Der März und April dieses Jahres waren trockene Monate – und die Waldbrandgefahr stieg. Zum Monatswechsel galt deshalb in vielen Landkreisen Bayerns auf der Skala des Waldbrandgefahrenindex (externer Link) eine 4 von 5. In einigen Regionen flogen Beobachtungsflüge und am Saurüsselkopf in Ruhpolding ist ein Brand ausgebrochen.
Grund dafür ist die enorme Trockenheit im Frühjahr, sagt Lothar Bock, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD). "Das Winterhalbjahr war sehr niederschlagsarm. Dazu kam jetzt reichlich Sonnenschein, damit konnte der Boden nach und nach abtrocknen." Die trockene Bodenstreu sei dann Nährstoff für Waldbrände.
Sehr trocken - aber kein Trend
Laut Bock sind in Bayern im April im Schnitt 17 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gefallen. Das ist sehr wenig. Im langjährigen Durchschnitt, also im Referenzzeitraum von 1991 bis 2020, waren es im Schnitt 54 Liter pro Quadratmeter. "Es war schon deutlich zu trocken."
Er sehe aber bisher "keinen Trend." Blicken Klimatologen auf Niederschlagsdiagramme, sehen sie eine sogenannte Variabilität, also vereinfacht ausgedrückt: Schwankungen. Und selbst der sehr geringe Niederschlag diesen April sei noch in dieser Variabilität enthalten. Generell, sagt Bock, seien die Auswirkungen des Klimawandels auf die Niederschlagsmenge noch sehr unklar. Anders sei es bei der Temperatur – dort sehe man im Mittel höhere Temperaturen als noch vor 100 Jahren.
Waldbrandgefahr nicht grundsätzlich ungewöhnlich
Und auch dass im Frühjahr Waldbrandgefahr herrscht, ist grundsätzlich normal. Daniel Kraus vom Universitätsforstamt Sailershausen findet es zwar ungewöhnlich, wie hoch die Waldbrandgefahr war, aber "prinzipiell ist es bei uns normal, dass es nach der Schneeschmelze zum ersten Spitzenrisiko kommt, weil nach dem Schnee das trockene Zeug auftaucht."
Auch Bock bestätigt das. Mai und Juni sind normalerweise die niederschlagsreichsten Monate, dann gibt es im Hochsommer oft noch einmal erhöhte Waldbrandgefahr. Mit Blick auf die Vorhersage geht Bock nicht davon aus, dass sich die Trockenheit im Mai weiter fortsetzt. Das dürfte auch viele Landwirte freuen, denn viele Feldfrüchte und beispielsweise auch Wein brauchen zu dieser Zeit Wasser.
Dieser Artikel ist erstmals am 6. Mai 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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