Der Protest war groß: Ab 2028 sollten zwischen Augsburg und München täglich zwölf Regionalzüge wegfallen. In den Hauptverkehrszeiten wären teilweise nur noch zwei statt drei oder vier Regionalzüge pro Stunde gefahren. Dagegen wehrten sich Kommunalpolitiker, Verkehrsunternehmen und Pendler. Eine Petition sammelte mehr als 5.000 Unterschriften.
Nun hat die DB InfraGO ihre Kapazitätsvorgaben angepasst. Die zwischenzeitlich geplante starke Einschränkung des Regionalverkehrs soll nicht kommen.
Bernreiter begrüßt Ende des "Streichkonzerts"
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter begrüßte die geänderten Planungen. Es freue ihn, dass die DB InfraGO "zu der Einsicht gekommen" sei. "Ein solches Streichkonzert im Nahverkehr wäre auch niemandem zu vermitteln gewesen, gerade auf den stark nachgefragten Verbindungen rund um München", erklärte der CSU-Politiker. Die DB InfraGO habe mit ihren ursprünglichen Plänen viel Ärger und Verunsicherung bei Fahrgästen und Bürgermeistern verursacht, erklärte er weiter.
Auch Klaus Holetschek, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, bezeichnete die Entwicklung als "sehr erfreuliche Nachricht" für die Pendler.
Die zahlreichen Gespräche, politischen Initiativen und der öffentliche Druck aus der Region hätten offenbar Wirkung gezeigt.
Grüne verweisen auf Petition
Die Grünen im Bayerischen Landtag führen die Kurskorrektur nicht allein auf Gespräche zwischen Politik und Bahn zurück. Nach ihrer Einschätzung hat auch der öffentliche Protest zum Umdenken beigetragen. Die Grünen-Abgeordnete Stephanie Schuhknecht verwies insbesondere auf die Petition mit mehr als 5.000 Unterschriften.
Für die Menschen, die täglich zwischen Augsburg und München pendelten, sei die Entwicklung eine sehr gute Nachricht. Sie müssten sich darauf verlassen können, dass das heutige Angebot auch künftig erhalten bleibe.
Arverio Bayern bleibt vorsichtig
Der Betreiber der Regionalzüge will noch keine endgültige Entwarnung geben. "Eine erste Sichtung zeigt uns, dass die Entwicklung auf einem guten Weg ist", sagte Winfried Karg, Sprecher von Arverio Bayern. Die neuen Vorgaben seien allerdings kompliziert und müssten noch genauer analysiert werden.
Arverio Bayern und die Bayerische Eisenbahngesellschaft hatten im offiziellen Verfahren Einwände gegen die Kürzungen vorgebracht. Zwei Regionalzüge pro Stunde seien im Berufsverkehr zu wenig, erklärte Karg: "Dann bringen wir die Menschen nicht weg." Zusätzliche Wagen könnten wegen der begrenzten Bahnsteiglängen nur eingeschränkt eingesetzt werden. Nach dem ersten Eindruck seien die Vorschläge des Unternehmens nun berücksichtigt worden.
Das Kapazitätsproblem bleibt
Unklar ist weiterhin, welche Züge ab 2028 konkret fahren. Die neuen Unterlagen regeln zunächst mögliche Trassen, also Zeitfenster auf den Gleisen. Der fertige Fahrplan steht noch nicht fest.
Gelöst ist das Kapazitätsproblem damit nicht. Der Bahnknoten München bleibt überlastet. Die neuen Vorgaben sollen vor allem verhindern, dass der Regionalverkehr wie zunächst geplant eingeschränkt wird. Bis geplante Ausbaumaßnahmen greifen, konkurrieren Regional-, Fern- und Güterzüge weiter um den knappen Platz auf den Gleisen.
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