Der Reitsberger Hof in Vatterstetten ist ein großer Erlebnisbauernhof, beliebt bei Tierbegeisterten im Münchner Osten. Fast zu beliebt, finden die Betreiber, die jetzt über zu viele Besucher klagen und via Insta-Post Influencer um Rücksicht und Zusammenarbeit bitten. Sie könnten den Besucherstrom auf dem Hof sonst nicht mehr bewältigen.
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Besitzer klagen über zu viele Besucher
Anna Link bewirtschaftet mit ihren Brüdern und ihrem Mann den Reitsberger Hof in Vaterstetten. Sobald ein Post über den Hof veröffentlicht würde, sagt sie, merke man das an den Parkplätzen, dass sie alle übervoll seien und die Leute dann auf der Straße parkten und unter den Apfelbäumen. Die Toilettennutzung sei auch ein Thema, genauso wie der Müll, den die Besucher hinterlassen. "Wir haben halt viel mehr Zulauf, als wir normalerweise haben, und das merkt man grad den Wochenenden", so Link. "Wenn dann noch schönes Wetter ist und dann weiß man schon wieder: 'Ah irgendwo war wahrscheinlich wieder irgendein Beitrag' und wir werden überlaufen."
Der Hof ist ein sogenannter Erlebnisbauernhof. Fast täglich kommen Besucher, schauen zu den Tieren, schlendern über die Wiesen, kehren in der Gaststätte ein. Was Anna Link grundsätzlich toll findet – aber seit Influencer im Internet über ihren Hof posten, wird es einfach zu viel.
Den Reitsberger Hof gibt es seit über 200 Jahren
Der Reitsberger Hof liegt am Ortsrand von Vaterstetten im Landkreis Ebersberg und gilt als Institution. Die Geschichte des Hofs reicht über 200 Jahre zurück, seither ist er im Familienbesitz. Es gibt dort Kühe, Schweine, Schafe, Hühner, Gänse, Pferde und Ponys. Aber auch eine Reitschule, eine Bäckerei, eine Kelterei und eine Wirtschaft.
Aber die hat wie jeder andere gastronomische Betrieb Kapazitätsgrenzen. Anna Link hat vor kurzem einen Post veröffentlicht, in dem sie die Content Creator und Influencer bittet, sich doch mit dem Hof abzusprechen. Sie sagt: "Dreimal in Folge haben Influencer über uns berichtet, ohne dass wir gefragt wurden. Und das wär halt schön, wenn wir ein bisschen besser miteinander ins Gespräch kommen würden und wir vorher Bescheid bekommen würden, dass man sich drauf einstellen kann."
Reitsberger Hof auf Instagram: "Ein Gedanke zu Social Media & Reichweite"
Die Reaktionen auf den Post waren positiv
Wenn die Creator sich mit dem Hof absprechen würden, so ihre Vorstellung, könnte die Familie mehr Personal bereitstellen oder einen zusätzlichen Stand aufstellen – sich besser vorbereiten auf mehr Gäste und mehr Wünsche, die dann kommen.
Die Reaktionen auf den Post waren insgesamt sehr gut. Anna Link sagt: "Ich war erstaunt, dass das so viral gegangen ist und die Leute das aber verstanden haben." Die Besucher und User im Netz haben überwiegend positiv und verständnisvoll reagiert. Und einige Creator haben sogar direkt auf die Nachricht der Familie Reitsberger reagiert.
Ausflugsziele werden nach Posts überrannt
Wie Carina Pietzuch: Sie hat geschrieben, dass sie die Familie verstehen könne. Pietzuch hat einen Insta-Account mit 70.000 Followern (Stand 08.09.26), in dem sie Ausflugsziele für Familien mit Kleinkindern testet. Gute Vorbereitung ist für sie selbstverständlich. Sie schreibe die Orte direkt an oder gehe auf die Webseite und kontaktiere die Betreiber per E-Mail. Dann stellt sie sich und ihren Account vor, schreibt, was sie genau macht und was sie vorhat, und holt eine Drehgenehmigung vorab ein.
Aber das sei nicht immer üblich, sagt Carina Pietzuch. Das führe dazu, dass schöne Ausflugsziele überfüllt würden oder durch die Insta-Posts auch mal falsche Informationen verbreitet werden. Sie werde auch immer öfter gebeten, falsche Informationen über ihren Account zu berichtigen.
Anna Link und die Reitsberger Hof-Familie hoffen jetzt, dass Insta-Creator tatsächlich Rücksicht auf ihre Situation nehmen und sie ihren Hof so weiterführen können wie bisher. Damit ihr offenes Hofkonzept – vor 31 Jahren von ihrem Vater erdacht – so bleiben kann.
Dieser Artikel ist erstmals am 9. September 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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