Marc Keller und Lowell Malik Bognear haben das Buzz Festival in Aschaffenburg gegründet.
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Buzz Festival - mit Hip-Hop gegen das Festivalsterben

Buzz Festival - mit Hip-Hop gegen das Festivalsterben

Ein Drittel aller bayerischen Festivals steht auf der Kippe. Kostenexplosionen und Auflagen erschweren viele Events. In Aschaffenburg aber haben zwei junge Menschen ein Hip-Hop Festival neu gegründet, mit ihrem Konzept wollen sie eine Lücke füllen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

"Das jetzt so zu sehen, ist einfach krass", ruft der 23-jährige Lowell Malik Bognear über den Lärm hinweg. Er und sein Kumpel Marc Keller blicken von der Bühne hinunter auf den Aschaffenburger Hochschul-Campus, wo sich rund 1.500 Menschen drängen und auf den nächsten Hip-Hop-Act warten. Für die beiden jungen Veranstalter ist das Buzz Festival in Aschaffenburg schon jetzt ein voller Erfolg. Insgesamt kommen mehr als 2.000 Hip-Hop-Fans zu dem kostenfreien Tagesevent.

Jugendkultur Hip-Hop: "Wenn wir's nicht machen, macht's keiner."

Die Festival-Gründer wollten damit eine Lücke in Aschaffenburg schließen. "Hip-Hop ist die größte Jugendkultur, aber hier einfach unterrepräsentiert", sagt der 22-jährige Keller. Es gebe in Aschaffenburg und der Region kaum Hip-Hop-Events, um die vielen jungen Fans abzuholen. Für die Veranstalter war daher klar: "Wenn wir’s nicht machen, macht’s keiner." Die Jungs setzen auf ein Gesamtkonzept: Neben regionalen und überregionalen Acts gibt es auch eine Graffiti-Area, einen Tattoo-Stand und ein Awareness-Team.

Kostenexplosion auf Festivals: Neue Formate im Trend

Um junge Zielgruppen zu erreichen, könnte genau das der richtige Ansatz sein, sagt auch Andreas Jäger, Geschäftsführer des Verbands für Popkultur in Bayern (VPBy). Viele Festivals müssten heute kreativ werden, um eine Zukunft zu haben. Der Trend geht hin zu Tagesfestivals und zu schlanken Produktionen mit DJs statt großen Bands. Was im Hip-Hop ohnehin längst normal ist, könnte jetzt vermehrt kommen, denn viele Festivals leiden unter Kostenexplosionen in allen Gewerken: Von der Produktion über Gagen bis hin zur Technik. Zusätzlich führen extreme Hitze und Starkregen zu gestiegenen Anforderungen oder sogar Absagen.

Steht Bayern kurz vorm Festivalsterben?

Die Folgen seien "einigermaßen dramatisch", so Jäger. Rund 150 bis 200 Festivals gibt es in Bayern nach Schätzungen des Verbands. Dieses Jahr hätte man bereits zehn bis 15 davon verloren. Einer internen Abfrage zufolge weiß aktuell ein Drittel der Festivals nicht, ob sie nächstes Jahr weitermachen können. Noch gibt es in Bayern laut Jäger gute Förderstrukturen, sodass man im Gegensatz zu anderen Bundesländern noch von keinem Festivalsterben sprechen könnte, "aber wir stehen kurz davor."

Kulturamt Aschaffenburg stellt Infrastruktur für Hip-Hop-Festival

Auch dass das Buzz Festival in Aschaffenburg für Besucher nichts kostet, ist nur dank Förderungen von Stadt und Bezirk möglich. Im Rahmen der Aschaffenburger Sommerbühnen stellt das Kulturamt außerdem die gesamte Infrastruktur auf dem Hochschul-Campus. Bognear und Keller haben dieses Jahr mit fünf Mitstreitern einen gemeinnützigen Verein gegründet und dürfen Spenden sammeln, um übrige Kosten zu decken.

Dennoch ist für die beiden klar: Ab dem nächsten Jahr müssen sie Eintritt verlangen, auch für mehr Planungssicherheit. "Wenn's nach uns geht, würden wir das weitermachen, so lange wir leben", so Bognear. "Aber der Haushalt der Stadt wird jedes Jahr neu geplant, man weiß es nicht."

Verband fordert Festival-Förderung für Popularmusik

Der Verband für Popkultur fordert daher auch eine Festival-Förderung vom Freistaat. Die gibt es bereits für Jazz- und Klassikfestivals. Hier müsste man dringend die Förderrichtlinien anpassen, so Jäger, und Festivals aus dem Bereich der Popkultur einschließen.

Im Video: HipHop-Fans feiern Buzz-Festival

HipHop-Fans feiern Buzz-Festival
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HipHop-Fans feiern Buzz-Festival

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