Sirene / Bundesweiter Warntag (Symbol- und Archivbild)
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Bundesweiter Warntag: Warum es heute ab elf Uhr laut wird

Bundesweiter Warntag: Warum es heute ab elf Uhr laut wird

Um 11 Uhr wird es in ganz Deutschland laut: Zum sechsten bundesweiten Warntag werden sich Handys mit einem schrillen Alarmton melden und Sirenen heulen. Warum der Probealarm wichtig ist und worauf Sie achten müssen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Einmal im Jahr, traditionell am zweiten Donnerstag im September, wird es in ganz Deutschland laut. Pünktlich um 11 Uhr lösen Behörden den sogenannten bundesweiten Warntag aus. Doch was genau steckt hinter diesem Testlauf?

Was ist der bundesweite Warntag?

Der Warntag ist eine konzertierte, gemeinsame Aktion von Bund, Ländern und Kommunen. Er dient als groß angelegter Stresstest für die gesamte deutsche Warninfrastruktur. Um 11 Uhr wird ein bundesweiter Probealarm ausgelöst, gegen 11:45 Uhr folgt die offizielle Entwarnung.

Warum gibt es den bundesweiten Warntag?

Die Aktion verfolgt zwei zentrale Ziele: die Technik zu prüfen und Menschen zu sensibilisieren. Im Ernstfall – etwa bei plötzlichem Hochwasser, Waldbränden, Chemieunfällen oder Bombenfunden – zählt jede Minute. Der Testlauf soll technische Schwachstellen im Warnsystem aufdecken, damit im echten Krisenfall alle Abläufe reibungslos funktionieren. Gleichzeitig sollen Bürgerinnen und Bürger mit den verschiedenen Warnsignalen vertraut gemacht werden, schreibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz. Wer weiß, wie ein Alarm klingt und was er bedeutet, würde weniger schnell in Panik geraten und könne sich und andere besser schützen.

Wie wird gewarnt?

Um die Bevölkerung flächendeckend zu erreichen, setzen die Behörden auf einen sogenannten "Warnmittelmix". Über das Modulare Warnsystem (MoWaS) des Bundes wird das Warnsignal zeitgleich an unterschiedlichste Kanäle ausgespielt. Dazu gehören Warn-Apps wie NINA oder KATWARN sowie Radio- und Fernsehsender, die den Hinweis einblenden oder verlesen. Parallel leuchten Warnhinweise auf digitalen Stadtinformationstafeln und an Bahnhöfen auf. Viele Kommunen aktivieren zudem ihre klassischen Sirenen.

Besonders effektiv sei das Warnsystem "Cell Broadcast": Es sendet eine Warnnachricht gekoppelt mit einem schrillen Ton an alle empfangsbereiten Handys in einer bestimmten Region – völlig anonym und ganz ohne vorab installierte App. Nur im Flugmodus sollte das Smartphone nicht sein.

Worauf muss ich am Warntag achten?

Die wichtigste Regel lautet: Ruhe bewahren, es ist lediglich eine Übung. Unter keinen Umständen sollten die Notrufnummern 112 und 110 "blockiert" werden, um nach dem Grund für den Alarm zu fragen. Stattdessen solle man sein Umfeld vorab über den Probealarm informieren, etwa ältere Nachbarn oder Geflüchtete aus Kriegsgebieten, da unerwartete Sirenen auf diese Menschen besonders beängstigend wirken können.

Was tun, wenn die Sirene im Ernstfall schrillt?

Sollte es sich nicht um eine Übung handeln, lautet die Kernaussage, sich zwingend an den bereitgestellten Informationen zu orientieren. Das Technische Hilfswerk (THW) betont, dass offizielle Warn-Apps je nach Standort und Krisenszenario exakte Handlungsempfehlungen vorgeben. Bei einem Industriebrand könnte es dann beispielsweise heißen: "Fenster und Türen schließen", bei verunreinigtem Trinkwasser: "Wasser abkochen". Das Smartphone oder das sofort eingeschaltete Radio informieren dann jeweils genau, was zu tun ist.

Um für solche Ausnahmesituationen gewappnet zu sein, rät das THW zudem zur Eigenvorsorge: Wer sich an den Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz orientiert und einen Basisvorrat an Wasser und Lebensmitteln bereithält, verschafft sich Sicherheit und ist im Notfall nicht sofort auf externe Hilfe angewiesen.

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