Eine Schnappschildkröte auf einem Stein.
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Keine Verbrecherin aber bis an die Zähne bewaffnet: Die Schnappschildkröte aus Sommerhausen.
Bildrechte: Thomas Türbl (privat)
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Keine Verbrecherin aber bis an die Zähne bewaffnet: Die Schnappschildkröte aus Sommerhausen.

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Darum verbrachte diese Schildkröte eine Nacht bei der Polizei

Darum verbrachte diese Schildkröte eine Nacht bei der Polizei

Keine Verbrecherin aber bis an die Zähne bewaffnet: Bei der Ochsenfurter Polizei hat eine herrenlose Schnappschildkröte eine Nacht in "Einzelhaft" verbracht. In der Reptilienauffangstation folgte die Überraschung: Sie war dabei nicht alleine.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Mainfranken am .

Ohne Haftbefehl und jeglichen Tatverdacht: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde eine Schildkröte eine Nacht auf der Ochsenfurter Polizeidienststelle eingesperrt. Am Dienstagmorgen hatte ein Bürger in Sommerhausen im Landkreis Würzburg in der Nähe des Mains die Schildkröte entdeckt und die Polizei alarmiert. Die angerückten Streifenpolizisten stellten mit Hilfe der Schildkrötenauffangstation in Kitzingen fest, dass es sich bei dem Tier um eine Schnappschildkröte handelte.

Reptilienfund am Main löst Polizei-Alarm aus – aber wohin mit dem Tier?

Diese exotische Schildkrötenart konnte in Kitzingen allerdings nicht aufgenommen werden, da der Auffangstation dort die Sondergenehmigung nach Bundesartenschutzverordnung fehlt. Die Reptilienauffangstation in München, die Schnappschildkröten aufnehmen darf, erklärte daraufhin ihre Bereitschaft zur Aufnahme.

Schnappschildkröten können kräftig zubeißen, wenn sie sich bedroht fühlen. Beim Biss sollen Schnappschildkröten eine Kraft von bis zu 700 Newton aufbringen können. Zum Vergleich: Löwen besitzen eine Beißkraft von ungefähr 1500 Newton, Katzen beißen mit 50 Newton.

Schildkröte kommt in "Einzelhaft"

Die Beamten fingen das Tier ein und brachten es vorerst auf die Dienststelle nach Ochsenfurt. Dort landete die Schildkröte in "Einzelhaft" – allerdings nicht in einer Zelle, sondern in einer Transportbox. Die Ochsenfurter Polizei musste die Schildkröten-Unterkunft wegen mehrerer Ausbruchsversuche des Tiers mit Kabelbindern zusätzlich sichern. In Absprache mit der Münchner Reptilienstation wurde die Schildkröte mit Wasser und einem feuchten Handtuch versorgt.

Am Mittwochmorgen wurde die Schnappschildkröte dann von einem Mitarbeiter des Bauhofs abgeholt. Denn per Gesetz handelt es sich bei der Schildkröte um einen Fundgegenstand. Und dafür sind jeweils die Gemeinden – in diesem Fall die Verwaltungsgemeinschaft Eibelstadt – zuständig.

Überraschung in München: Die Schildkröte ist trächtig

Die Schildkröte ist am Mittwoch wohlbehalten bei der Reptilienauffangstation in München angekommen. Das 5,2-Kilo schwere und circa 30 Zentimeter große Tier sei laut einem Fachtierarzt für Reptilien "sehr aktiv". Bei der Untersuchung stellte man fest: Die Schnappschildkröte ist trächtig. Vermutlich wollte sie bei ihrem Landgang nahe Sommerhausen ihre Eier ablegen.

Aktuell ist die Schildkröte noch in einer Quarantäne-Wanne untergebracht. Bald soll sie zu etwa 40 anderen Artgenossen in den Schnappschildkrötenteich stoßen können. Einen Namen hat die Schildkröte noch nicht. Wer die Patenschaft für das Tier in der Reptilienauffangstation übernehmen möchte, darf der polizeibekannten Schildkröte einen Namen aussuchen.

Weiterhin ist unklar, wer die Schildkröte gehalten hat. Der Besitzer wird gebeten, sich bei der Polizei in Ochsenfurt zu melden.

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