Drei Tage nach der Drogenrazzia im Augsburger "City Club" am Samstagabend werden nun weitere Details zum Polizeieinsatz bekannt, Betreiber und Anwältin bekräftigen ihre scharfe Kritik. Der Geschäftsführer der blausky GmbH, welcher der Club gehört, schildert dem BR einen Abend voller Angst und Verunsicherung. Gäste des Clubs schilderten die Kontrollen als teils übergriffig und verstörend.
Was ist an diesem Abend in dem Augsburger Club vorgefallen? Was darf die Polizei in solchen Fällen – und was nicht? Darüber haben wir mit BR-Reporter und Augenzeuge Til Antonie Wiesbeck und Rechtsanwalt Konstantin Grubwinkler (externer Link) gesprochen. Das Video zum Livestream finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.
Razzia wegen Verdachts auf Drogenhandel
Hintergrund der Razzia waren Ermittlungen wegen Verdachts auf Drogenhandel und Drogenkonsum, schreibt das Polizeipräsidium Schwaben Nord in einer Pressemitteilung. Im Einsatz waren demnach rund 200 Kräfte des Polizeipräsidiums Schwaben Nord und der Bereitschaftspolizei. Weder die Stadt Augsburg noch andere Behörden seien beteiligt gewesen, so die Polizei. Neben dem Club wurden auch Wohn- und Geschäftsräume in der Innenstadt durchsucht.
Die Beamten hätten "umfangreiche Beweismittel" sichergestellt, darunter Kokain, Amphetamin und andere synthetische Drogen im unteren dreistelligen Grammbereich, Bargeld und Datenträger.
Club-Betreiber: "rufschädigend ohne Ende"
Erst morgens gegen zwei Uhr habe der Geschäftsführer der blausky GmbH, welcher der Club gehört, schließlich den Durchsuchungsbeschluss bekommen. Darin sei ihm der Handel mit Amphetamin, Kokain und Ecstacy zur Last gelegt worden. "Ich bewerte das als extrem krasse Maßnahme und kann mir bis jetzt nicht erklären, wieso das Ganze so groß war und so viele Menschen und Räumlichkeiten betroffen waren." Bei ihm und in seinen Räumen seien keine Drogen oder Hinweise auf Drogengeschäfte gefunden worden. Die Aktion sei "rufschädigend ohne Ende", man habe herbe Umsatzeinbußen zu verkraften.
Ermittlungen gehen weiter
Der Betreiber und seine Anwältin wollen nun mögliche Schadensersatzansprüche prüfen, weisen aber darauf hin, dass zunächst das laufende Ermittlungsverfahren abgewartet werden müsse. Polizei und Staatsanwaltschaft äußerten sich bislang wegen des laufenden Verfahren nicht weiter zu den Vorwürfen.
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