Spielszene FC Bayern - Borussia Dortmund
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Bildrechte: picture alliance / Pressefoto Ulmer | Markus Ulmer
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Eigentlich auf Augenhöhe: Darum muss Bayern beim BVB aufpassen

Eigentlich auf Augenhöhe: Darum muss Bayern beim BVB aufpassen

Der FC Bayern fährt zum Bundesliga-"Klassiker" nach Dortmund zum BVB. Nach den vergangenen Jahren und dem jüngsten Rückschlag in der Champions League scheinen die Schwarzgelben als krasser Außenseiter. Doch den FCB erwartet ein schwieriger Gegner.

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport im Radio am .

Das Ansehen des wichtigsten Duells in Fußball-Deutschland hat in den vergangenen Jahren ein wenig gelitten. Waren die Aufeinandertreffen zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund früher oft hochklassige Begegnungen, die für reichlich Drama sorgten, hat der Flair des "Klassikers" in den letzten zehn Jahren abgenommen.

BVB als Brücke zwischen FC Bayern und Bundesliga?

Einerseits, weil die Bayern der nationalen Konkurrenz enteilt schienen. Andererseits, weil der BVB nach dem Abschied von Jürgen Klopp nur noch selten in der Lage war, die Brücke zwischen dem deutschen Rekordmeister und dem Rest der Bundesliga zu schlagen.

So etwa 2023, als die wahrscheinlich schwächste Inkarnation des FCB seit über einer Dekade die Borussia Anfang April im ersten Spiel unter Thomas Tuchel 4:2 bezwang und acht Wochen später in einem dramatischen Herzschlag-Finale am 34. Spieltag die verloren geglaubte Deutsche Meisterschaft gewann.

Bayern verpasste BVB ein symbolträchtiges Trauma

Beim FC Bayern damals: unbändiger Jubel. Bei den sowohl im direkten als auch später im Fernduell unterlegenen Dortmundern: Trauer, Niedergeschlagenheit und ein Trauma, das sinnbildlich für die Entwicklung in der Rivalität zwischen den beiden Mannschaften stand.

2024 hatte zwar der BVB das bessere Ende für sich, als er den FCB in der Rückrunde 2:0 schlug und den Münchnern die letzte Hoffnung nahm, den späteren Meister Bayer 04 Leverkusen noch einzuholen. Aber auch die (Schaden-)Freude über den Erfolg konnte nicht kaschieren, dass man die Saison nur auf Rang fünf beendete.

Rollen vor dem "Klassiker" scheinbar klar verteilt

Am Samstag steht nun erneut der "Klassiker" auf dem Programm. Beim Blick auf die Tabelle scheinen die Rollen vor der Partie im Westfalenstadion klar verteilt. Die Bayern sind an der Spitze bereits auf acht Punkte enteilt, nachdem Dortmund am vergangenen Wochenende gegen RB Leipzig (2:2) zwei Zähler liegen ließ.

Dazu kommt die bittere Niederlage des Teams des ehemaligen Bayern-Trainers Niko Kovac am Mittwoch in der Champions League gegen Atalanta Bergamo (1:4), bei der man ein 2:0-Polster aus dem Hinspiel herschenkte und nach einer schwachen Leistung unerwartet in der Zwischenrunde der Königsklasse scheiterte.

BVB besser als acht Punkte Rückstand auf Bayern?

Wirklich gerecht wird das den bisherigen Leistungen der Schwarzgelben in dieser Bundesliga-Saison aber nicht. Ja, die Bayern sind schon wieder auf und davon. Ja, der BVB geht besonders nach dem Tiefschlag gegen Bergamo als Außenseiter in die Partie. Das heißt aber nicht, dass die Schwarzgelben nicht brandgefährlich sind.

Dortmund hat in der Bundesliga bisher nur eine einzige Partie verloren: ein enges 1:2 gegen den FC Bayern in München. Gleichzeitig stellt der BVB nach 23 Spieltagen sowohl die zweitbeste Offensive (49 Treffer) als auch die zweitbeste Defensive (22 Gegentore) im deutschen Oberhaus. In beiden Statistiken liegt nur der FCB noch vor Nico Schlotterbeck und Co., wobei der Vorsprung auf der Abwehrseite (21 Gegentore) marginal ist.

Bayern menschelt gegen Augsburg und HSV

Insofern war es mehr als nur ein Lippenbekenntnis, als Bayern-Trainer Vincent Kompany auf der Pressekonferenz am Freitag seiner Lust auf das Duell Ausdruck verlieh. "Es ist Fußball. Aber vom Gefühl her sind das die Spiele, für die man Fußball spielt. Es ist nicht Dortmund gegen irgendwen, es geht um Dortmund gegen Bayern München. In meinem Kopf geht es nur ums Gewinnen, die Möglichkeit, da zu gewinnen, das ist für mich das Geilste", schwärmte der Belgier.

Bei allen beeindruckenden BVB-Statistiken treten die Münchner am Samstag selbstverständlich nicht als Underdog an. Zu souverän tritt die Mannschaft von Kompany bisher auf. Zu groß ist die Star-Power in der rekordverdächtigen Offensive um Harry Kane, Michael Olise und Luis Diaz.

Allerdings sollte dieses Dortmund, dessen Stärke im Kollektiv liegt, nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Zumal der FC Bayern zuletzt wie bei der unerwarteten Niederlage gegen den FC Augsburg (1:2) oder dem Unentschieden gegen den Hamburger SV (2:2) ein wenig gemenschelt hat.

Kompany lobt BVB: Fähigkeit, richtig Gas zu geben

Und auch der Auftritt der Münchner am vergangenen Wochenende dürfte den Borussia-Fans Hoffnung machen, schließlich leistete sich Joshua Kimmich in der Schlussphase einen haarsträubenden Fehler, der Eintracht Frankfurt das 2:3 brachte und das Match noch einmal spannend machte.

Nicht umsonst warnte Kompany vor dem Spiel: "Richtig Druck machen, richtig offenhalten mit viel Energie, so erwarte ich den BVB - die können das, die haben die Fähigkeit, richtig Gas zu geben."

Eine Garantie dafür, dass das Rennen um die Meisterschaft noch einmal spannend wird, gibt es nicht. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der BVB trotz seiner Schwächen mittlerweile wieder näher an Augenhöhe herangekommen ist als noch vor einigen Jahren.

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