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Prozess um sexuellen Missbrauch im Internet
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Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs an Mädchen im Internet

Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs an Mädchen im Internet

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat einen 53-Jährigen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Der Mann aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt hatte gestanden, ein Mädchen auf den Philippinen via Internet über Jahre sexuell missbraucht zu haben.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Am Landgericht Nürnberg-Fürth ist ein 53-Jähriger zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der deutsche Ingenieur aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt ein Mädchen auf den Philippinen über Jahre hinweg über das Internet sexuell missbraucht hat. Die Mutter hatte das zu Beginn der Taten acht Jahre alte Mädchen gegen geringe Geldbeträge gefilmt und fotografiert. Der Mann gab Anweisungen über WhatsApp und bestellte explizite Szenen bei der Mutter.

"Sie haben das System nicht erfunden, aber Sie haben es für Ihre Zwecke genutzt", sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Die Staatsanwaltschaft hatte eine deutlich höhere Strafe gefordert, aber das Gericht hielt dem 53-Jährigen zugute, dass er geständig war. Außerdem zahlte er der Mutter des Mädchens im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs 35.000 Euro. Mit diesem Geld, das auf den Philippinen noch viel mehr wert ist, könne sich das Mädchen vielleicht eine Zukunft aufbauen, so der Vorsitzende. Das Gericht rät zu einer Therapie, der Ingenieur will das in der Haft angehen, sagte er in seinem Schlusswort.

Staatsanwaltschaft forderte elf Jahre Gefängnis

Vor der Urteilsverkündung hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung am Morgen ihre Plädoyers gehalten. Die Staatsanwaltschaft hatte elf Jahre Haft für den Angeklagten gefordert. Die Verteidigung plädierte auf eine Freiheitsstrafe von maximal sechs Jahren. Der Angeklagte hatte bereits zum Prozessauftakt ein Geständnis abgelegt. Er war unter anderem wegen schwerem sexuellen Missbrauch eines Kindes in 95 Fällen angeklagt.

53-Jähriger hatte Taten vor Gericht gestanden

In einer Einlassung über seinen Anwalt hatte der Angeklagte zu Prozessbeginn ausgesagt, dass er seine Taten zutiefst bereue, er habe bereits Schmerzensgeld bezahlt und werde weiteres Geld an die Geschädigte bezahlen. Dazu hatte er angekündigt, dass er therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen wolle. Nach seiner Aussage hatte er Mutter und Tochter bei einem Urlaub auf den Philippinen kennengelernt und Nummern ausgetauscht. Die Familie lebte in Armut, die der Angeklagte ausnutzte. Wieder zu Hause habe er zunächst ein Nacktbild des Mädchens von der Mutter gegen Geld bekommen, daraufhin sei ein regelmäßiger Chat entstanden. Über drei Jahre bekam er kinderpornografische Inhalte von dem betroffenen Mädchen.

Die Mutter des Mädchens filmte ihre Tochter und sendete ihm im Anschluss Fotos und Videos zu. Im Gegenzug bezahlte er umgerechnet zwischen 25 und 60 Euro für die Bilder und Videos mit sexuellen Inhalten von dem Kind. Er forderte dieses auf, sexuelle Handlungen an sich selbst oder an anderen Personen – teils ebenfalls Kinder – vorzunehmen. Außerdem hatten die Ermittler auf seinem Computer mehr als 11.000 Bilder mit kinderpornografischem Inhalt gefunden.

Hinweis kam von australischen Sicherheitsbehörden

Die Zentralstelle Cybercrime in Bamberg hatte die Ermittlungen geführt und sprach von insgesamt 97 Missbrauchsfällen zwischen 2019 und 2022. Einmal soll der Angeklagte selbst auf die Philippinen gereist sein, um kinderpornographische Handlungen von dem Mädchen zu filmen. In zwei Fällen soll er das Mädchen anderen Männern für sexuelle Handlungen angeboten haben.

Die Ermittlungen kamen nach einer Mitteilung der australischen Sicherheitsbehörden und einer Kinderhilfsorganisation auf den Philippinen in Gang. Grund für das Eingreifen der australischen Sicherheitsbehörden: Sie liegen nahe an den Philippinen. Die australische Polizei arbeitet nach Angaben der deutschen Polizei schon seit langer Zeit sehr eng mit den philippinischen Behörden zusammen.

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