BMZ-Group mit Firmensitz in Karlstein.
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Akku-Bauer BMZ: Hälfte der Belegschaft verliert ihren Job

Akku-Bauer BMZ: Hälfte der Belegschaft verliert ihren Job

Das Batterie-Montage-Zentrum in Karlstein am Main baut etwa 250 Stellen ab, mehr als die die Hälfte der Belegschaft verliert ihren Job. Das ist das Ergebnis eines Insolvenzverfahrens. Das Unternehmen selbst bleibt bestehen und soll ausgebaut werden.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Mainfranken am .

Schon vor einem Jahr standen Stellenstreichungen im Raum. Jetzt steht fest: Beim weltweit agierenden Batterie-Montage-Zentrum (BMZ) mit Sitz in Karlstein am Main im Landkreis Aschaffenburg verliert mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden ihren Job.

Ende Oktober vergangenen Jahres hatte BMZ Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Nach Zustimmung der Kartellbehörden steht nun fest: Die Beteiligungsgesellschaft Skion, hinter der die Unternehmerin und BMW-Erbin Susanne Klatten steht, ist neue Eigentümerin von BMZ. Damit sei der Weg frei für einen Neustart, heißt es von Seiten des Unternehmens.

BMZ streicht 253 Arbeitsplätze

Ziel sei es, das Geschäft national und international auszubauen. Die Technologien und das Know-how der Mitarbeiter sollen erhalten und weiterentwickelt werden. Von den bisher 460 Beschäftigungsverhältnissen konnten allerdings lediglich 207 am Untermain erhalten bleiben. Bei der Neuausrichtung wolle man sich insbesondere auf Batteriesysteme für industrielle Anwendungen sowie maßgeschneiderte Energiespeicherlösungen konzentrieren.

Bisher war Skion Minderheitsgesellschafter der BMZ-Gruppe. Nach Eröffnung des Insolvenz-Verfahrens hatte Skion das Unternehmen gestützt und ihm eine Brückenfinanzierung zur Verfügung gestellt, um die Fortführung des operativen Geschäftsbetriebs sicherzustellen. Skion ist nun alleinige Eigentümerin der Gruppe. Ihre Tochtergesellschaften BMZ Battery Solutions GmbH als internationale Holding und, in Deutschland, die BMZ Battery Solutions Germany GmbH haben die Geschäftsbereiche übernommen.

Batterie-Entwicklung seit den 90er-Jahren

Der Gründer und langjährige CEO der BMZ-Gruppe Sven Bauer hatte Mitte der 90er-Jahre am Untermain mit der Entwicklung und Industrialisierung moderner Batteriesysteme begonnen. Mittlerweile beschäftigt BMZ weltweit 1.450 Mitarbeitende an Fertigungsstandorten in Deutschland, Polen, China, Nordmazedonien und den USA und hat Vertriebs- und Serviceniederlassungen unter anderem in Großbritannien, Japan und Brasilien.

Insolvenzverfahren nach Wegfall eines Großkunden

BMZ ist bereits komplett aus der E-Bike-Branche ausgestiegen. Auch das Evolution-Center in Karlstein nahe dem Karlsteiner Headquarter in der Zeche Gustav ist bereits geschlossen worden. Als Grund für die Insolvenz hatte BMZ den Wegfall eines Großkunden im Bereich der Energiespeicher genannt und einen kostspieligen Rechtsstreit. Durch die Übernahme wesentlicher Geschäftsteile durch die SKion GmbH konnte sich der Akku-Bauer neu aufstellen.

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