Eine Frau füllt eine Schale mit Süßgebäck.
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Nach dem 30-tägigen Fasten im Ramadan beginnt heute das Zuckerfest.
Bildrechte: picture alliance / ANP | Robin Utrecht
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Ramadan-Ende: Für 700.000 Muslime in Bayern beginnt Zuckerfest

Ramadan-Ende: Für 700.000 Muslime in Bayern beginnt Zuckerfest

"Eid Mubarak" wünschen sich heute Muslime in Bayern. Nach dem 30-tägigen Fasten im Ramadan beginnt heute das Zuckerfest. Muslimische Schülerinnen und Schüler in Bayern können dafür vom Unterricht befreit werden. So wird gefeiert.

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Mit Fingerspitzengefühl rollt Şenay Deveci eine duftende Mischung aus Reis, Tomaten und Zwiebeln in ein eingeweichtes Weinblatt ein und legt es zu den anderen glänzenden Röllchen. Ihr Mann Burhan holt dampfende Baklava aus dem Ofen. Zwei Tage lang bereiten sie die Feierlichkeiten für das Zuckerfest vor.

In der Türkei und Aserbaidschan heißt es Ramazan Bayramı. In arabischen Ländern Eid al-Fitr. Wegen der Süßigkeiten, die vor allem die Kinder erhalten, kennen hier viele das Fest unter dem Namen "Zuckerfest". Mit dem Fest endet das Fasten vieler Muslime im Ramadan. 30 Tage haben sie zwischen Sonnenauf- und Untergang nichts gegessen und getrunken, auf jeglichen Genuss verzichtet. Fasten ist eine muslimische Pflicht und gehört zu den fünf Grundpfeilern des Islam. Darum hat der Ramadan für die weltweit mehr als rund zwei Milliarden Muslime eine wichtige religiöse Bedeutung. In Bayern leben rund 700.000 Muslime.

Fasten und Familienfest soll wichtige Werte vermitteln

Am Freitagmorgen geht Burhan Deveci, genau wie viele andere gläubige Muslime, in die Mosche nach Miesbach zum Festgebet. Danach trifft sich die ganze Familie, meist finden die Treffen bei den Ältesten der Familie statt. Jeder bringt etwas mit, die Devecis unter anderem die gefüllten Weinblätter. Dabei herrsche jedes Jahr eine besondere Stimmung. "Es ist alles ruhiger, als man sich es vorstellt", erklärt Şenay Deveci. "Man soll im Ramadan nicht nur nichts essen und nichts trinken, sondern an sich arbeiten." Und das spüre man am Zuckerfest, sagt sie.

"Unsere Kinder sollen sehen, wie wichtig es uns ist, mit der Familie zusammen zu sein", sagt Burhan Deveci. Und dazu gehöre nicht nur, gemeinsam zu feiern, sondern auch zusammen und vor allem "mit Liebe" das Essen vorzubereiten, erzählt Burhan Deveci. "Auch die Werte wie Teilen und Dankbarkeit, die in der Fastenzeit wichtig sind, sollen die lernen", ergänzt Şenay Deveci.

Mittlerweile sind die Kinder der beiden fast erwachsen, aber sie machen beim Fasten und Vorbereiten der Feiern gerne mit. Früher bekamen sie zum Fest sogar neue Anzüge. Bis Sonntagabend feiern sie in der großen Familie und besuchen andere befreundete Familien und wünschen sich "Eid Mubarak", zu Deutsch: gesegnetes Fest.

Darum haben muslimischen Schülerinnen und Schüler in Bayern heute schulfrei

Muslimische Kinder in Bayern können sich heute über mehr als Süßigkeiten freuen. Die bayerische Schulordnung erlaubt grundsätzlich, dass Schülerinnen und Schüler aus religiösen Gründen vom Unterricht befreit werden können. Konkret legt Paragraf 20 fest, dass einem Antrag, vom Schulbesuch beurlaubt zu werden, stattgegeben werden kann, damit die Schülerinnen und Schüler ihre religiösen Pflichten erfüllen können.

Diese Regel gilt nicht nur für Muslime: Auch jüdische und christlich-orthodoxe Schülerinnen und Schüler können an bestimmten religiösen Feiertagen von der Teilnahme am Unterricht befreit werden. Für muslimische Schülerinnen und Schüler betrifft dies neben dem Zuckerfest auch das Opferfest. Sie können jeweils an den ersten zwei Tagen der Feste vom Unterricht befreit werden. In diesem Jahr ist also Freitag unterrichtsfrei. Nach Angaben des Kultusministeriums existiert diese Regel seit Jahrzehnten.

Im Video: Fastenmonat Ramadan endet

Fastenmonat Ramadan endet
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