Das Deko-Unternehmen Depot hat im Rahmen des laufenden Insolvenzverfahrens die Schließung mehrerer Filialen der Kette bestätigt. "Es geht wirtschaftlich leider nicht anders. Wir können nur Läden betreiben, die rentabel sind“, sagte Depot-Geschäftsführer Christian Gries gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Rund 330 Angestellte verlieren dadurch ihre Stelle, dazu kommen weitere Stellen in der Zentrale. Über die Anzahl der übrigen Mitarbeitenden äußert sich das Unternehmen nicht. Depot hat seinen Unternehmenssitz im unterfränkischen Großostheim im Landkreis Aschaffenburg.
Zehn bayerische Filialen betroffen
Das Unternehmen veröffentlichte auf seiner Webseite eine Liste mit 66 Filialen, die von den kommenden Schließungen betroffen sind. Weitere Standorte wurden bereits geschlossen. Etwa 80 Geschäfte der Kette sollen vorerst bestehen bleiben, aber auch das sei laut Geschäftsführer Gries nicht sicher, da derzeit die Verhandlungen mit den Vermietern andauern würden.
Bis Ende Juli sollen die angekündigten Schließungen stattfinden, zuvor gibt es einen Räumungsverkauf. Zehn bayerische Filialen sind von den Maßnahmen betroffen:
- Bayreuth, Maximilianstraße 62
- Coburg, Markt 12-13
- Erlangen, Nürnberger Straße 7 (Arcaden)
- Kaufbeuren, Mindelheimerstraße 19 (Märzenpark)
- Kempten, August-Fischer-Platz 1 (Forum Allgäu)
- München, Sendlinger Straße 12 (Hofstatt-Quartier)
- München, Willy-Brandt-Platz 5 (Riem Arcaden)
- Passau, Bahnhofstraße 1
- Pfarrkirchen, Max-Lanz-Straße 2D
- Rothenburg o. d. Tauber, Schlachthofstraße 37
Insolvenzverfahren im Mai beantragt
GDC Deutschland GmbH, das Unternehmen hinter Depot, hatte schon im Mai beim Amtsgericht Aschaffenburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverantwortung beantragt. Geschäftsführer Christian Gries nannte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur drei Gründe für die finanziellen Schwierigkeiten: Zölle, die zunehmende Online-Konkurrenz durch Plattformen wie Temu sowie die Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Es sei eine schwierige Zeit für den Handel, viele Kunden würden stark auf die Preise schauen.
Gutscheine und Retouren durch Insolvenz eingeschränkt
Das aktuelle Insolvenzverfahren wirkt sich auch auf die Kundinnen und Kunden aus. In den FAQs schreibt das unterfränkische Unternehmen, dass alle Gutscheine, die vor dem 12.05.2026 gekauft wurden, aktuell nicht eingelöst werden können. Begründet wird das mit dem Insolvenzrecht.
Juliane von Behren von der Verbraucherzentrale Bayern kennt solche Fälle: "Ist ein Insolvenzverfahren gegen den Händler, der den Gutschein ausgestellt hat, eröffnet worden, können Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Forderungen aus dem Gutschein nur noch zur Insolvenztabelle anmelden." Die Insolvenztabelle ist eine Sammlung aller Forderungen der Gläubiger. Abhängig von dem Geld aus der Insolvenzmasse werden sie dann nach Quote ausgezahlt. Von Behren warnt jedoch: "Die Erfahrung zeigt leider, dass Betroffene häufig nur einen Teil ihres Geldes zurückbekommen. Ist die Insolvenzmasse zu gering, gehen Forderungen auch mal ins Leere."
Ähnlich sieht es derzeit bei den Retouren aus. Alle Produkte, die vor dem 12.05.2026 um 19 Uhr bestellt wurden, können im Moment nicht retourniert werden. Wurde ein Artikel bisher noch nicht geliefert, aber schon bezahlt, gilt laut der Verbraucherschützerin folgendes: "In diesem Fall kann der Insolvenzverwalter entscheiden, ob das Geschäft noch abgewickelt wird. Lehnt er dies ab, dann bleibt Betroffenen ebenfalls nur die Möglichkeit, ihre Forderung zur Insolvenztabelle anzumelden und aus der Insolvenzmasse befriedigt zu werden."
Schon in der Vergangenheit finanzielle Probleme
Depot steht schon länger unter finanziellem Druck. Bereits 2024 hatte das Unternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Damals wurde die Zahl der Filialen von ehemals rund 400 auf 150 reduziert und viele Mitarbeitende verloren ihre Stelle.
Einzelhandel unter Druck
Depot steht nicht alleine da, jeder sechste Einzelhändler in Deutschland sorgt sich laut Ifo-Institut um die eigene Existenz. Im April gaben 17,4 Prozent der Unternehmen an, dass sie sich existenziell bedroht fühlen – ein neuer Höchststand.
Dieser Artikel ist erstmals am 29.06.206 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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