Die Kirche St. Johannes in Diesenbach ist in blaues und rotes Licht getaucht.
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Ein innovatives Gottesdienstformat lockt Besucher in die Kirche St. Johannes in Diesenbach.
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Clublichter, Energydrink und DJ: Gottesdienst mal ganz anders

Clublichter, Energydrink und DJ: Gottesdienst mal ganz anders

Während Kirchen bei Sonntagsgottesdiensten immer leerer werden, reichen in Diesenbach in der Oberpfalz regelmäßig die Plätze nicht aus. Ein innovatives Gottesdienstformat lockt Besucher in die Kirche, die sonntags nicht kommen würden.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Niederbayern und Oberpfalz am .

Die Kirche St. Johannes in Diesenbach ist in blaues und rotes Licht getaucht. Kurz vor 21 Uhr stehen und sitzen die Besucher noch draußen bei einer Brotzeit und einer Weinschorle zusammen. Rund 400 Menschen kommen regelmäßig, wenn "MAISL" angekündigt ist, das "Moderne Abendgebet im Scheinwerferlicht". Es sind dreimal so viele, wie bei wöchentlichen Sonntagsgottesdiensten in Diesenbach. Pfarrer Josef Hausner hat es sich vor acht Jahren ausgedacht. Sein Ziel: den Menschen Jesus nahebringen. Und zeigen, dass die Kirche noch Menschen begeistern kann. Dafür stellt er Jesus in Form von besonderen Elementen in den Mittelpunkt.

Buntes Scheinwerferlicht und Jugendliche als DJs

Zum "MAISL" gehört buntes Scheinwerferlicht im Kirchenraum, die Musik kommt ausschließlich vom Band. Zwei Jugendliche legen als DJs geistliche, aber auch weltliche Musik auf. Den Altarraum schmückt ein Blickfang: dieses Mal zum Thema Energy eine große Energydrink-Dose. Statt dem Markennamen steht Holy Spirit und "es steckt mehr drin, als du denkst" darauf.

Das Evangelium gehört zu dem besonderen Gottesdienstformat genauso dazu, wie die Exegese, also die Auslegung des Evangeliums in Form einer Predigt. Außerdem ist die eucharistische Anbetung ein wichtiges Element. Mit Weihrauch und Stille wird die Monstranz angebetet.

Und das Element der Gemeinschaft lockt Besucher an: Während Jugendliche Scheinwerfer ausrichten und Soundcheck machen, füllt das Verköstigungsteam nebenan im Pfarrsaal Kartoffelsalat in Gläschen, schneidet Kuchen auf und schmiert Butterbrezen. Alle tragen "MAISL"-T-Shirts – auch der 78-jährige Mesner, der eine Feuerschale mit Holz bestückt, damit die Besucher anschließend noch beisammenstehen können.

Möglichkeit, Menschen Gottesdienst nahe zu bringen

Während sonntags die Gottesdienstbesuche abnehmen, spürt der 43-jährige Pfarrer bei den Menschen dennoch eine Sehnsucht nach Glaube und Spiritualität. "Vielleicht wissen wir oft gar nicht mehr, was wir am Sonntag feiern", sagt er. Aber das "MAISL" könne eine Möglichkeit sein, es den Menschen wieder nahe zu bringen. "Eine erste Sprosse".

Dieses Mal predigt eine Religionslehrerin, zum Abschluss erzählt Pfarrer Josef Hausner noch zwei Witze und drückt jedem persönlich am Ausgang ein Giveaway in die Hand – immer passend zum jeweiligen Thema. Dieses Mal ist es ein Traubenzucker, der Energie bringen soll. So, wie das ganze Gottesdienstformat den Besuchern, aber auch der Kirche wieder Energie bringen soll.

Format für jedes Alter

Das Format spreche alle Altersschichten an: "Vom Sechsjährigen bis zur 85-Jährigen", stellt der Geistliche fest. Es seien viele Menschen dabei, die nicht mehr in den normalen Sonntagsgottesdienst gehen. Pfarrer Josef Hausner setzt auf alltagsnahe Themen: Heimat, Demo, Gospel, Kirwa (Kirchweih). Und die Besucher sind begeistert: "Gute Gelegenheit, runterzukommen", "nimmt man was mit", "im normalen Sonntagsgottesdienst fehlt manchmal die Tiefe" oder auch "stimmungsvoll und so locker, wunderschön", sagen sie.

Der Vorwurf, sein Format sei eine Show, nimmt Pfarrer Josef Hausner als Steilvorlage: Er wolle Jesus zeigen, ihn in den Mittelpunkt rücken. Und wenn man Show aus dem Englischen übersetze, bedeute das auch "zeigen". Außerdem trage das Wort "Monstranz" aus dem Lateinischen übersetzt die Bedeutung "zeigen" in sich, erklärt er.

Inzwischen geht das "MAISL" auch auf Tour. Das Team aus Pfarrern, der Pfarreiengemeinschaft Maria Magdalena im unteren Regental, Religionslehrerin, Gemeindereferentin, Oberministranten und Mesnern fährt in sechs weitere Gemeinden. Außerderm wird das Konzept auch in anderen Gemeinden bereits kopiert und vom Bistum Regensburg als innovatives Format beworben.

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