In dem leeren Oberbecken arbeiten Bagger an der Dichtungsschicht
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Bauarbeiten am Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerks
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Bauarbeiten am Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerks

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Gigantisches Akku–Pumpspeicherkraftwerk Happurg im Zeitplan

Gigantisches Akku–Pumpspeicherkraftwerk Happurg im Zeitplan

Das Pumpspeicherkraftwerk Happurg soll zum wichtigsten Energiespeicher Bayerns werden. Derzeit wird es aufwendig saniert und soll im Jahr 2028 wieder in Betrieb gehen. 2011 wurde die Anlage stillgelegt, damals hatte das Becken ein Leck.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Franken am .

Die Bagger im Oberbecken sehen vom Rand fast schon aus wie Spielzeuge, so klein erscheinen sie. Kein Wunder, das Becken ist so groß wie 28 Fußballfelder. An vielen Stellen wird dort gebaut.

250 Millionen für Sanierung

Im Jahr 2024 hat das Energieunternehmen Uniper entschieden, das Pumpspeicherwerk in Happurg im Nürnberger Land wieder in Betrieb zu nehmen und zu sanieren, dafür investiert Uniper 250 Millionen Euro. Nun gab das Unternehmen ein Update auf der Baustelle.

Vor zwei Jahren startete die aufwendige Sanierung, nun ist Halbzeit und laut Uniper liegt alles im Zeitplan. Gesamtprojektleiter Bernd Stöcker sagt, alle mechanischen Komponenten des alten Werks können wiederverwendet werden. Dazu gehören das Gehäuse der Turbinen und die Generatoren in der Maschinenhalle. Neu geliefert dagegen werden elektronische Komponenten wie Trafos und Leittechnik.

Dichtung am Oberbecken

An der Großbaustelle oberhalb des Happurger Stausees wird an der Dichtungsschicht gearbeitet. Künftig soll ein zweischaliges Dichtungssystem verhindern, dass Wasser ausläuft. Dafür ist eine Schicht mit Asphalt vorgesehen und eine Art Hightech Teichfolie mit Drainagen, die auslaufendes Wasser messen und melden würden.

Größtenteils fertiggebohrt sind die ca. 15.800 Rüttelstopfsäulen, wofür mit Spezialmaschinen gebohrte Löcher mit Kies und Beton aufgefüllt und verdichtet werden. Dies geschieht, um die Statik des Oberbeckens zu verbessern und auszugleichen. Der Boden bei Happurg im Nürnberger Land besteht aus Fels und Lehm, um dies auszugleichen wurden die Rüttelstopfsäulen eingebracht.

Pumpspeicherkraftwerk soll künftig Netz stabilisieren

In zwei Jahren soll das Pumpspeicherwerk wieder in Betrieb gehen und, so der Betreiber, das Netz stabilisieren. Denn mit dem Kraftwerk in Happurg können große Mengen Strom innerhalb von Sekunden vom Netz genommen oder wieder eingebracht werden und so das Netz ausgleichen.

Vier Turbinensätze liefern dann 160 Megawatt, die Fallhöhe vom Oberen Becken sind 209 Meter. Das Oberbecken fasst 1,8 Millionen Kubikmeter, also Wasser für 850 Megawattstunden Strom.

In einer früheren Version des Artikels stand 850 MW, richtig ist: 850 MWh.

Im Video: Bayerns größter Energiespeicher entsteht

Bayerns größter Energiespeicher entsteht
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Bayerns größter Energiespeicher entsteht

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