Erneut ist in Bayern ein Mensch am Bornavirus gestorben. Das Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen meldete den Todesfall. Es habe sich um die erste Infektion mit dem seltenen und lebensbedrohlichen Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) in dem oberbayerischen Landkreis gehandelt. Die Erkrankung wurde bei der betroffenen Person erst nach dem Tod im Rahmen der Obduktion nachgewiesen. Details zu dem Fall nannte die Kreisbehörde bisher nicht.
Weitere Erkrankungen seien im Landkreis nicht bekannt. Für die Bevölkerung bestehe keine erhöhte Gefahr. Es handele sich um einen äußerst seltenen Einzelfall, hieß es.
- Zum Artikel: Bornavirus – die wichtigsten Fragen und Antworten
Borna-Übertragung durch Feldspitzmäuse
Das Bornavirus wird durch Feldspitzmäuse übertragen, wie das Landesamt für Gesundheit erläutert. Seit dem Jahr 2020 gibt es in der Bundesrepublik eine Meldepflicht für die Krankheit.
Feldspitzmäuse sind zwar selten, es ist aber nicht ausgeschlossen, dass die Tiere in die Nähe von Menschen kommen. So könnten Katzen tote Feldspitzmäuse ins Haus schleppen. Beim Entsorgen einer toten Maus sollten daher Gummihandschuhe und eine FFP2-Maske getragen werden. Kadaver sollten mit Desinfektionsmittel besprüht und in einer verschlossenen Plastiktüte im Müll entsorgt werden. Auch bei staubaufwirbelnden Arbeiten an Orten, an denen Feldspitzmäuse leben könnten, etwa beim Kehren im Schuppen, sollte entsprechend vorsichtig vorgegangen werden.
Grafik: Borna-Virus - Übersicht über das Verteilungsgebiet
Karte: Mutmaßliches Verbreitungsgebiet des Bornavirus BoDV-1
Bornavirus: Mehrere Todesfälle in Bayern
Eine Infektion mit dem Bornavirus führt beim Menschen in der Regel zu einer schweren Gehirnentzündung. In den meisten Fällen zeigen sich ein allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen und Fieber. Später kommt es häufig zu neurologischen Einschränkungen wie Sprachproblemen oder motorischen Störungen beim Gehen, bis der Erkrankte nach wenigen Tagen oder Wochen in ein Koma fällt.
Laut dem bayerischen Landesamt für Gesundheit gibt es pro Jahr bis zu sieben Krankheitsfälle in Deutschland. Diese treten großteils in Bayern auf. Im Freistaat sind zuletzt zwei Menschen in Schwaben am Bornavirus gestorben. Zudem wurden je eine Infektion im Landkreis Regen und im Landkreis Erding gemeldet. Im Jahr 2025 gab es zwei tödliche Fälle in Pfaffenhofen an der Ilm, einen bei Tirschenreuth. Ein weiteres großes Endemiegebiet in Deutschland sind die Regionen Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.
YouTube-Video: Borna-Virus - extrem selten, extrem tödlich
Anmerkung der Redaktion: Den Bornavirus-Fall aus Erding haben wir nach einem Leserhinweis nachträglich ergänzt.
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