v.l.n.r. Stefan Jagel, Bündnis NOlympia München, Die Linke, sitzt neben Verena Bentele, Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Klaus Holetschek, CSU-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag, sitzen am Tisch der Münchner Runde.
v.l.n.r. Stefan Jagel, Bündnis NOlympia München, Die Linke, sitzt neben Verena Bentele, Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Klaus Holetschek, CSU-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag, sitzen am Tisch der Münchner Runde.
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Die Sportbegeisterung ist groß, aber wie fördern wir den Sport? Das disktutierte die "Münchner Runde", unter anderem mit Klaus Holetschek (CSU).
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Die Sportbegeisterung ist groß, aber wie fördern wir den Sport? Das disktutierte die "Münchner Runde", unter anderem mit Klaus Holetschek (CSU).

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Holetschek zu Sport-Events: "Wir brauchen wieder Zuversicht"

Holetschek zu Sport-Events: "Wir brauchen wieder Zuversicht"

Fußball-WM und Olympia-Bewerbung: Die Sportbegeisterung in Deutschland ist groß. Auch CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek blickt in der "Münchner Runde" deshalb euphorisch auf sportliche Groß-Events. Aber helfen sie auch dem Breitensport?

Über dieses Thema berichtet: Münchner Runde am .

Millionen Deutsche jubelten vor dem Fernseher oder beim Public Viewing im Biergarten, als die Fußballnationalmannschaft ihr erstes WM-Spiel gewann. Klaus Holetschek, CSU-Fraktionsvorsitzender im Landtag, freute sich über die gute Stimmung: "Das brauchen wir auch. Wir brauchen auch mal wieder Zuversicht. Wir brauchen ein gemeinsames Erlebnis, ein Ziel, wo wir uns vereinen."

Holetschek: Olympia als Chance

Der Sport verbindet – deshalb sprach sich Holetschek in der "Münchner Runde" dafür aus, Großevents wie Olympia nach München zu holen: "Wir müssen so ein Ereignis wollen." Neben der Begeisterung bringe es Geld für den Tourismus, Infrastruktur und Wohnraum, wovon München auch langfristig profitiere. Als Beispiel nannte er das Olympische Dorf, das 1972 gebaut wurde und heute Wohnraum für mehr als 6.000 Menschen bietet. Ein weiterer Vorteil: Die meisten Sportstätten in München seien in unmittelbarer Umgebung. "Diese Spiele sind keine Protz-Spiele. Das sind Spiele der Nachhaltigkeit", sagte Holetschek.

Neureuther: Olympische Spiele als "Leuchttürme"

Ski-Legende Christian Neureuther sah in den Olympischen Spielen "Möglichkeiten und Chancen, wieder Leuchttürme in die Gesellschaft zu tragen." Er hoffte vor allem auf eine neue Sportbegeisterung unter Kindern, die zunehmend psychisch krank werden, "indem sie nur noch vor dem Kastl sitzen".

Sport könne gegen die Vereinsamung durch Social Media helfen, betonte Neureuther. Doch dafür müssten Kinder an den Sport herangeführt werden. Gerade die Vereine stehen aber vor immer mehr Problemen: "Gehen Sie in München in einen Fußballverein und versuchen, Ihr Kind anzumelden. Kriegen sie nicht durch, weil das Personal fehlt."

Sportvereine unter Druck

Tatsächlich berichteten im Sportentwicklungsbericht 2023-2025 [externer Link] der Deutschen Sporthochschule Köln knapp 18 Prozent der rund 19.000 befragten Sportvereine, inzwischen in ihrer Existenz bedroht zu sein, weil Ehrenamtliche fehlten. 19 Prozent bemängelten marode Anlagen. Neureuther forderte deshalb eine "bundesweite Sanierungskampagne für Sportstätten".

NOlympia-Vertreter: "Flächendeckende Lösung" statt Großevent

Dass dabei ein Großevent Olympia etwas ändern würde, daran zweifelte Stefan Jagel, der sich mit dem Bündnis "NOlympia" gegen eine Münchner Olympia-Bewerbung einsetzte. In einem Bürgerentscheid im Oktober 2025 entschied sich die Mehrheit der Münchner bereits für die Bewerbung. Ob die Stadt tatsächlich als deutscher Bewerber ins Rennen geht, wird der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am 26. September 2026 entscheiden. Neben München bewerben sich auch Berlin und die Region Rhein-Ruhr.

Sollten die Spiele dann tatsächlich nach München kommen, werde München zwar Geld vom Freistaat und vom Bund bekommen, sagte Jagel, Fraktionsvorsitzender der Linken im Münchner Stadtrat. Schüler in München könnten sich dann vielleicht über eine neue Sportstätte freuen. "Aber was ist denn mit den anderen? Was machen die Schüler in Hof?", fragte Jagel. Statt eines Großevents in einer Stadt wünschte er sich eine "flächendeckende Lösung" für den Breitensport.

Olympia als Katalysator?

DOSB-Vizepräsidentin Verena Bentele widersprach Jagel in diesem Punkt. Sie sah die Olympischen Spiele eher als Katalysator für eine bessere Struktur im Breitensport. Denn sollte Olympia tatsächlich nach München kommen, wolle Deutschland ja auch Sportlerinnen und Sportler haben – "und die trainieren gar nicht alle nur in München". Also brauche es auch an anderen Orten eine Sportstätte. Sollten die Spiele nach Deutschland kommen, sei genau das der politische Auftrag, so Bentele. Dann heiße es an die Bundes-, Landes- und Kommunalregierungen: "Jetzt liegt's an euch, einen Aktionsplan zu machen, wie wir viele Menschen für den Sport gewinnen können."

30 Minuten Sport für Kinder

Ein guter Anfang für die Kinder wäre die "Sporthalbestunde", sagte Bentele. Dabei machen Kinder jeden Tag 30 Minuten Sport in der Schule. In Frankreich wird die Maßnahme bereits an allen Grundschulen umgesetzt. Sollte sie auch in Deutschland eingeführt werden, wäre das ein "Riesen-Durchbruch", sagte Bentele. Zumindest an bayerischen Grundschulen soll das Konzept im September starten.

Dann könnte es vielleicht einigen wie dem Kanuten Sideris Tasiadis gehen. Ihn entdeckte sein Sportlehrer, erzählte er in der "Münchner Runde". Im Sport gewann er dann nicht nur Olympiamedaillen, sondern auch Freundschaften: "Man hat dort die härtesten Konkurrenten, aber nach der Ziellinie sind wir wieder Freunde."

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