Raphael Netz und Camelot
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"Pferde wissen alles über mich" - Weltmeister Netz über Camelot

"Pferde wissen alles über mich" - Weltmeister Netz über Camelot

Zwei Wochen nach dem WM-Triumph von Aachen wird Raphael Netz langsam bewusst, was er erreicht hat. Der Dressurreiter aus Moosburg spricht über seinen Kindheitstraum, seine Zeit bei Jessica von Bredow-Werndl und sein Pferd Camelot.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Die Goldmedaille steht inzwischen in der Vitrine. Zwei Wochen nach dem WM-Triumph von Aachen beginnt Raphael Netz erst langsam zu begreifen, was ihm gelungen ist. "Langsam ist es auch bei mir angekommen", sagt der Dressurreiter in der Abendschau im BR Fernsehen.

Vor wenigen Wochen gewann der 27-Jährige mit der deutschen Mannschaft WM-Gold in Aachen. Heute lebt und arbeitet er in Moosburg an der Isar, wo er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Selina Söder einen Ausbildungsstall betreibt.

Für Netz ist der Titel weit mehr als die erste Medaille bei den Senioren. Mit dem Weltmeistertitel hat sich der Dressurreiter einen Traum erfüllt, den er seit seiner Kindheit verfolgt.

Kindheitstraum erfüllt

"Für mich ist ein absoluter Kindheitstraum in Erfüllung gegangen", sagt der Dressurreiter: "Ich konnte einen riesigen, fetten, grünen Haken auf meine Bucketlist setzen." Im Nachwuchsbereich durfte er bereits mehrfach bei internationalen Meisterschaften für Deutschland starten. Das große Ziel blieb aber immer der Sprung zu den Senioren.

"Mein Ziel war es immer, Championatsreiter für Deutschland bei den Senioren zu werden", sagt Netz: "Jetzt reite ich seit dreieinhalb Jahren bei den Senioren mit und konnte mit der deutschen Equipe das erste Mal Mannschaftsweltmeister werden."

WM-Gold in Aachen

Dass der Titel ausgerechnet in Aachen gelang, macht den Erfolg für Netz noch größer. "Das auch noch auf Home Ground quasi, also in Deutschland als Deutscher", sagt er. Hinzu kam seine Rolle im deutschen Team. Als erster deutscher Reiter musste er den Grundstein für den späteren Titel legen: "Das waren viele Faktoren, die sich für mich multipliziert haben."

Aachen gilt als eine der wichtigsten Bühnen des internationalen Pferdesports. An seinen ersten Moment im Stadion erinnert sich Netz noch genau.

"Das war schon ein ganz tolles Gefühl", sagt er. Besonders der erste Ritt ins Stadion sei ihm im Gedächtnis geblieben: "Ein bisschen die Energie da drin aufsaugen."

Im Video: WM-Gold für deutsche Dressurreiter

Reit-WM Aachen: Raphael Netz und Camelot
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Reit-WM Aachen: Raphael Netz und Camelot

Von Aubenhausen nach Moosburg

Ein wichtiger Abschnitt seines Weges führte über Aubenhausen. Acht Jahre arbeitete Netz auf dem Gestüt von Jessica von Bredow-Werndl, ehe er sich 2024 gemeinsam mit Selina Söder selbstständig machte und einen Ausbildungsstall in Moosburg aufbaute.

Viel gelernt habe er in dieser Zeit, sagt Netz. Den sportlichen Ehrgeiz führt er aber nicht allein auf diese Jahre zurück. "Der Wille, sein Bestes zu geben und sich immer wieder zu hinterfragen, ich glaube, mit dem bin ich auf die Welt gekommen", sagt er: "Natürlich war ich in Aubenhausen und habe da sehr viel gelernt."

Raphael Netz und Camelot

Zum WM-Gold gehörte für Netz aber mehr als seine eigene Leistung. Im Dressursport entscheidet immer auch das Pferd mit. "Es geht nicht nur darum, dass ich an dem Tag topfit bin", sagt er: "Es geht eben auch um meinen Partner Camelot."

Pferde spürten jede Emotion ihres Reiters, erklärt Netz: "Man kann nichts vor ihnen verstecken. Die wissen alles über mich, bevor ich es selber weiß."

Seit dreieinhalb Jahren bilden Netz und Camelot ein Team. Gemeinsam bestritten sie Weltcup-Finals, internationale Turniere und Drucksituationen. Gerade solche Erfahrungen hätten ihre Partnerschaft geprägt.

Ein Team auf Augenhöhe

"Wir haben schon mehrere spannende Situationen erlebt", sagt Netz: "Da lernt man sich natürlich auch in Drucksituationen kennen."

Vor dem WM-Start habe er deshalb genau gewusst, wie sich beide auf den entscheidenden Auftritt vorbereiten mussten. Wichtig sei, Pferd und Reiter über eine gesamte Saison hinweg so zu trainieren und zu steuern, dass beide im richtigen Moment ihr Leistungshoch erreichen.

Märchenhaft klingt auch der Name seines Pferdes. Doch für Raphael Netz ging es in Aachen nicht um Sagen und Legenden, sondern um einen Kindheitstraum, der Wirklichkeit geworden ist.