-Luga in der Region Leningrad getroffen worden.
11.19 Uhr: Versorger meldet Stromausfälle auf der Krim
Ein Stromversorger auf der Krim hat flächendeckende Stromausfälle auf der von Russland völkerrechtswidrig annektierten Halbinsel gemeldet. Dies sei auf "äußeren Einfluss" zurückzuführen, hieß es.
Der von Moskau eingesetzte Verwaltungschef der Stadt Sewastopol, Michail Raswoschajew, teilte mit, ukrainische Angriffe hätten am Montag die Stromversorgung der Stadt unterbrochen. Sie sei aber später mit Reserveausrüstung wiederhergestellt worden.
11.01 Uhr: Ukrainischer Luftwaffensprecher beklagt Mangel an Luftabwehr-Raketen
Der ukrainische Luftwaffensprecher Juri Ihnat hat nach den heftigen Luftangriffen der vergangenen Nacht im Staatsfernsehen auf die dezimierten Bestände seines Landes an Abfangraketen hingewiesen. Russland nutze den Umstand aus, dass es derzeit in der Ukraine, aber auch global einen Mangel bei dieser Waffenart gebe.
Die Ukraine ist bei der Flugabwehr stark von US-Systemen des Typs Patriot abhängig. Der Krieg im Nahen Osten hat jedoch auch die US-Bestände an Patriot-Abfangraketen schrumpfen lassen, die ohnehin nur in begrenzter Zahl produziert werden. Die Versorgungsengpässe sind in der Ukraine besonders spürbar.
10.16 Uhr: Von der Leyen - Nato-Gipfel berät über Flugabwehr für Ukraine
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat kurz vor dem Nato-Gipfel zu weiterer Unterstützung für die Ukraine aufgerufen. "Die Ukraine braucht dringend mehr Luftabwehr. Wir werden dies diese Woche in Ankara beim Nato-Gipfel besprechen", erklärt sie im Onlinedienst X. Außerdem müsse der Druck auf Moskau steigen, "bis Russland das Blutbad beendet".
Der Nato-Gipfel findet am Dienstag und Mittwoch im türkischen Ankara statt. Erwartet werden die Staats- und Regierungschefs der 32 Nato-Staaten, darunter US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Die Unterstützung der Ukraine gehört zu den wichtigsten Themen.
09.54 Uhr: Selenskyj ruft zu "starken Entscheidungen" bei Nato-Gipfel auf
Nach den jüngsten Angriffen Russlands auf die Ukraine hat der ukrainische Präsident Selenskyj die Verbündeten dazu aufgerufen, beim bevorstehenden Nato-Gipfel "starke Entscheidungen" zur Unterstützung seines Landes zu treffen. "Es ist äußerst wichtig, dass die Welt, allen voran Amerika und unsere europäischen Partner, vom Nato-Gipfel starke Entscheidungen zur Unterstützung unserer Luftabwehr und zum Schutz von Zivilisten mitbringen", schrieb Selenskyj bei Telegram. Ihm zufolge hat Russland in der Nacht neben 351 Drohnen 68 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt. "Unsere Kämpfer haben heute ein gutes Resultat beim Abschuss von Drohnen und Marschflugkörpern gezeigt, aber leider nicht gegenüber der russischen Ballistik", erklärte er. Grund sei das Fehlen von Flugabwehrraketen.
Der Nato-Gipfel findet am Dienstag und Mittwoch im türkischen Ankara statt. Erwartet werden die Staats- und Regierungschefs der 32 Nato-Staaten, darunter US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Thema ist unter anderem die Unterstützung der Ukraine. Bei russischen Angriffen waren in der Nacht zu Montag mindestens elf Menschen getötet worden.
Im Audio: Mehrere Tote und viele Verletzte bei Luftangriffen auf die Ukraine
Ein Verletzter wird in Kiew von Helfern aus dem Trümmern getragen
09.04 Uhr: Russland - Ukraine greift Ostseehäfen und Krim mit Drohnen an
Die Ukraine hat Russland nach Angaben aus Moskau mit mehr als 500 Drohnen angegriffen. 519 Drohnen seien abgeschossen worden, meldete das russische Verteidigungsministerium. Bei den Attacken sind die russischen Ostseehäfen Wysozk und Ust-Luga nach örtlichen Angaben beschädigt worden. Ust-Luga ist einer der wichtigsten russischen Exporthäfen für Öl. Nach Angaben des Regionalgouverneurs Alexander Drosdenko wurden in der Gegend 56 Drohnen abgeschossen.
Auch aus anderen russischen und von Russland kontrollierten Gebieten meldeten die Behörden Angriffe: Auf der Krim kam es in Sewastopol zu einem Stromausfall, in Kertsch wurde eine Frau getötet. In der Region Kaluga rund 190 Kilometer südlich von Moskau geriet nach einem Drohneneinschlag ein Industriegelände in Brand. In der Region Jaroslawl knapp 270 Kilometer nordöstlich der russischen Hauptstadt wurden zwei Menschen durch Splitter infolge eines Drohnenangriffs verletzt.
08.34 Uhr: Medien - Raffinerie in russischem Jaroslawl attackiert
Das unabhängige Internetportal "Astra" berichtet von einem erneuten Angriff auf die Raffinerie in der Großstadt Jaroslawl nördlich von Moskau. Auf in sozialen Netzwerken kursierenden Bildern seien Rauchwolken über der Anlage zu erkennen. Die Raffinerie ist in der Vergangenheit schon mehrfach attackiert worden.
