Der Eingangsbereich des KZ Auschwitz.
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Die Anklage wirft dem Mann vor, im Eingangsbereich des Finanzamtes Eggenfelden einen Nachbau des KZ-Torbogens von Auschwitz aufgestellt zu haben.
Bildrechte: picture alliance / NurPhoto | Jakub Porzycki
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Die Anklage wirft dem Mann vor, im Eingangsbereich des Finanzamtes Eggenfelden einen Nachbau des KZ-Torbogens von Auschwitz aufgestellt zu haben.

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KZ-Torbogen vor Finanzamt: Generalstaatsanwaltschaft ermittelt

KZ-Torbogen vor Finanzamt: Generalstaatsanwaltschaft ermittelt

In Eggenfelden sind Holzkonstruktionen mit Nazi-Symbolen aufgetaucht: Ein Torbogen, der dem Eingang eines KZ ähnelte. Das zweite Bauwerk sollte einen Kamin darstellen. Jetzt ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft gegen einen Verdächtigen.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus der Oberpfalz am .

Holzkonstruktionen mit Nazi-Symbolen hatten zweimal innerhalb weniger Wochen in Eggenfelden für Aufsehen gesorgt. Die Kriminalpolizei Passau konnte schließlich einen Verdächtigen ermitteln, der die Bauten vor dem Finanzamt in Eggenfelden aufgestellt haben soll.

Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen

Das Verfahren gegen den 33-jährigen Polen hat nun der Zentrale Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Justiz übernommen. Er ist bei der Generalstaatsanwaltschaft München angesiedelt.

Wie die Behörde am Dienstag mitteilt, wird gegen den 33-Jährigen wegen zweier Fälle des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt. Der Verdächtige sitzt wegen eines Haftbefehls in einer anderen Sache im Gefängnis.

Diese Holzbauwerke wurden aufgestellt

Beim ersten Holzbauwerk in Eggenfelden handelte es sich um einen rund drei mal vier Meter großen Torbogen aus Holz, der dem Eingang eines NS-Konzentrationslagers ähnelte. Unter anderem waren der Schriftzug "Arbeit macht frei" sowie mehrere Hakenkreuze angebracht. Der Mann soll den Torbogen Mitte März vor dem Finanzamt aufgestellt haben.

Mitte April dann das zweite Bauwerk - erneut vor dem Finanzamt aufgestellt. Es sollte einen Kamin darstellen. An der Holzkonstruktion soll der Beschuldigte mehrere Hakenkreuze sowie die Aufschrift "Zyklon B, SS-kaliert" angebracht haben, so ein Sprecher der Behörde.

Bei einer Verurteilung wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen droht dem Mann eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

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