Viele bayerische Kirchen werden in Zukunft nicht mehr oder zumindest nicht mehr in der alten Größe benötigt.
Viele bayerische Kirchen werden in Zukunft nicht mehr oder zumindest nicht mehr in der alten Größe benötigt.
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60 Studierende präsentierten an der Technischen Hochschule Nürnberg ihre Ideen für die Umgestaltung von zwei Kirchen.
Bildrechte: © Axel Mölkner-Kappl
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60 Studierende präsentierten an der Technischen Hochschule Nürnberg ihre Ideen für die Umgestaltung von zwei Kirchen.

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Kirchen als Turnhalle, Bibliothek oder Markthalle

Kirchen als Turnhalle, Bibliothek oder Markthalle

In Bayern gibt es 12.000 Kirchen. Zugleich treten viele Menschen aus der Institution Kirche aus. Architektur-Studierende in Nürnberg entwickeln deshalb Ideen, wie die Kirchen neben dem Gottesdienst auch für andere Zwecke genutzt werden können.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Die evangelische Melanchthonkirche im Nürnberger Stadtteil Ziegelstein ist mit ihrer Fassade aus rotem Kliniker ein echter Hingucker. 60 Studierende der Architektur von der Technischen Hochschule Nürnberg haben das Gebäude in den letzten Monaten intensiv erkundigt. Ihre Aufgabe: diese und die Nürnberger St. Andreaskirche neu zu planen. Denn die beiden Kirchen sind für die klassischen Gottesdienste mittlerweile zu groß, zu wenige Menschen kommen sonntags. Zugleich wollen die Gemeinden ihre Kirchen nicht aufgeben.

Stattdessen machen sich die Studierenden Gedanken, wie man zukünftig baulich eine zusätzliche Nutzung in die Kirchen integrieren kann. "Bauen im Bestand" heißt das – Studentin Marlene Hiesinger spürt als angehende Architektin "eine krasse Verantwortung, wie man mit den Gebäuden umgeht und wie man die transformiert und auch auf die Bedürfnisse eingeht von der Kirchengemeinde und auch vom Stadtteil."

Das Projekt wird zur Bachelorarbeit

Von März bis Juli hatten die Studierenden Zeit, Ideen, Pläne und jeweils ein Modell im Rahmen ihrer Bachelorarbeit zu entwickeln. In dieser Woche präsentierten die Studierenden ihre Ergebnisse: Architekturprofessorin Nadja Letzel ist begeistert. Als Sporthalle, Markthalle, Raum für Debatten oder als Theaterraum wurden die Kirchen unter anderem vorgestellt.

Studentin Marlene Hiesinger war wichtig, dass die Kirche als Ort auch in Zukunft noch erkennbar ist: "Unser Konzept heißt 'Gemeinsam statt einsam' und wir wollen dadurch die Gemeinschaft stärken in der Gemeinde, aber auch im Quartier." Für den Außenbereich haben sie einen Pavillion geplant, im Innenbereich wollen sie mit einem flexiblen Vorhangschienensystem individuelle Raumgrößen ermöglichen.

"Forum Inklusio" nannten andere Studierende ihre Idee dort mit benachteiligten und behinderten Menschen zu arbeiten. Auch Kulturkirchen oder eine Bibliothek wurde vorgeschlagen – Ideen, die es anderswo schon gibt. Bei einer Exkursion nach Belgien lernten die Studierenden viele Varianten kennen.

Große Ernsthaftigkeit der Studierenden

Pfarrer Ekkehard Wohlleben ist Leiter der Evangelischen Stadtakademie Nürnberg und hat das Projekt gemeinsam mit der Hochschule initiiert. Er ist angetan von der großen Ernsthaftigkeit der Studierenden: "Hier von Außen Ideen geliefert zu bekommen, auf die wir als Kirchenmenschen vermutlich gar nicht kämen, ist eine tolle Diskussionsgrundlage, um sich etwas Neues zu erschließen, neue Perspektiven, neue Ideen zu entwickeln."

Jetzt sind die beiden Kirchengemeinden am Zug. Die Entwürfe sollen dort ausführlich diskutiert werden. Professorin Nadja Letzel sieht darin viele Chancen. Im Herbst wird es in den beiden Nürnberger Kirchengemeinden Ausstellungen und viele Debatten zu den Plänen geben.

Für die angehenden Architektinnen und Architekten ist die Transformation von Kirchen zukünftig ein großer Markt. Viele der Gebäude stehen unter Denkmalschutz und dürfen deshalb nicht abgerissen werden. Außerdem ist das "Bauen im Bestand" nachhaltig.

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