Frontalschaden bei einem Rettungswagen nach einem Crash auf einer Kreuzung (Archivbild vom 29. Mai 2026)
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Schwerer Unfall auf der B300
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Schwerer Unfall auf der B300

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Bei Blaulicht und Sirene wird's gefährlich

Bei Blaulicht und Sirene wird's gefährlich

Unfälle mit Rettungskräften wie Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen sind zum Glück relativ selten. Wenn es allerdings knallt, dann oft heftig. Was also tun, wenn ein Einsatzfahrzeug mit Blaulicht und Sirene im Rückspiegel auftaucht?

Über dieses Thema berichtet: Abendschau am .

Früher Morgen, dichter Berufsverkehr: Mit Blaulicht und Sirene steuert Lina Erber ihren Rettungswagen in Gersthofen in eine voll befahrene Kreuzung, die Autofahrer reagieren vorbildlich und machen dem rund fünf Tonnen schweren Gefährt Platz. Trotzdem treiben solche Situationen den Puls der Rettungssanitäterin immer wieder in die Höhe: "Es ist gefährlich, das ist klar. Wir sind mit einem großen Fahrzeug unterwegs und wenn wir schnell unterwegs sind, müssen wir besonders schnell gucken."

Seit neun Jahren ist die Mutter eine vierjährigen Tochter im Rettungsdienst unterwegs, bislang unfallfrei. Trotzdem erlebt sie immer wieder gefährliche Situationen, in denen wenig Spielraum für Fehler bleibt.

Mitten durch den Berufsverkehr

Blaulichtfahrten sind Alltag für die Rettungskräfte – bergen aber ein deutlich höheres Unfallrisiko. "Man sagt, dass die Unfallgefahr bei Blaulichtfahrten um das 17-fache erhöht ist. Das ist schon eine Zahl die nicht ganz unerheblich ist", so Erbers Beifahrer Vincent Günther, der als Notfallsanitäter für die Versorgung der Patienten sorgt. Laut der Studie "Achtung Blaulicht" aus dem Jahr 2017 ist die Unfallgefahr bei Einsatzfahrten mit Blaulicht und Martinshorn bis zu 17-mal höher als im normalen Straßenverkehr.

Wenn aus Stress Gefahr wird

Gerade im dichten Stadtverkehr müssen Rettungskräfte jederzeit damit rechnen, dass andere Verkehrsteilnehmer unerwartet reagieren. Denn Blaulicht und Sirene setzen viele Autofahrer unter Stress. Eine Straßenumfrage in Gersthofen zeigt: Manche werden nervös, andere versuchen auszuweichen oder eine Rettungsgasse zu bilden. Bei allen hat das Rettungsfahrzeug Priorität.

Doch gerade innerorts ist die Situation kompliziert. Die klassische Rettungsgasse, wie sie Autofahrer von Autobahnen kennen, ist innerorts nicht vorgeschrieben. Trotzdem gilt: Kommt ein Rettungsfahrzeug, müssen Verkehrsteilnehmer Platz schaffen – und zwar so weit wie möglich.

Im Notfall sogar über Rot

Was aber, wenn die Kreuzung bereits dicht ist und vorne eine rote Ampel steht? Dann kann es im Ausnahmefall sogar erlaubt sein, vorsichtig über Rot in den Gegenverkehr zu fahren, erklärt Alexander Römer vom ADAC: "In Ausnahmefällen kann es genehmigt sein, bei Rot über die Ampel fahren um Platz zu machen.

Es gilt möglichst vorsichtig in die Kreuzung einzufahren und dabei auf den kreuzenden Verkehr zu achten. Das ist dann ein gerechtfertigter Rotlichtverstoß, so heißt das im Nachhinein." Dabei müsse besonders auf den querenden Verkehr geachtet werden. Dabei gilt, eine sichere Lücke zu schaffen. Für die Rettungskräfte ist genau das entscheidend: Sie brauchen Raum – aber keinen Verkehrsteilnehmer, der aus Panik eine neue Gefahr verursacht.

Wenn der Ernstfall zum Trauma wird

Wie schnell eine Einsatzfahrt eskalieren kann, hat sich Ende Mai auf der B300 bei Neusäß im Landkreis Augsburg gezeigt. Ein Rettungswagen kollidierte während eines Einsatzes mit zwei Autos. Vier Menschen wurden schwer verletzt, darunter die drei Rettungssanitäter im Rettungswagen, drei Kollegen also von Lina Erber: "Es beschäftigt einen. Es wird einem einfach vor Augen geführt, wie schnell es passieren kann. Da gehen alle Alarmglocken an: Man fühlt mit."

Nicht auf Biegen und Brechen

Trotz des Risikos wartet bereits der nächste Einsatz. Vincent Günther versucht dabei, das Risiko so weit wie möglich zu kontrollieren. "Bei uns kommt es aber auch darauf an, dass wir nicht mit Höchstgeschwindigkeit fahren. Wir wollen flüssig durchkommen und jetzt nicht an roten Ampeln stehen bleiben müssen. Einfach flüssiges Durchkommen und nicht auf Biegen und Brechen."

Seit über 10 Jahren auf dem Rettungswagen ist der junge Mann aus Friedberg unfallfrei, trotz jeder Menge brenzliger Situationen, wie er sagt. Trotz aller Hektik die nötige Ruhe bewahren, wahrscheinlich ist das der deutlich sicherere Weg durch die Gefahren des Straßenverkehrs - nicht nur im Rettungswagen. Dann piept wieder das Funkgerät, der nächste Einsatz. Es geht wieder los für Lina Erber und Vincent Günther.

Bildrechte: René Kirsch
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Lina Erber und Vincent Günther kurz vorm Einsatz

Dieser Artikel ist erstmals am 26.08.2025 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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