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Sommer 2026: Nachdem der Wärmewelle Ende Mai, stiegen die Temperaturen Ende Juni in Bayern bis auf bisher nie erreichte 41 Grad. Weil viele Schulen auf die extremen Temperaturen unvorbereitet sind, schlagen Elternverbände Alarm und fordern etwa moderne Lüftungs- und Kühlsysteme sowie begrünte Schulhöfe und Sonnenschutz.
Sommerferien von Ende Juni bis Anfang September?
Bei BR24 diskutieren User eine weitere Maßnahme: eine Verlängerung der Sommerferien. So schrieb "Holly2602": "Wir könnten uns einfach mal ansehen, wie das in Ländern ist, in denen es schon länger oder schon immer so heiß ist, z. B. Spanien und Italien: Da haben alle Schulen von Ende Juni bis Anfang September Schulferien, also in der heißesten Zeit. Dafür keine Pfingstferien, kurze Osterferien."
Hitze: Große Belastung für Schülerinnen und Schüler
"Für Kinder ist es eine große Belastung, bei hoher Temperatur lernen und im Klassenzimmer sitzen zu müssen", sagt Alexandra Langmeyer vom Deutschen Jugendinstitut (DJI). Langmeyer ist dort Leiterin der Fachgruppe "Lebenslagen und Lebenswelten von Kindern". Häufig seien Schulen nicht gut gegen Hitze geschützt und es gebe keine Klimaanlagen oder ausreichende Isolierung.
"Auch uns Erwachsenen macht die Hitze auf der Arbeit zu schaffen. Bei Kindern ist das nochmal extremer", sagt Langmeyer. So bekommen manche bei hohen Temperaturen etwa schneller Kopfschmerzen. "Man hat auch weniger Appetit: Kinder brauchen jedoch die Energie für das Lernen." In den vergangenen Wochen hätten sich viele Schüler vom Unterricht befreien lassen, etwa weil es ihnen vom Kreislauf her nicht gut gegangen sei. "Sie befinden sich noch im Wachstum, da ist im Körper sowieso viel los. Wenn dann noch die Hitze dazukommt, wird es schwierig."
Vor- und Nachteile von längeren Sommerferien
Daher würden sich Schüler natürlich über lange Sommerferien freuen, so Langmeyer. So könnten sie die Zeit sehr gut zur Regeneration und als Ruhepause nutzen. "Die Sommerferien stärken Kinder in der Entwicklung", so könnten sie auch viele soziale Kontakte außerhalb des Schulsettings pflegen oder etwa ins Ferienlager oder länger in den Urlaub fahren.
Doch eine Verlängerung der Sommerferien könnte auch Nachteile mit sich bringen, zum Beispiel weil so zu lange Lernpausen entstehen könnten. "Das kann zu Lerndefiziten führen, insbesondere bei jüngeren Schülern, wenn es etwa um das Lesen geht", sagt Langmeyer. Studien aus den USA würden zeigen, dass sich dieser Effekt etwa ab acht Wochen einstellt. "Da kann Wissen verlorengehen, das ist ein großer Nachteil." Auch für Eltern wäre eine Verlängerung hinsichtlich der Kinderbetreuung problematisch. Viele hätten schon Schwierigkeiten, die für sechs Wochen zu gewährleisten.
Sommerferien in Deutschland zeitlich gestaffelt
Online bei BR24 kommentierte der Nutzer "Unbayrisch": "Nirgendwo in Europa müssen Schülerinnen und Schüler in der heißesten Zeit des Jahres Prüfungen schreiben. Nirgendwo beginnen die Sommerferien so spät. Wenn der späteste Beginn der Sommerferien in Bayern Anfang Juli statt Anfang August wäre, wäre dem Problem schon viel an Schärfe genommen."
Doch könnte Bayern die Ferien selbst einfach verschieben? "Die Sommerferientermine werden von den Ländern gemeinsam vereinbart und von der Kultusministerkonferenz bzw. jetzt der Bildungsministerkonferenz beschlossen", teilt ein Sprecher der Kultusministerkonferenz (KMK) schriftlich auf BR24-Anfrage mit. Bayern entscheide also nicht alleine darüber, wann und wie lange im Freistaat Sommerferien sind. Eine Änderung der Sommerferien in Bayern würde eine Änderung der gemeinsam vereinbarten Sommerferienregelung der Länder voraussetzen.
Durch die Absprache bei den Sommerferienzeiten soll vermieden werden, dass zu viele Bundesländer gleichzeitig Ferien haben. Dies geschieht mit Hilfe einer Staffelung. "Diese soll unter anderem Verkehrsströme entzerren und eine bessere Verteilung der Nachfrage in Urlaubsregionen ermöglichen. Daher beginnen die Sommerferien nicht bundesweit gleichzeitig", so der KMK-Sprecher weiter. Hinzu kommt: "Die Länge der Sommerferien ist auf 6,5 Wochen begrenzt", wie eine Sprecherin des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus stellvertretend mitteilt.
"Bayern besteht auf späten Ferienstart"
Bayern bestehe selbst auf den späten Ferienstart, sagt Anja Bensinger-Stolze, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands für den Organisationsbereich Schule bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). "Jede Diskussion, die auch die anderen Bundesländer anfangen, dass sie vielleicht Ferien zur gleichen Zeit haben wollen, wird torpediert, weil Bayern und Baden-Württemberg nicht mitziehen wollen." Laut KMK wollen die beiden Bundesländer so sicherstellen, dass ausreichend Zeit zwischen Pfingst- und Sommerferien besteht.
Könnte Sommerferien-Verlängerung das Hitze-Problem lösen?
Zudem sei fraglich, ob eine Verlängerung der Sommerferien das Hitze-Problem wirklich lösen würde. "Wann sollen diese Sommerferien denn dann beginnen? Wir haben einen Juni erlebt, der die Temperaturen auf 41 Grad hochschießen lässt", so Bensinger-Stolze. Auch Alexandra Langmeyer vom DJI sagt: "Es kann im Mai heiß sein, es kann auch mal im September heiß sein." Eine Verlängerung der Ferien sei kein Allheilmittel. Darin sind sich die befragten Expertinnen einig: Es brauche räumliche Veränderungen, von Beschattung und Begrünung hin zu Klimaanlagen oder ausreichender Isolierung.
Dieser Artikel ist erstmals am 21. Juli 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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