"Vicky Voyage" bei der Lesung in der Stadtbücherei Augsburg.
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Dragqueen liest Kinderbücher vor - AfD-naher Protest in Augsburg

Dragqueen liest Kinderbücher vor - AfD-naher Protest in Augsburg

Die Dragqueen "Vicky Voyage" hat in der Augsburger Stadtbücherei Kindern aus verschiedenen Kinderbüchern vorgelesen. Während Kinder, Eltern und Unterstützer ein buntes Fest feiern, protestiert eine AfD-nahe Organisation gegen die Lesung.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

Begleitet von einem großen Polizeiaufgebot, aber ansonsten reibungslos, ist die Lesung der Dragqueen "Vicky Voyage" in der Augsburger Stadtbücherei über die Bühne gegangen. Die Künstlerin las am Mittwochnachmittag aus mehreren Kinderbüchern vor. Sie war im Rahmen des Sommerferienprogramms von der Bücherei eingeladen worden. Dragqueen Vicky, im blausilbernen Dirndl mit blonder Hochsteckfrisur, brachte den Kindern etwa die Geschichte über den schwulen Hasen "Marlon Bundo" mit. Zur Lesung in der Bücherei konnten die Kinder nur nach Anmeldung durch die Eltern kommen.

Toleranz, Respekt und Freundschaft

Auf dem Platz direkt vor der Stadtbücherei sorgte ein Zusammenschluss von Gruppen wie dem Stadtjugendring, den "Omas gegen Rechts" und der Arbeiterwohlfahrt für ein buntes Programm für Kinder und Erwachsene. Hier waren es rund 100 Teilnehmer.

Vicky Voyage heißt bürgerlich Markus, stammt aus dem Allgäu, ist gelernter Maschinenbauingenieur und außerdem Skilehrer. Bibliotheksleiterin Tanja Fottner zeigte sich nach der Veranstaltung zufrieden: "Die Kinder hatten ganz viel Spaß und genau das wollten wir erreichen, dass sie schöne, spannende Geschichten hören und vielleicht auch ein bisschen was zum Thema Toleranz, Respekt und Freundschaft über die Bücher erfahren.“

In München hatte 2023 ein Auftritt der Travestiekünstlerin aus dem Allgäu schon einmal für Schlagzeilen gesorgt. Damals hatten Politiker aus den Reihen der CSU und der Freien Wähler die Lesung kritisiert und vor "Frühsexualisierung" gewarnt. Zuletzt waren die Lesungen zumeist reibungslos abgelaufen.

AfD-nahe Organisation protestiert gegen Lesung

Doch in Augsburg regte sich Protest: Die Augsburger Polizei hatte ein großes Aufgebot an Einsatzkräften vor Ort, um die Veranstaltung zu sichern. Es habe keine nennenswerten Zwischenfälle gegeben, so eine Sprecherin der Polizei am Abend.

Im Vorfeld hatte die AfD-nahe Jugendorganisation ALJUZA (Alternatives Jugendzentrum) zu einer Gegenveranstaltung aufgerufen, rund 65 Personen nahmen an dieser Kundgebung teil, die von der Polizei begleitet an der Nordseite der Bücherei abgehalten wurde. ALJUZA-Vorsitzender Philip Pazmany, ein wegen Vergewaltigung vorbestrafter Mitarbeiter von AfD-Landtagsabgeordneten Andreas Jurca, übte auf der Kundgebung Kritik: Für eine Kinderlesung sollten keine Drag-Künstler verpflichtet und Steuergelder ausgegeben werden.

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