Foto: Ein italienischer Rettungswagen mit der Aufschrift "Ambulanza" fährt mit Blaulicht durch eine verregnete Straße. Der Hintergrund ist verwischt.
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Ein italienischer Rettungswagen fährt mit Blaulicht durch die Stadt. (Symbolbild)
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Notfall im Ausland: Wie bayerische Retter helfen können

Notfall im Ausland: Wie bayerische Retter helfen können

Bei zwei Vorfällen an der italienischen Adria konnte die Münchner Feuerwehr helfen und Notrufe an ihre italienischen Kollegen weiterleiten. Das kommt immer wieder vor – doch wünschen sich Retter ein einheitliches System, das sie europaweit vernetzt.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau am .

Am zweiten Tag in Folge hat die Münchner Feuerwehr bei medizinischen Notfällen in Italien geholfen – bei der gleichen Patientin. Zunächst ging am Montagmorgen in der Leitstelle München ein Notruf ein. Eine Frau war im Adria-Urlaub im italienischen Bibione zusammengebrochen.

Ihre elfjährige Tochter rief den Vater daheim in München an, der wiederum verständigte die deutschen Retter über den Notruf. Von dort aus halfen mehrere Stellen mit, damit die Frau in eine Klinik kommt. Heute brach die Frau laut Münchner Feuerwehr erneut zusammen, die Information nahm denselben Weg wie am Vortag.

Immer wieder grenzüberschreitende Notrufe

Bei der Integrierten Leitstelle München, die Notrufe in der Region entgegennimmt, kommen solche Fälle immer mal wieder vor. Deswegen konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt in der Leitstelle im italienischen Bozen anrufen. "Das ist so unsere erste Anlaufstelle, wenn es um Italien geht, weil wir da beide Sprachen vertreten haben", erklärt Feuerwehrsprecher Bernhard Peschke. Andersrum half die Leitstelle in Bozen bereits, als ein Notruf aus München in Italien einging.

Nicht nur mit Italienisch, auch mit anderen Sprachen hat die Münchner Leitstelle Erfahrung gesammelt. "Wir können auf mehrsprachige Kolleginnen und Kollegen hier im Haus zugreifen", erklärt Peschke, "im schlimmsten Fall klingeln wir auch um drei Uhr nachts jemanden aus einer Botschaft raus."

Erste Wahl im Notfall: 112 als europaweite Notrufnummer

Dennoch sollte ein Notruf über die Heimat nur die Notlösung sein. "Der direkteste und schnellste Weg wäre natürlich immer die 112 und zumindest in einem halbwegs vernünftigen Englisch die Lage schildern", sagt Peschke. Die 112 ist als Notrufnummer europaweit einheitlich, kostenlos und in anderen Ländern sollten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort in der Regel Englisch sprechen.

Nürnberger Leitstelle half Wanderern auf Teneriffa

Auch die Nürnberger Leitstelle arbeitet immer wieder mit ausländischen Behörden zusammen. Marc Gistrichovsky, Abteilungsleiter der Integrierten Leitstelle bei der Feuerwehr in Nürnberg, erinnert sich an einen Fall aus dem Jahr 2023: Eine Gruppe Wanderer war auf einem Berg auf der spanischen Insel Teneriffa in einen Sturm geraten. Über einen Messengerdienst informierten sie eine Freundin in Nürnberg, die den Notruf wählte. "Den haben wir dann weitervermittelt, wobei das manchmal nicht so einfach ist", sagt Gistrichovsky.

Europaweite Übersicht für Leitstellen fehlt

Die Wandergruppe wurde zwar schließlich gefunden und gerettet. Doch zuvor mussten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Nürnberger Leitstelle zunächst den Kontakt der Madrider Polizei im Internet recherchieren. Die gab den Fall dann an die lokale Behörde weiter. Deshalb bemängelt Gistrichovsky: "Es gibt für deutsche Leitstellen keine Übersicht, in der europaweit die Erreichbarkeit der Leitstellen vorliegt."

Zweisprachige Leitstelle regelmäßig gefragt

Den Wunsch nach einer solchen europaweiten Übersicht, mit der sich mehrsprachige Leitstellen vernetzen könnten, teilt auch Florian Schroffenegger. Er ist Oberbrandinspektor bei der Feuerwehr in Bozen, also dort, wo schon jetzt viele deutsch-italienische Leitstellen zusammenfinden. "Es geht hier oft um Fachbegriffe, sei es im Medizinischen, sei es im Feuerwehrtechnischen, somit ist so eine Situation, dass man auf eine zweisprachige Leitstelle zugreifen kann, sicherlich der beste Fall." Etwa 50 Mal haben er und seine Kolleginnen und Kollegen dieses Jahr bereits Übersetzungshilfe geleistet.

Auch wenn sie in Bozen gerne helfen: Schroffenegger weist ebenfalls darauf hin, dass die 112 grundsätzlich die erste Wahl sein sollte: "Der direkte Weg an eine Leitstelle ist immer der beste Weg" – ein Anruf bei der Heimatleitstelle brächte dagegen oft Verzögerungen mit sich. Und die können im Notfall entscheidend sein.

Dieser Artikel ist erstmals am 25.08.2025 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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