Bischof Bertram Meier (Mitte) mit den Dominikanerinnen im Kloster Wettenhausen.
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Kloster Wettenhausen: Erst gerettet, jetzt mit Zukunft

Kloster Wettenhausen: Erst gerettet, jetzt mit Zukunft

Nachwuchssorgen und marode Gebäude – die Aussichten für das schwäbische Kloster Wettenhausen waren mehr als ungewiss. Doch dank Finanzspritzen wurde das Denkmal saniert. Die Dominikanerinnen wollen das Kloster für die Öffentlichkeit nutzbar machen.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Vor etwas mehr als zehn Jahren standen die Dominikanerinnen im Landkreis Günzburg vor einer schweren Entscheidung: Können sie das Kloster Wettenhausen noch weiterführen? Denn von einstmals mehr als hundert Schwestern waren gerade einmal neun übriggeblieben, die jüngste von ihnen 70 Jahre alt. Dabei rückte ihr 150-jähriges Jubiläum im Ort näher. Sollten sie nun das Kloster aufgeben müssen?

Noch im selben Jahr kam die Rettung aus Speyer – jüngere Schwestern zogen nach Schwaben, darunter auch die heutige Priorin, also Leiterin des Klosters, Theresia Mende. Sie stand schon bald vor einer weiteren Herausforderung – die jahrhundertealten Gebäude waren stark sanierungsbedürftig.

Stuck kam von der Decke

Der Stuck im obersten Geschoss wurde notgesichert. "Zum Teil ist er schon heruntergekommen. Man hat sich abends im Bett gefragt: Schläfst du bei dem Riss lieber in einer anderen Ecke? Das war schon abenteuerlich", sagt die Priorin.

Vier Jahre lang wurde das Kloster nun saniert. Neben den barocken Decken wurde vor allem auch der marode Dachstuhl renoviert, denn Balken waren bereits verfault. Die Gebäude bekamen einen besseren Brandschutz, Holzböden wurden von PVC-Belägen befreit und Elektrik wie auch Wasserleitungen erneuert. Zwölf Millionen Euro kostete die komplette Sanierung. Allein hätten die Dominikanerinnen dieses Projekt nicht stemmen können.

"Außerordentliche Schatzkiste"

"Wir mussten erst vor kurzem ein Kloster im Allgäu schließen, doch es gibt auch einen anderen Weg", sagt der Bischof von Augsburg, Bertram Meier. Er hatte das restaurierte Kloster Wettenhausen am Wochenende eingeweiht und Räume gesegnet. Das Projekt wurde zu insgesamt 90 Prozent bezuschusst, von der Diözese, aber auch vom Freistaat, Bezirk, Landkreis und der Gemeinde Kammeltal. Den Löwenanteil trug mit fünf Millionen Euro allerdings der Bund, der über einen Sonderetat "herausgehobene Denkmäler nationaler Bedeutung" unterstützt.

"Das Kloster ist eine außerordentliche Schatzkiste unserer Kultur", sagte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer bei einem Besuch im Juni. Die Ursprünge des Klosters reichen bis ins Jahr 982 zurück, erstmals urkundlich erwähnt wird es 1130. Lange Zeit wurde es von den Augustiner-Chorherren geleitet und unterstand ab 1566 als geistliches Fürstentum nur dem Kaiser.

Freundeskreis unterstützt Kloster

Ein "Freundeskreis" gründete sich, um das religiöse und kulturelle Klosterleben zu erhalten. Er zählt 250 Mitglieder und hat gemeinsam mit den Schwestern Ideen entwickelt, wie man die Gebäude besser für die Öffentlichkeit zugänglich machen und gleichzeitig Einnahmen erzielen kann. So gibt es neben einer Klosterwirtschaft seit ein paar Wochen ein Hotel. Räume wie der Kaisersaal lassen sich für Konzerte, Tagungen oder Konferenzen buchen.

Denn bei einem alten Kloster ist nach der Sanierung schon wieder vor der nächsten Sanierung. "Wir haben mit den zwölf Millionen Euro eigentlich nur das Nötigste gemacht", sagt die Priorin über die 38.000 Quadratmeter große Klosteranlage. "Wir hätten ohne Probleme auch 30 Millionen Euro verbauen können."

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