Es existieren zwei Vorschläge zur Reform des Regionalliga-Systems
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Kompass? Regionen? Fragen und Antworten zur Regionalliga-Reform

Kompass? Regionen? Fragen und Antworten zur Regionalliga-Reform

Die Initiative "Aufstiegsreform 2025" setzt sich offenbar mit ihrem Anliegen durch. Die Regionalligen werden wohl umgestaltet. Worum geht es konkret? Welche Vorschläge gibt es? Fragen und Antworten zur Reform des Regionalliga-Systems.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Die Reform der Fußball-Regionalligen wird immer konkreter. Nachdem der Vorstoß der Ostvereine im vergangenen Jahr große Unterstützung bekam, beschloss die vom DFB mit dem Vorantreiben der Pläne betraute Arbeitsgruppe am Mittwoch, den Verbänden zwei Szenarien zur Abstimmung zu stellen: Das Kompassmodell und das Regionenmodell.

Worum geht es bei der Regionalliga-Reform?

Ziel der Initiative "Aufstiegsreform 2025" ist es, die umstrittene Aufstiegsregelung des gegenwärtigen Systems zu ändern. Aktuell gibt es fünf Regionalligen, die um vier Plätze in der 3. Liga kämpfen. Die Meister der Regionalligen West und Südwest stehen dabei jedes Jahr als Aufsteiger fest.

Anders sieht es für die Sieger aus Nord, Nordosten und Bayern aus. Dort rotiert das Recht zum dritten Direktaufstieg zu jeder Saison, während die beiden übrigen Klubs den vierten Aufsteiger ausspielen müssen. Damit soll nun Schluss sein. Aus den bisherigen fünf Staffeln sollen vier werden, was gleichzeitig den Professionalisierungsgrad und die Rentabilität erhöhen soll. Das würde auch mit einer Verkleinerung des Teilnehmerfeldes von 90 auf 80 Vereine einhergehen.

Was ist das Kompassmodell?

Das Kompassmodell wird von den meisten involvierten Vereinen bevorzugt. Es bricht mit der bisherigen steifen Einteilung der Klubs in bestimmte Regionen. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz sollen die für die Regionalligen spielberechtigten Mannschaften in vier Ligen dividiert werden.

Der entscheidende Gesichtspunkt ist dabei, dass die Distanzen zwischen den Vereinen möglichst kurz sind. Je nachdem, welche Vereine sich in einer bestimmten Saison qualifizieren, könnte es also sein, dass zum Beispiel Viktoria Aschaffenburg nicht in einer Staffel mit den meisten anderen bayerischen Vertretern landet, sondern in eine mögliche Liga West sortiert wird. Die Abgrenzungen zwischen den einzelnen Ligen würden sich also immer wieder verändern.

Was ist das Regionenmodell?

Als Gegenvorschlag zum Kompassmodell existiert das Regionenmodell. Dieses basiert auf der Zusammenlegung der Regionalligen Bayern, Nord und Nordost in zwei neue Staffeln, während Südwest und West weiterbestehen. Das bedeutet im Grunde genommen hauptsächlich eine Zerschlagung der Regionalliga Nordost und die Verteilung deren Klubs auf die nördliche und die bayerische Staffel.

Welche Unterschiede gibt es bei den Modellen?

Die Unterschiede sind für den Großteil der Vereine höchstwahrscheinlich eher marginaler Natur. In beiden Szenarien gibt es nur noch vier Regionalligen, deren Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen.

Das Kompassmodell hätte allerdings signifikante Vorteile für Vereine wie eben Aschaffenburg, die zwar nominell zu einem bestimmten Landesverband gehören, aber aufgrund ihrer Lage aktuell deutlich weitere Wege bei Auswärtsspielen zurücklegen müssen, als in einem System, das tatsächlich auf Regionalität ausgelegt ist.

Ab wann würde die Regionalliga-Reform greifen?

Die Arbeitsgruppe teilte am Mittwoch bereits mit, dass die Reform ab der Saison 2028/29 umgesetzt werden soll, vorausgesetzt es kommt rechtzeitig zu einer Einigung. Damit würde die Spielzeit 2027/28 zur Qualifikation genutzt, weil durch die Verkleinerung zehn Vereine den Regionalliga-Status verlieren würden.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Entscheidung darüber, nach welchem Modell die Regionalligen künftig eingeteilt werden, muss erst noch getroffen werden. Zunächst sollen die fünf Regionalverbände als Träger der Regionalligen bei ihren Mitgliedsvereinen Meinungsbilder einholen. Im Anschluss daran soll auf der sogenannten Präsidentenkonferenz, auf der neben den fünf Präsidenten der Regionalverbände auch die Chefs der 21 Landesverbände vertreten sind, über die beiden Modelle abgestimmt werden.

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