Offiziell gibt es keine Angaben zu möglichen Schäden an der Ölverarbeitungsanlage. Laut dem Jaroslawler Gouverneur Michail Jewrajew hat die Flugabwehr mehr als 70 Drohnen abgeschossen. Zwei Menschen hätten "Splitterverletzungen erlitten", sie würden im Krankenhaus behandelt, schrieb er auf Telegram. Er warnte vor möglichen weiteren Angriffen.
08.25 Uhr: Russland - Haben Präzisionsangriffe auf Militär- und Energieanlagen ausgeführt
Bei den nächtlichen Luftangriffen auf die Ukraine hat Russland nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe 68 Raketen und 351 Drohnen eingesetzt. Davon habe die Luftabwehr 37 Raketen und 326 Drohnen abgeschossen oder unschädlich gemacht. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, es seien Militär- und Energieanlagen in der ukrainischen Hauptstadt mit Präzisionswaffen sowie Militärflugplätze in anderen Regionen angegriffen worden.
07.12 Uhr: Zahl der Todesopfer in der Ukraine steigt
In der Ukraine sind am frühen Montagmorgen bei russischen Angriffen mindestens neun Menschen getötet worden. Inzwischen seien "neun Tote und 46 Verletzte" bestätigt, teilte der Chef der Militärverwaltung in Kiew, Tymur Tkatschenko, im Onlinedienst Telegram mit. Unter den Verletzten sind seinen Angaben zufolge fünf Kinder. Ein weiteres Todesopfer wurde in Butscha nordwestlich von Kiew gemeldet.
Der Chef der Militärverwaltung in Kiew warnte vor möglichen weiteren Opfern. "Die Rettungseinsätze dauern weiter an", erklärte er. "Traurigerweise ist dies nicht die endgültige Bilanz." Zuvor hatte Tkatschenko auf Telegram mitgeteilt, der Feind greife "mit ballistischen Raketen" an.
05.39 Uhr: Unions-Außenexperte Hardt appelliert bei Ukraine-Krieg an China
Mit Blick auf das morgen beginnende Nato-Gipfeltreffen in Ankara hat der Unions-Außenexperte Jürgen Hardt (CDU) in Bezug auf den Ukraine-Krieg eine klare Ansage an China gefordert. "China spielt für Russlands Fähigkeit, seinen Angriffskrieg fortzusetzen, eine erhebliche Rolle", sagte der außenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Deshalb müsse die Nato hier Klartext sprechen: "Wer Moskaus Rüstungsbasis stützt, trägt Mitverantwortung für die Verlängerung dieses Krieges. Diese Realität offen anzusprechen, ist kein Eskalationsschritt, sondern Ausdruck strategischer Ehrlichkeit", betonte Hardt.
Der CDU-Politiker forderte auch einen härteren Kurs der Nato gegenüber Russland. Der Gipfel müsse vor allem politische Geschlossenheit demonstrieren, sagte er. "Moskau darf keinen Zweifel daran haben, dass die Unterstützung für die Ukraine ungebrochen ist."
05.19 Uhr: Hausbewohner sitzen nach Attacke auf Kiew in Gebäude fest
Bei dem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew wurde Behördenangaben zufolge ein Wohnhaus nahe dem Stadtzentrum schwer beschädigt. Die örtlichen Behörden vermuten, dass Menschen unter den Trümmern eingeschlossen sein könnten. In dem Gebäude im historischen Stadtteil Podil säßen auch mehrere Bewohner des Hauses im siebten bis neunten Stockwerk fest, teilt Bürgermeister Witali Klitschko auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. In anderen Bezirken stürzten Trümmerteile von Drohnen ab. Klitschko rief die Bevölkerung auf, in Schutzräumen zu bleiben.
05.01 Uhr: Ukraine meldet zahlreiche Tote und Verletzte nach russischer Angriffswelle
Die vorab befürchtete Welle schwerer Luftangriffe Russlands auf ukrainische Städte hat sich in der Nacht bestätigt. Kurz nach Mitternacht löste die Flugabwehr in fast allen Landesregionen Luftalarm aus, aus Kiew wurden mehrere heftige Explosionen gemeldet. Behörden und Medien berichteten über zahlreiche Einschläge in der Hauptstadt und ihren Vororten. Mehrere Gebäude wurden demnach beschädigt, mindestens sieben Menschen getötet und zwei Dutzend weitere verletzt. Tausende seien vor den Angriffen in U-Bahn-Stationen geflohen, berichtete das Nachrichtenportal "The Kyiv Independent". Angeblich setzten die Angreifer neben zahlreichen Drohnen auch Dutzende Marschflugkörper und ballistische Raketen ein.
00.24 Uhr: Selenskyj warnt vor neuen russischen Angriffen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj befürchtet eigenen Angaben zufolge massive russische Angriffe noch vor dem Nato-Gipfel Mitte der Woche in Ankara. In einem Facebook-Posting berief er sich dabei auf Informationen des ukrainischen Geheimdienstes. "Das entspricht ganz (Kremlchef Wladimir) Putins Art – unmittelbar nach dem amerikanischen Unabhängigkeitstag und vor dem Nato-Gipfel in Ankara", sagte er. Russland wolle schlicht "noch mehr Unheil anrichten und Menschen töten".
Selenskyj appelliert an die Partner der Ukraine, den Abwehrkampf seines Landes entschlossener zu unterstützen. "Jede Verzögerung bei der Lieferung von Raketen für unsere Flugabwehr und für die Patriot-Systeme kostet Menschenleben und ermutigt Russland, den Krieg fortzusetzen", erklärte er. Die Welt verfüge durchaus über die notwendige Menge und Qualität an Flugabwehrsystemen. Nötig sei aber, diese der Ukraine auch bereitzustellen.
Montag, 6. Juli 2026
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