Tim Curry in seiner Rolle des Dr. Frank N. Furter, bekleidet mit Korsett und Strapse.
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Tim Curry in seiner berühmten Rolle des Dr. Frank N. Furter in "Rocky Horror Picture Show".
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Tim Curry in seiner berühmten Rolle des Dr. Frank N. Furter in "Rocky Horror Picture Show".

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Abschied von Tim Curry: "Rocky Horror Picture Show" in München

Abschied von Tim Curry: "Rocky Horror Picture Show" in München

Seit fast 50 Jahren zeigt das Museum Lichtspiele die "Rocky Horror Picture Show" in München. Zum Tod des 80-jährigen Hauptdarstellers Tim Curry war der Kinosaal am Freitagabend komplett ausgebucht. Fans nahmen gemeinsam Abschied.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Morgen am .

Um kurz vor 23 Uhr sind alle roten Kinosessel besetzt. Die Besucherinnen und Besucher im Museum Lichtspiele sind an diesem Freitagabend da, um die Spätvorstellung zu sehen, für die das Kino bekannt ist: die "Rocky Horror Picture Show". Dass eine Vorstellung im Sommer ausverkauft ist, komme nicht oft vor, sagt Kinobetreiber Matthias Stolz.

Grund für den großen Andrang ist Schauspieler Tim Curry, der am 26. August im Alter von 80 Jahren gestorben ist. Seine Rolle des Dr. Frank N. Furter, des Wissenschaftlers und Transvestit vom Planeten Transsexual, machte ihn zur Ikone. "Ich kenne den Film sehr gut, aber ich bin hier das erste Mal im Kino", sagt Kinobesucher Michael Früchtel. Andere haben die "Rocky Horror Picture Show" schon mehrmals im Museum Lichtspiele gesehen, viele kommen immer wieder.

"Dieses Kino und dieser Film sind eins geworden"

Das Kino zeigt die "Rocky Horror Picture Show" seit fast einem halben Jahrhundert, seit Juni 1977, jede Woche und schaffte es damit sogar ins Guinness-Buch der Rekorde. "Er ist nicht mehr von diesem Kino wegzudenken. Dieses Kino und dieser Film sind eins geworden", sagt Kinobetreiber Matthias Stolz. Passenderweise ist der Kinosaal der Kulisse im Film nachempfunden: Die Wände sind mit Säulen und Stuck verziert, in Wandnischen stehen Aktskulpturen.

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Der Kinosaal im Museum Lichtspiele ist der Kulisse im Film nachempfunden.

Fans verkleiden sich wie die Filmfiguren

Einige Besucher haben sich wie die Figuren im Film gekleidet. Wie Janet Weiss, Magenta oder Riff Raff. Das gehört für viele zum authentischen "Rocky Horror"-Kinoerlebnis dazu. Besucher Jan Klose hat sich für Frank N. Furter entschieden, trägt grünen Laborkittel, eine Perlenkette und türkisfarbenen Lidschatten. Der Tod von Tim Curry habe ihn betroffen gemacht. "Jetzt feiern wir trotzdem heute den Film und das, was er uns geschenkt hat", sagt er.

Bevor die Vorstellung beginnt, wendet sich noch Kinobetreiber Stolz an die Gäste und will wissen, wer den Film schon kennt. Etwa die Hälfte der Besucher meldet sich, was mehr als sonst ist, wie Stolz bemerkt: "Vielleicht gibt es bei 'There's a light' ein Licht mehr heute über Frank N. Furters Castle, das leuchtet. Und wir werden schauen, dass es weiterleuchtet. Über die 50 Jahre hinaus."

Mitmach-Erlebnis im Kino

Knapp 100 Minuten lang wird dann geklatscht und dazwischengerufen, wenn bestimmte Stichworte fallen. In passenden Filmszenen wird auch mal mit Reis geworfen oder Wasser gespritzt. Im Museum Lichtspiele ist das Mitmachen und Interagieren während des Films ausdrücklich erlaubt. Es wird mitgesungen, getanzt und gejubelt. Besonders bei Frank N. Furters erstem Auftritt im Film, in der ikonischen Fahrstuhlszene, wo er zunächst im Dracula-Umhang auftaucht. Darunter kommen dann Korsett, Netzstrümpfe und Perlenkette zum Vorschein.

Bedeutung für queere Community

Die "Rocky Horror Picture Show" schaffte Sichtbarkeit für die queere Community und wurde zum Symbol für Freiheit und sexuelle Selbstbestimmung. "Der Film zeigt sehr viele Facetten, die auch queeres Leben ausmachen. Und er ist ein großer Vorreiter aus den 70ern, der nie an Aktualität verloren hat", sagt Kinobetreiber Matthias Stolz.

Und das auch wegen Tim Currys Rolle. Frank N. Furter stehe für "Freiheit, sein wie man ist, sein Leben genießen", beschreibt es Ursula Wimmer, die den Film zum zweiten Mal im Museum Lichtspiele gesehen hat. Frank N. Furter wurde zur Identifikationsfigur. Die sei damals wichtig gewesen und sei es bis heute, sagt Besucher Jan Klose: "Ich glaube, sich feminin geben als Mann, sich zu schminken, hohe Schuhe zu tragen, Strapse zu tragen, war damals krass und ist, glaube ich, heute krasser, als sich manche das vielleicht eingestehen wollen. Deswegen glaube ich, ist es heute vielleicht ein Film, den man wieder häufiger sehen könnte".

Als am Ende Tim Currys Name im Abspann erscheint, wird nochmal gejubelt und geklatscht. Für einige Fans war das sicher nicht die letzte "Rocky Horror Picture Show" im Kino.

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