Die Würzburger Kickers haben am Samstag in der 3. Liga eine Abreibung hinnehmen müssen. Bei Rot-Weiss Essen kassierten die Unterfranken eine heftige 2:6 (0:3)-Klatsche.
Schiele wagt Torhüter-Rochade
Die Hausherren kamen besser in die Partie: RWE verzeichnete ein klares Plus in Sachen Ballbesitz. Am gefährlichsten wurden die Hausherren allerdings jeweils nach Fehlern der Würzburger, die sich in Person von Torhüter Marko Rajkovacic, der von Trainer Michael Schiele den Vorzug gegenüber der etatmäßigen Nummer eins Johann Hipper erhalten hatte, gleich zwei schwere Schnitzer erlaubten, die aber letztlich folgenlos blieben.
Die berüchtigte Essener Heimkulisse im Stadion an der Hafenstraße wurde ihrem guten Ruf zunächst dennoch nur bedingt gerecht, was auch daran lag, dass die Würzburger gut Paroli boten.
Janssen bringt Essen in Führung - Rajkovacic patzt
Das änderte sich mit der 24. Minute. Eine Flanke vom rechten Flügel landete bei Essens Marek Janssen, der aus fünf Metern freistehend nur noch den Kopf hinzuhalten brauchte und das erlösende 1:0 für Essen besorgte.
Fünf Minuten später stand erneut Rajkovacic im Fokus. Wieder konnten die Würzburger eine Flanke auf dem rechten Flügel nicht unterbinden. Im Sechzehner stieg die Nürnberger Leihgabe Semir Telalović zum Kopfball. Rajkovacic, der sich zu spät dazu entschieden hatte, aus seinem Kasten zu kommen, wurde kalt erwischt und hatte so einen großen Anteil an dem nun aus zwei Toren bestehenden Rückstand (29.).
Pesch trifft vor der Pause zum 3:0
Doch damit nicht genug für die Kickers: Kurz vor der Pause musste zunächst Linksverteidiger David Abrangao verletzt ausgewechselt werden, bevor Janssen im Strafraum der Franken eine weitere Hereingabe von der rechten Seite zu Noah Pesch ablegte, der gegen den herauslaufenden Rajkovacic cool blieb und das 3:0 (44.) erzielte.
Nach dem Seitenwechsel blieb es bei der Dominanz der Hausherren. Immerhin: Rajkovacic konnte in der 48. Minute bei einem Abschluss von Aiman Dardari mit einer guten Parade Selbstvertrauen tanken.
Würzburg hofft nach Doppelschlag in vier Minuten
Offensiv ging für Würzburg dagegen lange wenig. Schließlich war es eine Ecke, die die Gäste jubeln ließ. Der hoch in den Strafraum geschlagene Standard landete am langen Pfosten bei Daniel Hägele, dessen Versuch zur Bogenlampe geriet, die Liam Omore zum 1:3 ins Tor nickte (60.).
Der Treffer befeuerte die Würzburger Comeback-Bemühungen. Vier Minuten nach dem Tor von Omore setzte Tarsis Bonga den eingewechselten Franck Evina in Szene, der sich gegen Michael Kostka durchsetzte und aus kurzer Distanz den Anschluss zum 2:3 besorgte (64.).
Essen schmettert Würzburger Comeback-Träume ab
Doch es blieb bei dem kurzen Aufbäumen. Die Essener schalteten wieder einen Gang hoch, was der Abwehr der Franken sofort arge Probleme bereitete. Nachdem die Schiele-Elf bei einigen hochkarätigen Chancen noch mit einem blauen Auge davonkam, bestrafte Nick Bätzner die defensive Anfälligkeit der Kickers in der 78. Minute mit dem 4:2, nachdem Nathan de Medina bei einem Klärungsversuch im Strafraum über den Ball gehauen hatte.
Kurz vor Schluss legte der 26-Jährige sogar noch einmal nach und besorgte mit seinem zweiten Treffer des Tages das 2:5 aus Würzburger Sicht, bevor Lucas Brumme in der Nachspielzeit mit einem direkten Freistoßtor den 6:2-Endstand herstellte.
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