Perfektes Badewetter ist es nicht am Langwieder See, als die neue Social-Media-Kampagne von Innenministerium, Wasserwacht und DLRG verkündet wird. Erst strahlt die Sonne, dann fängt es wieder an zu regnen. Aber wetterunabhängig läuft sie ab jetzt auf den gängigen Plattformen – die Kampagne zur mehr Sicherheit am und im Wasser, die Leben retten soll.
Achtung bei freien Gewässern
Denn Bayerns Seen und Flüsse sind gefährlich, die Kampagne soll auf die Risiken aufmerksam machen. Allein letztes Jahr sind 84 Menschen in Bayern ertrunken, das sind weit mehr als in anderen Bundesländern.
Laut Benjamin Miskowitsch von der Wasserwacht Bayern liegt die Gefahr in äußeren Einflussfaktoren. So gebe es an Flüssen eine oft unterschätzte Fließgeschwindigkeit sowie Untiefen. An Seen könne umschlagendes Wetter zu mehr Wind und stärkeren Wellen führen. Die Folge, "dass man dann als unsicherer Schwimmer vielleicht mal mit der Situation überfordert ist“.
Während Corona ist oft der Schwimmunterricht ausgefallen
Innenminister Herrmann (CSU) sagte BR24, da es in Bayern so viele Gewässer gebe, die die Menschen auch nutzten, müsse man hier stärker sensibilisieren. Auch, weil im Tourismusland Bayern viele "nicht ursprünglich hier in diesem Land zu Hause sind und deshalb mit auch den Risiken, dem Risikobewusstsein, gar nicht aufwachsen."
Dazu komme, dass in der Corona-Pandemie oft der Schwimmunterricht an Schulen ausgefallen sei, viele Kinder hätten so nicht richtig schwimmen gelernt, so Herrmann: "Da haben wir noch deutliche Nachholeffekte und daran muss auch gearbeitet werden.“
Wie Hunde bei der Rettung helfen
Die Kampagne läuft den Sommer über auf den gängigen Social-Media-Kanälen von DLRG, Wasserwacht und Innenministerium. Sie bietet informative Videos und Posts, um schwimmen zu lernen oder die eigene Schwimmfähigkeit zu verbessern, aber auch Einblicke in die Arbeit der Wasserrettung. Etwa in die Einsatzmöglichkeiten der Wasserrettungshunde bei der Wasserwacht.
So einer ist auch am Langwieder See im Einsatz, ein Show-Beispiel. Mit kräftigen Zügen schwimmt er auf einen Jungen zu, der zu ertrinken scheint – und zieht dabei einen Rettungsschwimmer mit sich, der sich am Geschirr des Hundes festhält. Als sie vor dem Jungen im Wasser angekommen sind, packt der Schwimmer das Kind im Rettungsgriff und hakt sich dann wieder im Hundegeschirr ein. Der Hund, ein weißer Schweizer Schäferhund, zieht die beiden an Land – er fungiert quasi wie eine Boje mit Motor.
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