Die "Ureibe" steht an einem Hang zwischen Steibis und Balderschwang im Oberallgäu.
Die "Ureibe" steht an einem Hang zwischen Steibis und Balderschwang im Oberallgäu.
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"Ein paar gelbliche Nadeln und tote Zweige sind in dieser Höhenlage ganz normal", schreibt die Deutsche Dendrologische Gesellschaft.
Bildrechte: A. Roloff/Nationalerbe-Bäume
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"Ein paar gelbliche Nadeln und tote Zweige sind in dieser Höhenlage ganz normal", schreibt die Deutsche Dendrologische Gesellschaft.

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Deutschlands wohl ältester Baum steht im Allgäu

Deutschlands wohl ältester Baum steht im Allgäu

Diese Eibe dürfte schon 1.100 Jahre alt sein: Deutschlands ältester Baum steht im Allgäu – davon geht die Deutsche Dendrologische Gesellschaft aus. Das ist aber nicht der einzige Rekord, der dem Baum zugeschrieben wird.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

"Im Oberallgäu wurde eine Eibe gefunden, die glaubhaft 1.100 Jahre alt sein dürfte und damit der älteste uns derzeit bekannte Baum Deutschlands ist." Das teilt die Deutsche Dendrologische Gesellschaft, ein Expertenbund für Gehölzkunde, mit.

Der Stammumfang der "Ureibe", wie der Baum genannt wird, beträgt den Angaben zufolge 5,10 Meter. Damit sei das Exemplar auch die dickste bekannte Eibe in Deutschland.

Im Winter bekommt der Baum kaum Sonne ab

Die Eibe steht zwischen Steibis und Balderschwang im Oberallgäu auf einer beweideten Alpwiese in 1.100 Metern Höhe an der Nordseite der Hochgrat-Bergkette, wie es weiter heißt. Ihr Platz auf einem Nordwesthang befindet sich demnach nah an der Höhenverbreitungsgrenze für Eiben. Diese verläuft in den Alpen bei etwa 1.300 Metern.

"Im Winterhalbjahr erhält sie dort kaum Sonne, und es ist deutlich kälter als auf Südhängen in dieser Höhenlage", erklärte die Gesellschaft. "Deshalb ist es ein Wunder, dass sie dort all diese Jahrhunderte überlebt hat und es ihr offensichtlich gut geht – sie dürfte sich sogar über die derzeitige Erwärmung freuen."

Eibe könnte noch älter sein

Zur Altersbestimmung heißt es, man habe Jahrringe an einem elf Zentimeter langen Bohrspan aus dem Stamm untersuchen und daraus die Lebenszeit berechnen können. Allerdings gebe es dabei eine Spannweite: Vielleicht sei die Eibe "erst" 900, vielleicht aber auch schon 1.300 Jahre alt.

"Ihr Stamm ist ein traumhaftes Monument mit Spalten, Wülsten, Beulen, Rippen, Rissen und Löchern, bestehend aus mehreren sehr unterschiedlichen Anteilen (für alte Eiben typisch), die aber alle noch miteinander verbunden sind mit einem noch weitgehend geschlossenen Stammmantel", führte die Gesellschaft aus.

Ehrung als "Nationalerbe-Baum"

Im Juni will die Deutsche Dendrologische Gesellschaft die Eibe von Steibis offiziell zum "Nationalerbe-Baum" [externer Link] ausrufen. Diese Auszeichnung soll dazu beitragen, (potenzielle) Uralt-Bäume zu schützen und gegebenenfalls zu pflegen, um ihnen damit langfristig ein "Altern in Würde" zu ermöglichen.

Bisher galt der Gesellschaft zufolge die Dorflinde von Upstedt in Niedersachsen [externer Link] als Anwärter auf den Titel des ältesten Baumes in Deutschland. Die Sommer-Linde ist schätzungsweise um die 1.000 Jahre alt.

Bildrechte: A. Roloff/Nationalerbe-Bäume
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"Man sieht im die 1.000 Jahre wahrlich an", schreibt die Deutsche Dendrologische Gesellschaft.

Mit Material von KNA

Dieser Artikel ist erstmals am 7.04.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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