Ausschnitt aus dem Wahlwerbe-Flyer der CSU in Irchenrieth: Michael Hammer.
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Oberpfalz: Väter übergeben Bürgermeisterämter an Söhne

Oberpfalz: Väter übergeben Bürgermeisterämter an Söhne

Wie der Vater, so der Sohn, geht ein altes Sprichwort – in einer Demokratie ist das außergewöhnlich. Dennoch in der Oberpfalz passiert: In den Orten Irchenrieth und Wiesau übergeben am 1. Mai jeweils die Väter das Bürgermeisteramt an ihre Söhne.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Niederbayern und Oberpfalz am .

In den Oberpfälzer Landkreisen Neustadt an der Waldnaab und Tirschenreuth gibt es ein Wahl-Kuriosum: In den Orten Irchenrieth und Wiesau wurden bei der Kommunalwahl am Sonntag jeweils zwei junge Männer zum Bürgermeister gewählt, deren Väter das Amt zuvor innehatten. Und die künftigen Amtsträger haben noch einige Parallelen mehr.

Gleicher Steckbrief: Michael, 36, CSU

Beide heißen Michael mit Vornamen, beide sind bei der CSU, beide 36 Jahre alt, verheiratet und haben Kinder. Und: Beide übernehmen am 1. Mai das Bürgermeisteramt von ihrem Vater: Michael Hammer in Irchenrieth im Landkreis Neustadt an der Waldnaab und Michael Dutz in Wiesau im Landkreis Tirschenreuth.

Während der eine in Irchenrieth keinen Gegenkandidaten hatte und 76,2 Prozent der Stimmen erhielt, hat sich Michael Dutz in Wiesau mit 64 Prozent gegen einen Kontrahenten durchgesetzt.

Dem Vater folgen: Fluch und Segen zugleich

Bei den Wählern kommt das nicht überall gut an, sagen beide. Während Vater Toni Dutz in Wiesau von einem "harten und zum Teil persönlich beleidigendem Wahlkampf" spricht, hat auch Michael Hammer in Irchenrieth wahrgenommen, dass es Fluch und Segen gleichzeitig sein kann, wenn er auf den Vater im Amt folgt.

Manche in dem 1.600-Einwohner-Ort hätten ihn gewählt, gerade weil der Vater in den vergangenen 18 Jahren ihrer Ansicht nach gute Arbeit gemacht hätte. Andere wiederum waren nicht gerade begeistert, dass der Sohn des amtierenden Bürgermeisters der einzige Kandidat im Ort sei.

Irchenrieth: Mehrere Hammer in der Politik

Der 36 Jahre alte Michael Hammer ist bereits seit zwölf Jahren im Gemeinderat, war Fraktionsvorsitzender der CSU. Auch sein Bruder ist am Sonntag in den Gemeinderat gewählt worden – und auch sein Cousin. Irgendwie liegt es dann vielleicht doch in der DNA, scherzt der noch amtierende Vater Josef Hammer. Er hat seine Kinder schon von klein auf zu Terminen mitgenommen, sie seien von Anfang an stark ins Vereinsleben eingebunden gewesen.

Wiesau: Sohn übernimmt ohne Einarbeitungszeit

Gleiches sagt auch Vater und Bürgermeister Toni Dutz in Wiesau. Er kommt auf insgesamt 42 Jahre Kommunalpolitik: 24 Jahre als Bürgermeister in der Marktgemeinde, davor 18 Jahre als zweiter Bürgermeister. Sein Sohn könne am 1. Mai "voll übernehmen", Einarbeitungszeit brauche es keine. Denn auch der Sohn ist bereits seit zwölf Jahren im Gemeinderat und war in den vergangenen sechs Jahren bereits zweiter Bürgermeister in Wiesau. Viele Dinge seien da "wohl und bestens bekannt", sagt Sohn Michael Dutz.

Sein Vater verabschiedet sich nach 42 Jahren aus der Kommunalpolitik und ist ab 1. Mai hauptsächlich Opa für die vier Enkel- und Bürgermeisterkinder. Auch sie werden neben "viel Fußball" das Vereinsleben und das Engagement in der Kommunalpolitik von klein auf miterleben.

Vater Hammer freut sich auf weniger Termine

In Irchenrieth wird die Übergabe der Amtsgeschäfte ebenso fließend vonstattengehen. Ein Generationswechsel steht bevor, nicht nur auf dem Bürgermeistersessel, auch im Gemeinderat. Denn gleich neun der zwölf Sitze sind bei der Kommunalwahl an neue Gemeinderäte gegangen.

Michael Hammer "freut sich aufs Neue" und sein Vater Josef Hammer auf eine Zeit ohne viele Termine. Er möchte sich nicht einmischen künftig, aber sein Sohn Michael Hammer wird ihn dennoch sicherlich mal zurate ziehen, meint er: "Den Papa fragt man halt vielleicht eher etwas, als einen anderen Amtsvorgänger." Hauptberuflich bleibt der künftige Irchenriether Bürgermeister beim Bayernwerk beschäftigt.

Die beiden Väter kennen sich: aus gemeinsamen JU-Zeiten. Die beiden künftigen Bürgermeister von Irchenrieth und Wiesau haben zwar eine ähnliche Geschichte, kennen sich jedoch noch nicht.

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