In München parken Autos verbotenerweise auf dem Gehweg
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Gehwegparken in Bayern: So unterschiedlich sind die Regelungen

Gehwegparken in Bayern: So unterschiedlich sind die Regelungen

Sollen parkende Autos zum Teil auch auf dem Gehweg stehen dürfen? Diese Frage sorgt auf Bayerns Straßen für Diskussionen. Das Problem: Jede Kommune handhabt das unterschiedlich.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Parkende Autos auf dem Gehweg sind in vielen bayerischen Städten Alltag, aber längst nicht überall erlaubt. Mancherorts gibt es Bereiche, in denen das Parken ausdrücklich erlaubt ist, an anderen Stellen wird mehr oder weniger konsequent gegen falsch parkende Autos vorgegangen. Die Handhabung der Parkregeln führen immer wieder zu Diskussionen über Sicherheit, Platzmangel und die gerechte Verteilung von öffentlichem Raum.

Wie ist die Gesetzeslage?

Eigentlich ist das Parken auf dem Gehweg klar geregelt: Es ist deutschlandweit verboten. Aber Kommunen können Ausnahmen aussprechen. Wer sein Auto aber ohne Erlaubnis auf dem Gehweg abstellt, muss mit einem Bußgeld von mindestens 55 Euro rechnen.

Geparkt wird auf dem Gehweg wegen Platzmangels. Bayern hat eine der höchsten Pkw-Dichten in Deutschland. Auf 1.000 Einwohner kommen laut dem Statistischem Bundesamt 623 Autos. Außerdem werden die Autos immer größer und passen deswegen oftmals nicht mehr in bestehende Garagen. Der ADAC beobachtet seit Jahren, dass das Gehwegparken in vielen bayerischen Städten und Gemeinden verbreitet ist und von Ämtern toleriert wird.

Auf dem Gehweg parken – kein Problem?

Denn wenn Rad- oder Gehwege zugeparkt werden, müssen Fahrradfahrer und Fußgänger häufig auf die Fahrbahn ausweichen. Dort kann es zu Unfällen mit fahrenden Autos kommen.

Für Eva Mahling, Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Bayern, ist deswegen klar: "Falschparken auf Radwegen ist kein Kavaliersdelikt, sondern gefährlicher Egoismus von Autofahrenden zulasten ungeschützter Verkehrsteilnehmer." Sie kritisiert, Behörden gingen dem illegalen Gehwegparken nicht konsequent genug nach, dadurch sei Gehwegparken gesellschaftlich akzeptiert.

Unterschiedliche Regelungen in Bayern

Wie unterschiedlich Gehwegparken gehandhabt wird, zeigt eine Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Der Verband hat 105 deutsche Städte gefragt: "Wie viel Restgehwegbreite muss verbleiben, damit Gehwegparken geduldet wird?"

In Bayern haben aus Sicht der DUH nur Regensburg und Würzburg einen "rechtskonformen und akzeptablen Umgang mit illegalem Gehwegparken" gefunden. Beide Städte teilten mit, dass illegales Parken bei ihnen nicht geduldet werde. Die DUH kritisiert Fürth, Erlangen, Ingolstadt und Augsburg. Aus Sicht des Verbands bleibt Fußgängern wegen Gehwegparken zu wenig Platz, um problemlos aneinander vorbeizukommen.

Auf BR-Anfrage teilte die Stadt Nürnberg mit, dass auch hier das illegale Gehwegparken geahndet werde. In Teilen der Stadt hat die Straßenverkehrsbehörde das Gehwegparken allerdings erlaubt, in dem sie Schilder aufgestellt hat, die das Parken ausdrücklich erlauben. Dabei achtet die Stadt eigenen Angaben zufolge darauf, dass auf dem Gehweg noch mindestens 1,50 Meter Platz ist.

In der Umfrage der DUH gab Fürth an, Gehwegparken zu dulden, wenn auf dem Gehweg noch mindestens 1,30 Meter Platz sind. Erlangen gab an, dass Fußgänger noch 1,80 Meter Platz haben sollen. Augsburg sagte gegenüber der DUH, dass verbotswidriges Gehwegparken bis zu einer Restbreite von 1,50 Meter in "begründeten Ausnahmefällen geduldet" werde. Auch Ingolstadt betont gegenüber der DHU, dass keine Fußgänger behindert werden dürften und es eine Restbreite von 1,50 Meter geben müsse.

München ohne klare Regelung

In München wurde Gehwegparken lange toleriert. Dann kündigte der ehemalige OB Dieter Reiter (SPD) im Herbst 2025 via Instagram an, das Parken auf Gehwegen legalisieren zu wollen. Sein Vorschlag stieß damals auf Kritik, vor allem bei den Grünen, die darin ein Sicherheitsrisiko sehen, insbesondere für Schulkinder und Senioren.

München ahndet das illegale Gehwegparken seit Herbst 2025 vermehrt. Außerdem erarbeitet das Mobilitätsreferat der Stadt aktuell ein Konzept, das den zukünftigen Umgang mit Gehwegparken regeln soll. Aktuell werde schon gegen illegales Gehwegparken vorgegangen. Nämlich immer dann, wenn Gefahr besteht, weil beispielsweise Rettungswege blockiert werden.

Wie der künftige Münchner OB Dominik Krause (Grüne) das Gehwegparken in der Stadt handhaben wird, steht noch nicht fest. Auf BR-Anfrage teilte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Mona Fuchs, mit, dass ihre Partei der Arbeit des Mobilitätsreferats nicht vorgreifen wolle. Ihrer Partei sei es aber wichtig, "einen Kompromiss für die jeweiligen Anliegen zu finden".

Im Video: Diskussionen ums Parken auf Gehwegen

Fahrradfahrer stehen quer auf der Fahrbahn
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Diskussionen ums Parken auf Gehwegen

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