Blick auf die Kesselspitze in den Allgäuer Alpen.
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Die Kesselspitz (2284 m) ist ein Nebengipfel der Fuchskarspitze in den Allgäuer Alpen.
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Die Kesselspitz (2284 m) ist ein Nebengipfel der Fuchskarspitze in den Allgäuer Alpen.

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Kesselspitze: Neuer Riss auch am Hochvogel-Nachbarn entdeckt

Kesselspitze: Neuer Riss auch am Hochvogel-Nachbarn entdeckt

Am Hochvogel in den Allgäuer Alpen erwartet die Wissenschaft seit Jahren einen großen Felssturz. Jetzt wurde auch an der nahegelegenen Kesselspitze ein Riss entdeckt. Geologen wollen prüfen, was das bedeutet und ob Gefahr droht.

Über dieses Thema berichtet: Rucksackradio am .

Seit Jahren wird der Riss am Gipfel des knapp 2.600 Meter hohen Hochvogel in den Allgäuer Alpen größer. Inzwischen ist er mehr als zwei Meter breit und rund 100 Meter tief. Starkregen im Juni hat den Prozess offenbar beschleunigt, vermutlich auch die Hitze. Geologen der Technischen Universität München beobachten die Rissbildung genau. Jetzt dürfte ein neues Untersuchungsobjekt dazukommen.

Frischer Riss an der Kesselspitze

An der Kesselspitze nördlich des Hochvogels hat der Allgäuer Bergsteiger und Autor Kristian Rath einen markanten Riss entdeckt. Einen markierten Wanderweg gibt es dort nicht, der Berg ist eher etwas für einheimische Kenner. Als Rath vor kurzem am Gipfel stand, sah es dort anders aus als im vergangenen Jahr.

Der Riss sei deutlich zu erkennen gewesen, berichtet Rath. Für ihn zeigt er, dass sich dort etwas bewegt. Ob aber bald etwas abbrechen könnte, könne er nicht einschätzen. Wie eine Gletscherspalte sehe die Öffnung aus, sagt er, sie ziehe sich durch den ganzen Gipfelbereich. Deshalb sei klar: Ein Geologe müsse sich das anschauen.

Hinweise von Bergsteigern helfen der Forschung

Rath hat Fotos des Risses an die Fachleute weitergegeben, die den Hochvogel seit Jahren untersuchen. Für Michael Krautblatter, Professor für Hangbewegungen von der Technischen Universität München, sind solche Beobachtungen wertvoll: Menschen, die oft in den Bergen unterwegs sind, kennen die Umgebung und bemerken Veränderungen früh.

Krautblatter kennt den Riss an der Kesselspitze bislang nur von Fotos. Sein Team werde sich die Stelle anschauen, sobald Zeit dafür sei. Zugleich warnt er vor vorschnellen Schlüssen: Solche Risse gebe es im bayerischen Alpenraum viele. Das bedeute nicht automatisch, dass unmittelbar etwas passieren müsse.

Hochvogel bewegt sich bis zu fünf Millimeter pro Woche

Am Hochvogel begann die Entwicklung ähnlich. 2014 wurden dort erste Messpunkte gesetzt. Danach zeigte sich: Der Berg bewegt sich massiv. Inzwischen vergrößert sich der Riss im Gipfelbereich zeitweise um bis zu fünf Millimeter pro Woche. Bei Starkregenereignissen wie zuletzt im Juni wird diese Entwicklung beschleunigt.

Nach Krautblatters Einschätzung zeigt schon geringer Wasserdruck Wirkung. Das deute darauf hin, dass zumindest ein Teilbereich des Hochvogels nahe an einem Kipppunkt sei. Im Juni sei bereits ein rund 2.000 Kubikmeter großer Felsturm abgestürzt. Deshalb werden neue Sensoren und Instrumente am Berg installiert.

Normalweg von bayerischer Seite weiterhin begehbar

Für Wanderer rund um den Hochvogel sei die Lage derzeit interessant, aber nicht gefährlich, sagt Christoph Erd, Hüttenwirt des Prinz-Luitpold-Hauses. Der Riss sei zwar deutlich zu sehen, die normalen Anstiege auf den Hochvogel über den Kalten Winkel oder die Kreuzspitze seien aber begehbar.

Gesperrt ist dagegen der Bäumenheimer Weg, der südseitig aus dem Hinterhornbachtal auf den Hochvogel führt. Dort besteht Felssturzgefahr. Auf die Kesselspitze, wo Rath den neuen Riss entdeckt hat, gibt es keinen markierten Weg – und damit auch keinen Weg, der gesperrt werden könnte.

Was der neue Riss bedeutet, ist offen

Wie tief der Riss an der Kesselspitze reicht und ob er gefährlich ist, müssen nun Geologen beurteilen. In jedem Fall zeigt die Entdeckung: Im Allgäu sind die Berge in Bewegung. Für die Forschung sind solche Beobachtungen wichtig – nicht zuletzt, um Frühwarnsysteme für Bergstürze in den Alpen weiterzuentwickeln.

Im BR24live: Berge und Gefahren – Wandern im Wandel

ARCHIV - 09.08.2022, Bayern, Straßwalchen: Ein Hubschrauber der Polizei fliegt über die Berchtesgadener Berge. (zu dpa: «19-Jähriger aus Bayreuth stirbt nach Absturz in den Bergen») Foto: Uwe Lein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Bergunfälle

Dieser Artikel ist erstmals am 20. Juli 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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