Die Wachablösung in der Bundesliga der Frauen hat längst stattgefunden. Seit vier Jahren heißt der dominierende Klub nicht mehr VfL Wolfsburg, sondern FC Bayern München. Mit dem Gewinn der Meisterschaft nach zwei Remis und sonst nur Siegen sind die Münchnerinnen in der aktuellen Saison der höchsten deutschen Spielklasse entwachsen.
Der insgesamt siebte Meistertitel seit Einführung der Bundesliga lässt den Verein mit dem 1. FFC Frankfurt und den Wölfinnen gleichziehen und macht den FCB nun auch im Frauenbereich zum Rekordmeister. Folgt nun am Donnerstag im direkten Duell mit dem VfL gleich der nächste Titel für die FCB-Frauen? Dann steht das Pokalfinale ab 16 Uhr an (live in der Radioreportage).
Dominanz in Bundesliga – Augenhöhe in Europa
Dass der Klub von der Isar den deutschen Frauenfußball dominiert, ist nach vier Titeln in Folge nichts Neues. Doch die letzten Auftritte in der Champions League gegen den FC Barcelona zeigen nun, dass der FC Bayern auch auf internationaler Ebene mithalten kann. Zwar endete der Traum vom europäischen Titel im Halbfinale gegen die Katalaninnen, aber gerade die Schlussphase des Rückspiels machte deutlich, dass sich die Investitionen in den Frauenfußball auszahlen.
Schon im Hinspiel des Halbfinals gegen den FC Barcelona präsentierte sich der FC Bayern auf Augenhöhe, konnte einen Rückstand nach frühem Gegentreffer aufholen und das Remis sogar in Unterzahl über die Zeit bringen. Das Ergebnis im Rückspiel sieht mit 2:4 zwar deutlich aus, doch beweisen besonders die zwei Lattentreffer und der zurückgenommene 3:4-Anschlusstreffer in der Crunchtime, dass die Münchnerinnen dem aktuell besten Klub Europas an spielerischer Qualität nicht nachstehen.
Erfolge durch hohe Investitionen trotz Minusgeschäft
Die Entwicklung des Teams von José Barcala ging in den letzten Jahren stetig nach oben. Was dies aber möglich macht, ist eine finanzstarke Männerabteilung im Hintergrund, die Jahr für Jahr in den Fußball der Frauen investiert – auch wenn das noch immer ein Minusgeschäft ist. In der Frauen-Bundesliga beträgt das Defizit im Durchschnitt zwei Millionen Euro, was üblicherweise mit den Einnahmen des Männerfußballs ausgeglichen wird.
Große Teile dieser Aufwendungen fließen in eine professionelle Infrastruktur. Am FC-Bayern-Campus genießen die Spielerinnen bereits optimale Trainingsbedingungen. Mit dem Kauf des Sportparks Unterhaching wurde eine weitere große Investition in die Zukunft des Frauenfußballs in der bayerischen Landeshauptstadt getätigt. Denn natürlich folgen auf den sportlichen Erfolg auch wachsendes Zuschauerinteresse und mit der Teilnahme an internationalen Wettbewerben diverse kostspielige Bedingungen der Verbände wie der UEFA.
Gewinne der FCB-Frauen verdoppelt
Fakt ist aber auch, dass sich die Gewinne der FCB-Frauen in der Spielzeit 2024/25 im Vergleich zur Vorsaison verdoppelt haben. Die Studie "Football and Money League 2026" der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte errechnete einen Gesamtumsatz von 7,2 Millionen Euro. Einen großen Teil der Einnahmen erspielten sich die Münchnerinnen bei der neu geschaffenen Kleinfeldserie "World Sevens Football" in Portugal – als Siegerinnen kamen sie mit 2,3 Millionen Euro Preisgeld nach Hause.
Diese Saison dürften sich die Gewinne sogar weiter erhöhen, vorausgesetzt, die FCB-Frauen partizipieren erneut an dem Kleinfeldwettbewerb. Da sie aber erstmals seit 2020/21 im Champions-League-Halbfinale standen, werden sie in diesem Wettkampf eine höhere Prämie erhalten als in den Jahren zuvor. In der Vorsaison zahlte die UEFA für die Runde der letzten vier 180.000 Euro aus, insgesamt wurde eine Königsklassen-Performance bis zum Halbfinale mit 720.000 Euro belohnt.
Grundsätzlich ist der Fußball der Frauen – auch beim FC Bayern – weiterhin auf Investitionen angewiesen, um sich weiterzuentwickeln und mit der internationalen Konkurrenz mithalten zu können. Aber der aktuelle sportliche Erfolg, besonders in dieser Saison, beweist, dass sich finanzielle Aufwendungen langfristig lohnen werden.
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Dieser Artikel ist erstmals am 9. Mai 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
