Nach langer Suche eine eigene Zwei-Zimmer-Wohnung
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Jony James E. und Andrea F. in ihrer neuen Wohnung
Bildrechte: Oliver Römhild
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Jony James E. und Andrea F. in ihrer neuen Wohnung

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München: Neue Initiative kämpft gegen Wohnungsnot

München: Neue Initiative kämpft gegen Wohnungsnot

3.000 Sozialwohnungen kann die Stadt München pro Jahr vergeben – Bewerber gibt es zehnfach. Auch der Katholische Männerfürsorgeverein sucht seit Jahren bezahlbaren Wohnraum. Jetzt hat er eine neue Initiative in München auf die Beine gestellt.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Jony James E. hat eine der ersten Wohnungen bekommen – vermittelt von der gemeinnützigen Initiative MietMachen München gGmbH. Geholfen haben ihm dabei der Katholische Männerfürsorgeverein KMFV e.V., private Initiativen, auch ein börsennotierter Wohnungskonzern. Viele Monate hatte Jony James eine Wohnung gesucht, war vorher obdachlos und lebte in einem Männerwohnheim des KMFV. Da hatte er schon als Servicekraft in der Gastronomie gearbeitet, aber selbst mit einem mittleren Einkommen bekam er nur Absagen auf dem Wohnungsmarkt.

Jetzt sitzt er in seiner Zwei-Zimmer-Wohnung im Münchner Norden, man merkt ihm die Erleichterung immer noch an. "Das hat viel verändert. Mit einer Wohnung hat man eine Basis und kann ganz anders weitermachen", so der 33-Jährige.

Bündnis gegen Wohnungsnot

Der Katholische Männerfürsorgeverein arbeitet seit Jahren daran, eine Wohnungsnothilfe in München zu organisieren. Letztes Jahr schlossen sich mehrere Unterstützer an: die Renate Stichter Stiftung, die sich um alleinerziehende Eltern und deren Kinder kümmert, der Verein Hirn Herz Hand e.V., gegründet von Mitarbeitern einer Unternehmensberatung, und der Internationale Bund, der schon lange Wohnungslosen hilft.

Der Freistaat und die Stadt München fördern das Projekt. Es legt den Fokus darauf, Menschen eine Wohnung zu beschaffen, die auf dem Mietmarkt chancenlos sind: Obdachlose, Alleinerziehende, Menschen mit Migrationshintergrund.

Das Prinzip: MietMachen München schließt den Mietvertrag mit dem Vermieter und garantiert die regelmäßige Zahlung der Miete und kümmert sich um alle Verwaltungsfragen. Für Immobilienbesitzer heißt das: wenig bis gar kein Risiko. Bisher hat das in ein paar wenigen Fällen geklappt. Aber David Diekmann, Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH, ist zuversichtlich: "Was mir Mut macht, ist, dass so viele bereit sind, Wohnraum, Grundstücke, Ideen reinzugeben, auch pro bono, also zum Wohl der Öffentlichkeit, um daraus mit uns etwas zu entwickeln."

Kaum Arbeit und Risiko für Vermieter

Einer der Unterstützer der ersten Stunde ist die Vonovia, ein börsennotiertes Immobilienunternehmen. Die Gesellschaft hat zehn Wohnungen aus ihrem Bestand zur Verfügung gestellt und will jedes Jahr weitere zehn für MietMachen München auftreiben. "Für uns ist ausschlaggebend, dass wir die Initiative und den KMFV unterstützen wollen, um Bürgern, die aus der Obdachlosigkeit kommen, wieder ein neues Zuhause zu geben", erklärt Andrea Günther, Regionalleiterin der Vonovia. Wohnen sei ein Grundbedürfnis, jeder sollte dazu Zugang haben.

Etwa 6.000 Wohnungen hat der Konzern allein in München. Rund 300 seien jedes Jahr in Fluktuation, also für neue Mieter zu haben. Da klingen zehn Wohnungen vielleicht nicht nach viel, aber es sei ein Anfang, vielleicht ausbaufähig, meint Günther. Die Wohnung von Jony James E. ist eine der Vonovia. Er und seine Lebensgefährtin haben inzwischen auch eine Tochter. Auch beruflich läuft es gut, beide Eltern arbeiten. Deshalb konnten sie vor Kurzem die MietMachen München ablösen, den Mietvertrag für ihre Wohnung haben sie selbst unterschrieben.

Vermieter mit sozialer Einstellung gesucht

Geschenkt gibt es allerdings nichts. Die Miete liegt bei marktüblichen Preisen: rund 16 Euro pro Quadratmeter. Das liegt in München auf jeden Fall noch im bezahlbaren Bereich. Die Initiative hofft nun auf Immobilienbesitzer, denen nicht nur der persönliche Profit, sondern auch ein sozialer Aspekt wichtig ist – also solche, die auch noch unter 20 Euro pro Quadratmeter vermieten und nicht für 30 Euro. Gesucht sind Mietwohnungen, Wohnraum zur Zwischennutzung, WG-Plätze und auch Häuser. Auch der Umbau von Gewerbeimmobilien zu Wohnraum sei möglich. MietMachen München arbeitet bei einem Objekt bereits an einer solchen Umwandlung.

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