Voraussichtlich Ende 2026 ist Schluss mit der Kinderstation in Ansbach - der einzigen in ganz Westmittelfranken. Bislang ist das Sozialunternehmen Diakoneo noch Betreiber der stationären Kinderstation "Wald", einer Außenstelle der Klinik Hallerwiese/Cnopfschen Kinderklinik. Den Vertrag über den Betrieb der Kinderkrankenstation hatte Diakoneo aber bereits 2024 gekündigt, so das Sozialunternehmen.
Diakoneo zieht sich aus Gesundsheitssektor zurück
Das finanziell angeschlagene Sozialunternehmen Diakoneo zieht sich, wie bereits seit längerem bekannt, größtenteils aus dem Gesundheitssektor zurück. Lediglich die Rangauklinik sowie das Gesundheitszentrum Mittelfranken will Diakoneo behalten, wie das Unternehmen Ende vergangenen Jahres mitteilte. Das Klinikum in Neuendettelsau ist bereits geschlossen, für das Krankenhaus in Schwabach hatte Diakoneo Insolvenz beantragt. Die Klinik Hallerwiese/Cnopfsche Kinderklinik wird zum Jahreswechsel vom Klinikum Nürnberg übernommen.
Wohl keine Übernahme des Klinikums Nürnberg
Wie es mit der Außenstelle in Ansbach weitergeht, war lange unklar. Bis jetzt. Die Außenstelle befindet sich im Ansbacher ANregiomed-Klinikum. Heute erklärte ein ANregiomed-Sprecher gegenüber dem BR: "Mit dem Klinikum Nürnberg wurden seit Bekanntgabe der Übernahme Gespräche geführt, wobei die neuen Verantwortlichen signalisiert haben, dass eine Fortführung der Station Wald, vor allem aus personellen Gründen, nicht realistisch ist". Auf Anfrage erklärte das Klinikum Nürnberg: "Wir haben in diesem Gespräch deutlich gemacht, dass für den Betrieb einer solchen Station ein neues, anderes Konzept nötig wäre, das zum Beispiel niedergelassene Ärzte vor Ort einbindet". Ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten, sei aber nicht Aufgabe des Klinikums Nürnberg, sondern liege in der Verantwortung von Stadt und Landkreis Ansbach. Damit schwindet die Hoffnung auf einen Weiterbetrieb der einzigen Kinderstation in ganz Westmittelfranken nach 2026.
Kein Beantragen entsprechender Leistungsgruppen erfolgt
Wie der Klinikverbund dem BR weiter mitteilte, hätten entsprechende Leistungsgruppen zum Fortbestand der Kinderstation bis November 2025 beantragt werden müssen - von Diakoneo. "Dies ist nach unseren Informationen nicht erfolgt", heißt es vom ANregiomed-Sprecher. Diakoneo hingegen erklärte auf BR-Anfrage, dass man für das Beantragen der Leistungsgruppen nach der Kündigung 2024, die damals, so heißt es, aufgrund von vertraglichen Rahmenbedingungen erfolgte, nicht mehr zuständig gewesen sei.
Kinderärztliche Bereitschaftspraxis im Gespräch
Nach der Vertragskündigung seitens Diakoneo, hätte sich ANregiomed intensiv mit der Suche nach alternativen Partnern für den Weiterbetrieb der Kinderstation beschäftigt. Die Suche blieb allerdings bisher erfolglos. Der Aufbau einer eigenständigen, nicht an eine große Kinderklinik angebundene pädiatrischen Hauptabteilung, sei laut des ANregiomed-Sprechers aufgrund der Verfügbarkeit von Kinderärzten sowie der finanziellen Lage komplett unrealistisch.
Sollte sich keine Lösung für den Erhalt der stationären Versorgung ergeben, denke man bei ANregiomed aber über die Einrichtung einer kinderärztlichen Bereitschaftspraxis nach - zur ambulanten Versorgung dringender Fälle an den Wochenenden. Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns hätten hierzu bereits stattgefunden.
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