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Olympia-Bilanz aus bayerischer Sicht: Auf und ab der Emotionen

Olympia-Bilanz aus bayerischer Sicht: Auf und ab der Emotionen

Zwischen Goldrausch im Eiskanal und historischer Flaute in der Nordischen Kombination: Für Bayerns Olympioniken lagen Jubel und Frust bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina so nah aneinander wie selten.

Über dieses Thema berichtet: Blickpunkt Sport am .

"Von so hoch auf so tief - gefühlstechnisch - bin ich auch noch nicht so oft gefallen", erzählte Coletta Rydzek in der Sendung "Blickpunkt Sport", "aber das macht Olympia irgendwie aus." Diesen Satz kann man auf die gesamte Olympia-Bilanz der bayerischen Athletinnen und Athleten übertragen. Auf ausgelassenen Jubel, folgte bittere Enttäuschung.

Jubel für Coletta, Frust bei Johannes Rydzek

Die Langläuferin Rydzek lief an einem Tag zusammen mit Laura Gimmler zu Bronze im Team-Sprint, einen Tag später besiegelte ihr Bruder Johannes Rydzek zusammen mit Vinzenz Geiger im Team-Sprint die historische Kombinierer-Pleite. Der fünfte Platz, mitbedingt durch Stürze von Geiger - war noch das beste Ergebnis für die Oberstdorfer. Erstmals seit 28 Jahren beendeten die deutschen Kombinierer olympische Wettkämpfe ohne eine einzige Medaille.

Herzstück Eiskanal

Einen Rückwärtssalto zeigte Johannes Lochner zu Feier seines zweiten Olympiagolds im Viererbob, das er zusammen mit den Anschiebern Thorsten Margis, Jörn Wenzel und Georg Fleischhauer am letzten Olympiatag gewann. Erneut setzte sich der Bobpilot aus Berchtesgaden bei diesen Spielen gegen seinen Dauerrivalen Francesco Friedrich durch.

Rennrodler Felix Loch verpasste bei seinen fünften Olympischen Spielen eine Medaille: "Du gehst an den Start und willst natürlich mit einer Medaille nach Hause fahren", erzählte der Sportler vom RC Berchtesgaden bei "Blickpunkt Sport". Lange hielt die Enttäuschung allerdings nicht an: "Es war dann vorbei, als ich meine zwei Jungs und die Lisa im Arm gehabt hab."

Tobias Wendl (RC Berchtesgaden) und Tobias Arlt (WSV Königssee), die großen Favoriten im Doppelsitzer, verpatzten ihren ersten Tag und jubelten dann über die gewonnene Bronze. Nach Gold in der Teamstaffel krönten sie sich zu Deutschlands erfolgreichsten Winter-Olympioniken.

Ski Alpin: Aicher liefert, Straßer kritisiert Bormio

Die erste deutsche Medaille fuhr Emma Aicher in der Abfahrt ein und erfüllte damit schon am ersten Sonntag der Spiele die großen Hoffnungen in sie. In der Teamkombination legte die 22-Jährige zusammen mit Kira Weidle-Winkelmann noch ein zweites Silber darauf.

Bitter wurde es für Lena Dürr. Die Münchnerin lag nach dem 1. Lauf im Slalom auf Platz 2, schied dann aber direkt beim ersten Tor aus. Auch Linus Straßer verpasste mit Platz neun das Podest und hatte am Austragungsort Bormio zu knabbern: "Bei den Spielen hier merke ich, dass Peking eigentlich nicht so schlecht war. Du hast die Athleten getroffen im kleinen Dorf, du bist gemeinsam Essen gegangen. Das war irgendwie cool und das hier, ist so ein hochsteriles, seltsames Rennen."

Biathlon: Preuß verpasst Einzelmedaille

Einmal Bronze gab es in der Mixed-Staffel mit Franziska Preuß vom SC Haag und Philipp Nawrath vom SK Nesselwang. Preuß hatte bei ihren letzten Olympischen Spielen auch mit einer Einzelmedaille geliebäugelt, ließ diese aber am Schießstand liegen. Nach dem Massenstart fuhr die beste deutsche Biathletin der jüngeren Vergangenheit trotz Platz 28 mit einem Lächeln über die Ziellinie: "Ich bin jetzt wirklich froh, dass dieses Kapitel geschafft ist. Es war wirklich ein schöner Tag, der perfekte Abschluss", so Preuß. Eine Doppelinfektion mit Corona und Influenza hatte sie im Dezember weit zurückgeworfen.

Felix Bitterling stellte klar: "Natürlich sind wir überhaupt nicht zufrieden mit dieser einen Medaille. Das ist nicht unser Anspruch." Dennoch fügte der Biathlon-Sportdirektor an: "Was ich klar sagen möchte, ist: Es ist nicht der Untergang der deutschen Biathlon-Welt."

Skispringen: Auf Gold folgt große Enttäuschung

Enttäuschung gab es auch bei der deutschen Fahnenträgerin und siebenfachen Weltmeisterin Katharina Schmid. Mit Platz 42 schaffte es die Athletin des SC Oberstdorf bei ihrem letzten olympischen Wettkampf nicht in den 2. Durchgang: "Ich hab gewusst, es wird schwierig. Dass es jetzt so endet, tut weh. Wird wahrscheinlich noch eine Weile wehtun."

Bitter war es auch im Super-Team-Wettbewerb für Andreas Wellinger (SC Ruhpolding) und Philipp Raimund (SC Oberstdorf). Der Wettkampf war vor inmitten der sechsten und finalen Startgruppe abgebrochen worden und somit landete das deutsche Duo 0,3 Punkte hinter dem Bronze-Rang. Raimund hatte trotzdem was zu feiern. Auf der Normalschanze gewann der 25-Jährige Gold.