Die Gasspeicher sind weiter vergleichsweise leer, die Ölpreise hoch. Viele Haushalte blicken deshalb mit Sorge auf den kommenden Winter. Doch wie teuer wird das Heizen tatsächlich? Die Antwort fällt je nach Heizart unterschiedlich aus.
Die Kosten für Heizöl und Holzpellets sind bereits deutlich gestiegen. Bei Gas könnten die Versorger bald nachziehen - erste kündigen bereits Preissteigerungen an. Was für die verschiedenen Heiztypen aktuell gilt - ein Überblick.
Heizöl: Deutlich teurer als im Vorjahr
Die Verlaufskurve beim Heizölpreis geht aktuell steil nach oben. Grund dafür: Der Krieg zwischen den USA und dem Iran. Die Blockade der Straße von Hormus wirkt sich vor allem auf die Rohölpreise an den Börsen aus. Das merken nun auch die Kunden, die bisher gewartet haben, ihren Tank wieder aufzufüllen. Während Verbraucher vor einem Jahr noch rund 90 Cent brutto für den Liter Heizöl bezahlten, sind es aktuell rund 1,73 Euro, zeigt ein Überblick des Vergleichsportals Heizoel24.
Die Beratungsgesellschaft co2online rechnet in ihrer aktuellen Heizkostenprognose (externer Link) mit einem Anstieg der Jahresheizkosten 2026 gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent. Als Beispiel rechnet das Portal für ihren "Heizspiegel" mit einer 70 Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Statt 1.030 Euro wie im Vorjahr würden Kunden für Heizöl 2026 der Prognose nach nun 1.275 Euro zahlen.
Grafik: Heizkosten für eine durchschnittlich große Wohnung
Wie teuer wird das Heizen im Winter? Das zeigt die neue Heizkostenprognose der Beratungsgesellschaft co2online.
Gas: Leere Speicher, hohe Preise?
Die Gasspeicher sind in Deutschland aktuell nur zu rund 57 Prozent gefüllt. Damit ist der Markt stärker von Weltmarktpreisen abhängig. Aber: Haushalte dürften davon nicht direkt betroffen sein – zumindest noch nicht. In der Regel sind die Preise bei den meisten Anbietern über längere Zeit abgesichert. Das dürfte wohl der Grund sein, warum die bundesweite Prognose von co2online für dieses Jahr sogar einen leichten Rückgang um vier Prozent bei den Gaspreisen voraussagt.
Dabei sind regionale Unterschiede möglich: Die N-Ergie in Nürnberg hat angekündigt, Erdgaspreise schon zum 1. November anzuheben. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 18.000 Kilowattstunden bedeutet das laut Unternehmen eine Preissteigerung von etwa 16 Prozent. Als Gründe nennt das Unternehmen die stark gestiegenen Erdgaspreise an den Handelsmärkten.
Anders bei den Stadtwerken Augsburg: Auf BR24-Anfrage teilte das Unternehmen mit, dass die Gaspreise bis zum Jahreswechsel stabil bleiben sollen.
Fernwärme: Preise von Energieträgermix abhängig
Kaum verändern dürften sich laut Heizspiegel auch die Preise bei der Fernwärme, zumindest in diesem Jahr: Mit nur einem Prozent mehr als im Vorjahr müssen Verbraucher hier rechnen. Ein Blick auf die Preistabellen zeigt jedoch, dass die Kosten für Verbraucher von Region zu Region unterschiedlich ausfallen können: Während die N-Ergie für Fernwärme aktuell einen Preis von 8,83 Cent pro Kilowattstunde netto ausweist, liegt dieser bei den Stadtwerken München (SWM) bei 10,57 Cent pro Kilowattstunde netto.
Die Stadtwerke Augsburg kündigen steigende Fernwärmepreise an, verweisen aber darauf, preislich im Mittelfeld zu liegen. Dämpfend wirkt laut Stadtwerken der hohe Anteil an erneuerbaren Energien und Abwärme.
Nach Einschätzung des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW) hängen Preisänderungen von den jeweiligen Preisformeln und dem Energieträgermix der Wärmenetze ab. Immer wieder kritisieren Verbraucherzentralen die fehlende Transparenz bei der Preisgestaltung und die monopolistische Anbieterstruktur. Wer zumindest die Preise innerhalb Deutschlands vergleichen will, kann das über die Preistransparenzplattform waermepreise.info (externer Link) tun, so der VBEW.
Holzpellets: Hohe, aber dafür stabile Preise?
17 Prozent mehr als noch im Vorjahr zahlen laut co2online Haushalte, die mit Holzpellets heizen, im Jahr 2026. Woher kommt der Anstieg? Als Ursache nennen Experten vor allem eine anhaltende Knappheit bei den Rohstoffen. Holzpellets werden überwiegend aus Reststoffen der Holzverarbeitung hergestellt. Weil die Baukonjunktur seit längerem schwächelt, fällt weniger Restholz an.
Wärmepumpe: Günstigste Heizart weitgehend stabil
Nach den Berechnungen von co2online steigen die Heizkosten auch bei Wärmepumpen leicht an. Für eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung erwarten die Experten jedoch lediglich ein Plus von rund drei Prozent. Während fossile Energieträger zunehmend unter schwankenden Weltmarktpreisen leiden, bleibt die Wärmepumpe die günstigste der verglichenen Heizarten. Voraussetzung ist allerdings, dass das Gebäude ausreichend gedämmt ist und die Anlage effizient betrieben werden kann.
Dieser Artikel ist erstmals am 25.09.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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